Materialreduktion ohne Einbußen bei der Funktionalität
Kreislauffähig und prozesssicher
aus: DLG-Lebensmittel 2/2026
Lightweighting entwickelt sich vom reinen Materialeinsparungsansatz zum integralen Bestandteil nachhaltiger Verpackungssysteme. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aus Folienstruktur, Maschinentechnik und Recyclingfähigkeit. Dass der Umstieg auf umweltfreundlichere Konzepte machbar und eine wirtschaftliche Chance ist, zeigt Südpack mit seinem Portfolio.
Lightweighting spart Material. Vor allem in Kombination mit recyclingfähigen Monostrukturen wird daraus ein zentraler Hebel für nachhaltige Verpackungssysteme. Angesichts steigender regulatorischer Anforderungen an Ressourceneffizienz und Kreislauffähigkeit – insbesondere durch die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) – rückt dies nun mehr denn je in den Fokus der Entwickler. Ihre Strategie: Moderne Folienkonzepte, die signifikantes Lightweighting ermöglichen, ohne Abstriche bei Stabilität, Barriere oder Prozesssicherheit. Südpack demonstriert dies mit seinen recyclingfähigen Beutelkonzepten aus der Folienfamilie Carbon-Lite:
Ein PE-basierter Standbodenbeutel aus Pure-PE mit Zipper für Reibekäse sowie ein PP-basierter Standbodenbeutel mit integriertem Spout für Fruchtpüree. Sie erreichen bei einer Materialstärke von 85 Mikrometer eine mit konventionellen Verbundlösungen vergleichbare mechanische Stabilität.
Gleichzeitig ermöglichen individuell einstellbare Barriereeigenschaften einen zuverlässigen Produkt- und Aromaschutz, sodass Lightweighting hier nicht zulasten der Funktionalität geht. Das Zippersystem auf PE-Basis zum Öffnen und Wiederverschließen der Packung lässt sich durch die hohe thermische Resistenz der Folien prozesssicher in die Flach- oder Standbodenbeutel integrieren. Die Spoutlösung weist eine vom Institut Cyclos-HTP zertifizierte Recyclingfähigkeit von 96 Prozent auf. Durch den konsequenten Einsatz von Monomaterialien lassen sich die Verpackungen zudem nach Gebrauch in bestehende Wertstoffströme überführen und erfüllen bereits heute die Anforderungen der PPWR für 2030.
Verpackungskompetenz trifft Folien-Expertise
Für die Herstellung der Standbodenbeutel kommt mit der FLH 300 von SN Maschinenbau eine horizontal arbeitende Beutelverpackungsmaschine zum Einsatz. „Die Verarbeitung recycelfähiger Verpackungsmaterialien ist komplexer und sensibler als bei konventionellen Materialien, was eine engere Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Verpackungsmaterialien erfordert“, erklärt Felix Eberhardi, Teamleiter Marketing bei SN Maschinenbau. Die horizontal arbeitende FFS-Anlage erreicht Ausbringungsleistungen von bis zu 270 Beuteln pro Minute und ermöglicht eine nahezu vollautomatisierte Formatumstellung über das HMI. Die hygienegerechte Ausführung unterstützt dabei die Verarbeitung sensibler Lebensmittel wie Reibekäse. Für Anwendungen mit kleineren bis mittleren Losgrößen steht mit der intermittierend arbeitenden HSF 100 eine Lösung zur Verfügung, die bis zu 70 Beutel pro Minute beziehungsweise rund 4.200 Spoutbeutel pro Stunde verarbeitet.
Info
Hochwertige Verpackungen sichern Haltbarkeit, Frische und Lebensmittelsicherheit. Mit der PPWR steigen zugleich die Anforderungen an Nachhaltigkeit. Zentrale Hebel sind die Reduzierung von Ressourcenverbrauch und CO₂-Fußabdruck durch effizientes Design sowie der verstärkte Einsatz von Rezyklaten, recyclingfähigen
Monomaterialien und biobasierten Alternativen.
Fisch und Seafood
Gerade bei sensiblen Lebensmitteln wie Fisch und Seafood zeigt sich, wie anspruchsvoll die Umsetzung von Lightweighting sein kann. Unregelmäßige Geometrien, scharfe Kanten, hohe Feuchtigkeit und kurze Haltbarkeiten erfordern Verpackungslösungen, die trotz reduziertem Materialeinsatz maximale mechanische Stabilität und Produktschutz gewährleisten. Als Schlüsseltechnologien kommen Skin-, MAP- und Vakuumverpackungen zum Einsatz, die hohe Anforderungen an Siegelfähigkeit, Durchstoßfestigkeit sowie Barriereeigenschaften erfüllen müssen. Moderne Folienkonzepte zeigen, dass sich diese Anforderungen zunehmend mit einem reduzierten Materialeinsatz vereinen lassen. Südpack bietet hierfür die Skinverpackung Skin-Pro, bei der eine dünne Oberfolie das Produkt vakuumgestützt umschließt. Dadurch werden auch komplexe Produktgeometrien und scharfkantige Strukturen sicher fixiert, das Aussaften reduziert und gleichzeitig die Haltbarkeit durch Sauerstoffentzug und definierte Barriereeigenschaften verlängert. In Kombination mit entsprechend ausgelegten Unterfolien auf Monomaterialbasis lassen sich zudem recyclingfähige Verpackungslösungen realisieren. Die Materialien sind dabei auf eine stabile und effiziente Verarbeitung auf gängigen Skin-Verpackungsmaschinen ausgelegt.
Viel Einsparpotenzial bei Tiefziehfolien
Ein deutliches Lightweighting-Potenzial zeigt sich bei Tiefziehfolien: Die Weichfolie Multifol Extreme ermöglicht im Vergleich zu konventionellen PA/PE-Strukturen eine Gewichtsreduktion von rund 30 Prozent. So kann eine 150 Mikrometer dünne Folie eine herkömmliche 200-Mikrometer-Struktur substituieren, ohne Einbußen beim Produktschutz. Neben der Materialeinsparung wirkt sich dies auch positiv auf Logistik und CO₂-Bilanz aus. Gleichzeitig überzeugt das Material durch hohe Durchstoßfestigkeit und Siegelperformance sowie gute Tiefzieheigenschaften mit großem Tiefzug. Dadurch ist eine prozessstabile Verarbeitung auf gängigen Tiefziehverpackungsmaschinen gewährleistet. Die Folie eignet sich für das MAP- oder Vakuumverpacken von fettigen, proteinhaltigen oder scharfkantigen Produkten wie frischem Lachsfilet, Weißfisch oder auch Heringsportionen sowie von Tiefkühlware.
Fleisch- und Wurstverpackungen
Spätestens mit Inkrafttreten der PPWR muss der Materialeinsatz für Fleisch- und Wurstverpackungen deutlich nachhaltiger sein. Für Südpack ein wichtiger Aspekt: Frisches Hackfleisch, Steaks, Koteletts, Streich- und Kochwurst, Schinken sowie Würstchen bleiben in einer Kunststoffverpackung, ob nun aus Verbundmaterialien oder recyclingfähigen Monomaterialien. Hintergrund sind die längere Haltbarkeit sowie der Schutz vor Aroma- und Frischeverlust bis zum Verzehr. Das zeigt sich beispielsweise bei der hochtransparenten Deckelfolie SafePeel Clear NT. Mit einer Materialstärke von 37 Mikrometer ist sie mehr als 25 Prozent dünner als vergleichbare Vorgängerlösungen, ohne Einbußen bei der Siegelperformance – selbst bei kontaminierten Siegelnähten. Damit lassen sich empfindliche Produkte wie Frischfleisch sicher verpacken und gleichzeitig Materialeinsparungen realisieren.