Bei DLG-Prüfungen von Einzelkornsägeräten wird insbesondere hinsichtlich der Arbeitsqualität genau hingeschaut. Wie sich das Säaggregat PreTeC von Amazone im Test geschlagen hat, ist nachfolgend zusammengefasst.
Bereits im 19. Jahrhundert wurden die Grundlagen der Einzelkornsaat gelegt: Erste Verfahren ermöglichten durch auf Bändern fixierte Saatkörner eine erstaunlich präzise Ablage. 1884 entwickelten Magens und Wagner zudem eine mechanische Lösung mit zellenbasierten Schöpfrädern, die jedoch stark auf bestimmte Saatgüter beschränkt war. Die entscheidende Weiterentwicklung erfolgte 1897 mit der Einführung des pneumatischen Prinzips durch Jules François Mathias, das unabhängig von Samenform und -größe arbeitet und bis heute die Basis moderner Technik bildet.
Amazone-Technik im Test
Amazone führt diese Entwicklungslinie fort und zeigt anschaulich, welches Potenzial in über 120 Jahren Innovation steckt: Mit dem Amazone PreTeC-Säaggregat stellte sich ein aktuelles Produkt erneut den hohen Anforderungen eines DLG-Tests. Das verliehene Prüfzeichen DLG-ANERKANNT wird für landtechnische Produkte vergeben, die eine Gebrauchswertprüfung der DLG nach unabhängigen und anerkannten Bewertungskriterien erfolgreich absolviert haben.
Das im Rahmen der DLG-Prüfung eingesetzte Säaggregat Amazone PreTeC war an einer sechsreihigen Maissämaschine des Typs Amazone Precea 4500-2CC Super montiert. Die Vereinzelungseinheit kann wahlweise elektrisch oder mechanisch angetrieben werden; im Test erfolgte der Antrieb über einen Elektromotor. Nach Angaben des Herstellers eignet sich das System für den Einsatz bei Pflug-, Mulch- und Direktsaat. Für die Direktsaat wird insbesondere die Nutzung des hydraulischen Schardrucksystems empfohlen. Die an der Testmaschine verbauten Säaggregate waren mit elektrisch angetriebenen Vereinzelungsorganen, einem 55-l-Saatguttank und einem 17-l-Behälter für Mikrogranulat ausgestattet. Das komplette Säaggregat wird durch zwei Tragrollen in der Tiefe geführt, während die Saatgutablagetiefe, der Druck der Andruckrollen und der Auflagedruck des gesamten Säaggregates in der getesteten Variante vom Bediener werkzeuglos durch eine Hebelverstellung manuell einzustellen ist. Mehr Komfort bieten die optionalen Ausbaustufen des hydraulischen Schardrucksystems oder gar der automatischen, drucksensorgestützten Schardruckregelung.
Das Vereinzelungsorgan besitzt einen dreigeteilten Abstreifer. In der getesteten Ausführung lassen sich die Abstreifer direkt von der Kabine aus über das Bedienterminal einstellen. Dem Hersteller zufolge kann man mithilfe von Optogebern die Kornabstände laufend prüfen und statistisch auswerten. So lässt sich die Position der Abstreifer für jede Reihe gezielt anpassen, sodass möglichst wenige Doppel- und Fehlstellen entstehen.
Testergebnisse im Feldversuch
Der zum DLG-Test gehörende Feldversuch zur Aussaat von Mais fand auf humosem Sand statt. Nach der Wintergerstenernte im Juli 2020 bearbeitete man den Boden erst flach mit der Scheibenegge, pflügte ihn anschließend und bereitete ihn kurz vor der Aussaat mit dem Kreiselgrubber vor. Das Saatbett war gut rückverfestigt.
Am 29. Juli 2020 säte man drei Maissorten mit unterschiedlichen Korngewichten und hoher Keimfähigkeit bei Geschwindigkeiten von 6, 9 und 12 km/h aus. Danach legte man stichprobenartig Körner frei. Bis zur Auswertung Mitte August fiel kein Regen, dennoch keimten die Pflanzen gut, da die Feuchtigkeit im Boden ausreichte.
Die Feldaufgänge lagen bei allen Varianten auf sehr hohem Niveau und entsprachen der Keimfähigkeit. Auch die Standgenauigkeit bewertete man meist als sehr gut, bei höherer Fahrgeschwindigkeit bei der Aussaat teils noch als gut. Mit steigender Fahrgeschwindigkeit nahm die Gleichmäßigkeit der Abstände etwas ab. Die Anteile korrekt platzierter Körner blieben hoch, während Doppel- und Fehlstellen insgesamt gering ausfielen. Bei einigen Sorten traten mit höherem Tempo etwas mehr Fehlstellen auf. Bei den meisten Lücken fand man zwar ein abgelegtes Korn, das jedoch wegen zu wenig Feuchtigkeit nicht weiterwuchs.
Fazit
Während des Feldtests hat das Säaggregat Amazone PreTeC selbst bei Arbeitsgeschwindigkeiten von 12 km/h eine „sehr gute“ beziehungsweise „gute“ Standgenauigkeit in Abhängigkeit der Maissorte erzielt. Die Feldaufgänge werden über alle Versuchsvarianten hinweg ausschließlich mit „sehr gut“ bewertet. Sie lagen zwischen 94,5 % und 98,0 %, was der Keimfähigkeit entspricht. Im Feldtest lagen die Anteile an Sollstellen zwischen 93,2 % und 97,5 %. Die Anteile an Doppelstellen lagen zwischen 0,3 % und 2,2 %. Die Anteile an Fehlstellen lagen zwischen 1,9 % und 5,1 %.
Beim Labortest wurde der ermittelte Anteil an Doppelstellen und Fehlstellen in allen neun Versuchen mit „sehr niedrig“ bewertet.
Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wird dem Säaggregat Amazone PreTeC das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT für die Teilprüfung „Arbeitsqualität in Mais“ 2026 für Arbeitsgeschwindigkeiten bis 12 km/h verliehen.
DLG-ANERKANNT für Amazone Säaggregat PreTeC
Das Säaggregat PreTeC von Amazone hat bereits 2020 das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT erhalten. Im Jahr 2026 wurde eine Verlängerung des Prüfzeichens beantragt. Nach Angaben des Herstellers wird das Produkt unverändert in der geprüften Ausführung hergestellt.
Der Prüfbericht mit den Detailergebnissen ist hier kostenfrei abrufbar.