Ballaststoffe

Funktionelle Kohlenhydrate für Active Nutrition

aus: DLG-Lebensmittel 3/2026

Ballaststoffe und Kohlenhydratoptimierung werden in der Active Nutrition zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal, getrieben durch steigendes Verbraucherbewusstsein für metabolische Gesundheit und Healthy Aging. Wie funktionelle Rezepturlösungen entstehen, die Nährwertprofil und Prozessstabilität vereinen, zeigt Crespel & Deiters, der in sechster Generation familiengeführte Veredelungsspezialist.

Protein ist seit Jahren der Star im Active-Nutrition-Regal. Doch im Schatten des Proteinbooms hat sich ein zweiter, mindestens ebenso relevanter Trend etabliert: der Wunsch nach einer ausgewogenen Kohlenhydratbilanz und einer höheren Ballaststoffzufuhr.

Ernährungsstudien in Europa zeigen regelmäßig, dass ein Großteil der Bevölkerung die empfohlene tägliche Ballaststoffzufuhr nicht erreicht. Gleichzeitig steigt das Bewusstsein für Blutzucker-Management, metabolische Gesundheit und Gewichtskontrolle. Themen wie Healthy Aging, Prädiabetes und aktive Gewichtsreduktion sind längst keine Nischenthemen mehr. Sie betreffen breite Zielgruppen vom ambitionierten Freizeitsportler bis hin zum Best Ager, die ihre Leistungsfähigkeit erhalten möchten.

Bandnudeln, gekocht
© Crespel&Deiters

Für Hersteller ergibt sich daraus eine klare Aufgabe. Produkte sollen funktional überzeugen, ein verbessertes Nährwertprofil aufweisen und dennoch sensorisch attraktiv bleiben. Insbesondere im Bereich Backwaren, Snacks und Pasta stellt sich dabei immer wieder dieselbe Frage: Wie lässt sich der Ballaststoffanteil erhöhen und der relative Kohlenhydratanteil im Gesamtprodukt optimieren, ohne Struktur, Textur oder Prozessstabilität zu kompromittieren? Genau hier beginnt die eigentliche Formulierungsarbeit. 

Veredelungskompetenz als Schlüssel für moderne Rezepturlösungen

Crespel & Deiters, ein mittlerweile in sechster Generation familiengeführtes Unternehmen, hat sich in über 165 Jahren zu einem weltweit tätigen Veredelungsexperten entwickelt. Im Bereich Food liegt der Schwerpunkt auf funktionellen Ingredients aus pflanzlichen Rohstoffen, um maßgeschneiderte Lösungen für industrielle Anwendungen zu entwickeln. Ob Extrusion, Hydrolyse oder Modifikationen – die Zielsetzung lautet: Wie lässt sich aus einem pflanzlichen Rohstoff ein funktioneller Baustein entwickeln, der im Prozess stabil läuft und im Endprodukt einen klaren Mehrwert liefert? Gerade im Spannungsfeld zwischen Nährwertoptimierung und technologischer Performance zeigt sich diese Expertise. Eine innovative Rezeptur ist nur dann erfolgreich, wenn sie im industriellen Maßstab prozessstabil und reproduzierbar funktioniert. 

Funktionelle Stärke: Ein kleiner Hebel mit großer Wirkung 

Mit Lory Starch Elara steht Herstellern eine funktionelle Weizenstärke zur Verfügung, die gezielt zur Ballaststoffanreicherung eingesetzt werden kann. Sie ermöglicht es, den Ballaststoffgehalt im Endprodukt zu erhöhen und gleichzeitig den Anteil verfügbarer Kohlenhydrate im Gesamtprodukt zu reduzieren. Für Entwickler bedeutet das mehr Spielraum bei der Nährwertgestaltung. Produkte können klar auf Zielgruppen wie gesundheitsbewusste Konsumenten, sportlich Aktive, Personen mit Fokus auf Gewichts­management oder Best Ager ausgerichtet werden. Auch für Verbraucher mit einem sensiblen Blick auf ihren Kohlenhydratkonsum eröffnet sich eine attraktive Option: die Vereinbarkeit von Genuss ohne Reue dank eines optimierten Nährwertprofils.

Mann und Frau in der Lebeqsmittelhestellung bei der Justierung einer Maschine
© Crespel&Deiters

Praxisbeispiel: Pasta mit optimiertem Nährwertprofil

Wie sich Ballaststoffanreicherung, hoher Proteingehalt und ein optimiertes Kohlenhydratprofil konkret verbinden lassen, ohne Teigverarbeitung, Textur oder Kochstabilität negativ zu beeinflussen, zeigt eine beispielhafte Pasta-Rezeptur. Um den Proteingehalt zu erhöhen, können ergänzend Lory Protein sowie Weizengluten Vital eingesetzt werden. Das Ergebnis ist eine Pasta, die sich in Textur und Biss kaum von konventionellen Produkten unterscheidet, jedoch ein deutlich verbessertes Nährwertprofil aufweist. Für Hersteller bietet sich die Möglichkeit, unterschiedlichste Pasta-Varianten zu entwickeln. Die Grafik zeigt den Nährwert im Trockenprodukt. Auf dieser Basis kann das Endprodukt mit „hoher Proteingehalt“, „hoher Ballaststoffgehalt“ sowie „reduzierter Kohlenhydratgehalt“ ausgelobt werden, entsprechend den EU-Vorgaben zur Nährwertkennzeichnung, sofern ein geeignetes Vergleichsprodukt definiert wird. Gerade im Segment der funktionellen Teigwaren, in dem Konsumenten zunehmend auf Protein- und Ballaststoffangaben achten, entsteht hier ein klares Differenzierungspotenzial.

Neue Positionierungsmöglichkeiten für etablierte Produkte

Die strategische Relevanz funktioneller, nährwertoptimierender Lösungen geht über einzelne Anwendungen hinaus.  Hersteller können bestehende Produkte schrittweise reformulieren und gezielt auf unterschiedliche Zielgruppen zuschneiden. Marken-Sortimente lassen sich neu ausrichten oder, es können zusätzliche innovative Sub-Linien im Bereich Active Nutrition und Healthy Living entwickelt werden. Eine klassische Snacklinie kann um eine ballaststoffreiche Variante ergänzt werden. Oder die traditionelle Pasta wird mit der High-Protein- und High-Fibre-Positionierung als Sport-Produkt inszeniert. Backwaren verlieren mit einem verbesserten Nährwertprofil ihren schlechten Ruf als „ungesunde Dickmacher“ und überzeugen dennoch sensorisch. Entscheidend ist, dass die Optimierung des Nährwertprofils nicht zulasten von Geschmack, Mundgefühl oder Prozesssicherheit geht. Genau hier zeigt sich der Mehrwert funktionell veredelter Stärke- und Proteinlösungen.
 

Schema Nudelherstellung

Entwicklung zu einer neuen Rezeptur-Generation

Active Nutrition ist längst mehr als ein Sportlersegment. Der Markt entwickelt sich hin zu einem breiten Lifestyle-Ansatz, in dem metabolische Balance, Ballaststoffzufuhr und bewusster Kohlenhydratkonsum eine immer größere Rolle spielen. Für Hersteller bedeutet das nicht zwingend eine radikale Produktneuentwicklung. Oft reicht eine gezielte Reformulierung, um bestehende Konzepte neu auszurichten und ernährungsphysiologisch aufzuwerten. Entscheidend ist, dass die technologische Performance dabei stabil bleibt.

Mit Lory Starch Elara als funktionellem Stärke-Baustein und der Kombination mit leistungsfähigen Proteinlösungen von Lory Protein bietet sich ein praktikabler Weg, Produkte mit hohem Ballaststoff- und Proteingehalt sowie optimierter Kohlenhydratstruktur zu realisieren.

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