Tiergesundheit steht an erster Stelle
Die Verbesserung der Tiergesundheit wird von den Befragten als besonders wichtig eingestuft und steht mit einem Mittelwert von 1,63 erneut – analog zur letzten Befragung – klar an der Spitze jener Bereiche, für die Innovationen gewünscht sind. Für die Betriebe kommt es vor allem darauf an, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, ihre Ursachen zu reduzieren und die gesundheitliche Entwicklung der Tiere kontinuierlich zu überwachen. Die tägliche Tierbeobachtung und das konsequente Bestandsmanagement können dabei durch digitale Monitoring- und Sensorsysteme unterstützt werden. Passend hierzu stufen die Teilnehmenden auch Verbesserungen des Herdenmanagements und der Tierbeobachtung als wichtig ein. Ein verbessertes Gesundheits- und Bestandsmanagement kann dazu beitragen, den personellen und wirtschaftlichen Aufwand zu senken, Verluste zu vermeiden und die Leistungen der Tiere zu stabilisieren. Damit wird zugleich die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Betriebe gestärkt.
Darüber hinaus erhoffen sich die Befragten Innovationen in den Bereichen Verbesserung des Stallklimas sowie bei der bedarfsorientierten Fütterung. Beides wirkt sich unter anderem positiv auf die Tiergesundheit aus.
Tiergesundheit und Herdenmanagement stehen zudem in engem Zusammenhang mit dem Tierwohl. Verbesserungen in diesen Bereichen können daher nicht nur die betriebliche Effizienz fördern, sondern auch die Akzeptanz der Tierhaltung und die Außendarstellung der Betriebe unterstützen.
Arbeitsorganisation gewinnt an Bedeutung
Ebenfalls große Hoffnungen setzen die Betriebe in die Verbesserung der Arbeitsorganisation. Gerade bei wachsenden Anforderungen an Dokumentation, Kontrolle und Tierbeobachtung auf der einen, sowie gleichzeitig zunehmendem Fachkräftemangel und Arbeits-, aber vor allem auch Kostendruck auf der anderen Seite, gewinnt eine gute Arbeitsorganisation an Bedeutung. Innovationen, die Arbeitsabläufe vereinfachen, automatisieren oder transparenter machen, werden daher als entscheidender Hebel zur Zukunftssicherung der Betriebe wahrgenommen. Digitale Lösungen, Automatisierung und KI-gestützte Systeme können dazu beitragen, Routineaufgaben zu reduzieren, Arbeitszeiten effizienter zu nutzen und die Bestandsbetreuung zu erleichtern.
Biosicherheit und Hygiene bleiben zentrale Innovationsfelder
Ebenfalls hoch bewertet wird die Verbesserung der Biosicherheit und Hygiene. Angesichts des anhaltenden Tierseuchengeschehens und der verschärften Anforderungen an den Gesundheitsstatus von Beständen bleibt dieser Bereich ein zentrales Innovationsfeld.
Die Afrikanische Schweinepest hat den Stellenwert präventiver Maßnahmen in der europäischen Schweinebranche deutlich erhöht. Für die Betriebe geht es darum, Risiken frühzeitig zu erkennen, Eintragswege zu reduzieren und Hygienemaßnahmen konsequent in die täglichen Arbeitsabläufe zu integrieren. Technische Lösungen können dabei helfen, Zugänge und Warenströme zu kontrollieren, Abläufe zu dokumentieren und die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen zu unterstützen.
EuroTier 2026 als zentrale Innovationsplattform
Zahlreiche Möglichkeiten, um sich über die neusten Innovationen zu informieren und zum fachlichen Austausch bietet die DLG interessierten Schweinehalterinnen und Schweinehaltern, ebenso wie Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden besonders auf der diesjährigen EuroTier vom 9. bis 13. November in Hannover.
Auf den Expert Stages Schwein sowie Biosicherheit und Futtermittelsicherheit werden die zentralen Herausforderungen beleuchtet und lösungsorientiert diskutiert.
DLG-Agrifuture Insights
DLG-Wissensmarke und -plattform für internationale Trendanalysen im Agrarsektor
Sie untersucht das Geschäftsumfeld in der Landwirtschaft in Deutschland und weltweit. Hierfür werden jährlich Landwirte und Personen aus dem Agribusiness, der Wissenschaft und der Beratung zu ihren Einschätzungen zur wirtschaftlichen Situation und Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe, sowie zu Techniktrends und Innovationen in den einzelnen Betriebszweigen befragt. An der aktuellen Befragung im Winter 2025/26 nahmen insgesamt 1.772 Personen teil.