Fütterung: Energie und Eiweißquellen stehen im Vordergrund
Maßnahmen wie der Einsatz heimischer Eiweißfuttermittel sowie erneuerbarer Energiequellen wurden von jeweils rund 50 % der Befragten bereits umgesetzt.
Sicherlich auch getrieben durch die Energiepreisentwicklungen, planen viele Betriebe, Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz umzusetzen.
Die N-/P-reduzierte Fütterung haben 40 % bereits in ihrem Betrieb etabliert und 21 % geplant. Fachlich ist sie nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Ressourceneffizienz relevant, sondern als primäre BVT („Beste Verfügbare Techniken“) auch der wichtigste Ansatz für die Emissionsminderung.
Emissionsminderung: Hohe Aufmerksamkeit, aber noch keine breite Umsetzung
Die Emissionsminderung ist für viele Betriebe eine wichtige, fachliche sowie regulatorische Herausforderung. Die vergleichsweise zurückhaltende Umsetzung deutet darauf hin, dass Kosten, betrieblicher Nutzen und praktische Umsetzbarkeit eine wichtige Rolle spielen könnten. Bei prozessintegrierten Maßnahmen zur Emissionsminderung zeigt sich die größte Umsetzungsbereitschaft. Rund 21 % der Befragten haben solche Maßnahmen bereits umgesetzt, weitere 32 % planen dies. Gleichzeitig bewerten rund 34 % die Maßnahmen zwar als wichtig, haben sie bislang aber noch nicht geplant.
Die Abluftreinigung wird angesichts sehr hoher Kosten nur von Betrieben umgesetzt, die dazu verpflichtet sind. Dementsprechend gab nur ein geringer Teil an, diese bereits umgesetzt (11 %) oder geplant (25 %) zu haben.
Ein zentraler Hebel bei der Emissionsminderung ist die Mistbehandlung und -lagerung. Moderne Verfahren wie die Kotbandtrocknung, die emissionsarme Lagerung mit Abdeckung, aber auch die energetische Verwertung in der Biogasanlage sichern Betrieben nicht nur BVT-Konformität, sondern sind wesentliche Bausteine für Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft. Rund 30 % haben solche Maßnahmen bereits umgesetzt, weitere 11 bis 28 % der geflügelhaltenden Betriebe haben Maßnahmen geplant.
Die Berechnung der Treibhausgasbilanz mit einem Treibhausgas-Rechner (THG-Rechner) kann helfen, die Minderungsoptionen in Bezug auf ihre tatsächliche Wirkung zu priorisieren. Bislang nutzen weniger als 10 % der befragten Betriebe diese Möglichkeit. Gründe hierfür können der hohe Erhebungsaufwand, die erforderliche Datenqualität und die teilweise eingeschränkte Vergleichbarkeit sein.
EuroTier 2026: Emissionsminderung im Fokus
Im Bereich der Emissionsminderung gibt es noch einige Stellschrauben, an denen angesetzt werden kann. Oftmals sehen die Betriebe die Maßnahmen als wichtig an, haben diese aber aus verschiedenen Gründen noch nicht geplant oder umgesetzt. Für Betriebe, die sich über Ansätze zur Emissionsminderung informieren möchten, bietet das DLG-Spotlight Emissionsminderung in der Geflügel- und Schweinehaltung sowie die DLG-Expert Stage Geflügel auf der EuroTier 2026 in Hannover die Gelegenheit, sich über verschiedene Lösungen zu informieren. Außerdem können Landwirte mit Experten und Herstellern ins Gespräch kommen zum optimierten Einstreu- und Stallklimamanagement, Fütterungsstrategien oder digitalen Tools.
DLG-Testzentrum: Emissionsminderung auf dem Prüfstand
Im DLG-Testzentrum in Groß-Umstadt werden Emissionsminderungsverfahren und Abluftreinigungsanlagen geprüft. Die Untersuchungen umfassen unter anderem die Ammoniak- und Staubemissionen sowie Schadstoffkonzentrationen in der Stall- und Abluft. Darüber hinaus können Messtechniken zur Erfassung von Schadstoffen im Stall geprüft und zertifiziert werden. Solche Verfahren können dazu beitragen, die Qualität der Stallluft zu überwachen und Minderungsmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln.
DLG-Agrifuture Insights
DLG-Wissensmarke und -plattform für internationale Trendanalysen im Agrarsektor
Sie untersucht das Geschäftsumfeld in der Landwirtschaft in Deutschland und weltweit. Hierfür werden jährlich Landwirte und Personen aus dem Agribusiness, der Wissenschaft und der Beratung zu ihren Einschätzungen zur wirtschaftlichen Situation und Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe, sowie zu Techniktrends und Innovationen in den einzelnen Betriebszweigen befragt. An der aktuellen Befragung im Winter 2025/26 nahmen insgesamt 1.772 Personen teil.