Digitalisierung, Fernwartung und datenbasierte Prozesse lassen OT und IT in der Lebensmittelindustrie zunehmend zusammenwachsen. Damit steigen auch die Risiken für moderne Produktionsumgebungen. Wie Unternehmen ihre Anlagen sicher vernetzen und wirksam vor Cyberangriffen schützen können, zeigt Endian mit seiner Secure
Digital Platform.
Die Digitalisierung der Lebensmittelindustrie schreitet voran und mit ihr die Vernetzung von Produktion und Lieferketten sowie die Erhebung von Daten. Für Produzenten schafft dies messbare Vorteile: Prozesse lassen sich effizienter steuern, Anlagenstillstände reduzieren und Lieferketten transparenter gestalten. Insbesondere Track-and-Trace-Systeme verbessern die Rückverfolgbarkeit temperatursensibler Produkte erheblich.
Zur Sicherheit verpflichtet
Mit zunehmender Digitalisierung rückt auch das Thema Cybersecurity stärker in den Mittelpunkt der Branche. Denn sobald Maschinen oder Produktionsanlagen mit dem Internet verbunden sind, entstehen potenzielle Einfallstore für Schadsoftware. Mehrere Cyberangriffe auf Unternehmen der Lebensmittelindustrie in den vergangenen Jahren haben gezeigt, wie verwundbar vernetzte Produktionsumgebungen sein können. Betreiber kritischer Infrastrukturen unterliegen daher besonderen Sicherheitsanforderungen und müssen hohe Standards der Informationssicherheit erfüllen.
Aufgrund der hohen Bedrohungslage sind Betreiber kritischer Infrastrukturen verpflichtet, umfangreiche Maßnahmen zur IT-Sicherheit und Resilienz umzusetzen. Mit der europäischen NIS2-Richtlinie sowie den regulatorischen Entwicklungen rund um das KRITIS-Dachgesetz steigen die Anforderungen kontinuierlich. Während sich die KRITIS-Regulierung vor allem an große Betreiber kritischer Anlagen richtet, betrifft NIS2 zunehmend auch mittelständische Unternehmen der Lebensmittelindustrie. Das deutsche NIS2-Umsetzungsgesetz trat Ende 2025 in Kraft.
Plattform für OT-/IT-Vernetzung und Security
Ein erster Schritt besteht darin, Transparenz zu schaffen. Anlagenbetreiber sollten einen Überblick über die digitale Struktur ihrer Produktionsumgebung sowie potenzielle Sicherheitsrisiken erhalten. Entsprechende Funktionen sind heute zunehmend Bestandteil von Operational Technology (OT-)Sicherheitsplattformen, wie sie etwa Endian für die Lebensmittelindustrie bietet. Die Secure Digital Platform ermöglicht die sichere Vernetzung von OT- und IT-Systemen, um Daten zu erheben und Fernwartungen durchzuführen. Gleichzeitig schützt ein mehrstufiges Sicherheitskonzept die vernetzten Komponenten vor Cyberangriffen.
Netzwerke segmentieren
Für die Cybersicherheit in immer stärker vernetzten Umgebungen ist die Netzwerksegmentierung die Grundlage. Sie sorgt dafür, dass Schadsoftware nicht von einer Anlage auf die nächste übergreifen kann, indem die Netze in kleinere Segmente unterteilt werden. Diese Unterteilung der Netze wird mithilfe von Security-Gateways umgesetzt. Die Endian 4i Edge Gateways sind mit mehreren fein aufeinander abgestimmten Cybersecurity-Tools ausgestattet. So lassen sich Produktionsdaten sicher erfassen und auswerten, um die Anlagenverfügbarkeit zu verbessern.
Sichere Fernzugriffe implementieren
Da die Datenverbindung in beide Richtungen funktioniert, sind auch Fernzugriffe möglich. Sollte einer der vernetzten Sensoren einen Fehler registrieren, der eventuell zu einer Gefährdung führt, so ist eine Überprüfung der Anlage per Fernzugriff möglich. Die Kommunikation ist per VPN verschlüsselt und abgesichert. Wartungsarbeiten, Fehleranalysen und Software-Updates lassen sich effizient durchführen, ohne die Produktionsumgebung zu gefährden.
Rollenbasierte Zugriffsrechte einsetzen
Für einen sicheren Fernzugriff spielt das Management von Zugriffsrechten eine entscheidende Rolle. Die Endian Secure Digital Platform ermöglicht eine granulare, rollenbasierte Vergabe von Zugriffsrechten. Anwender, Dienstleister oder Servicetechniker erhalten ausschließlich Zugriff auf genau die Systeme und Funktionen, die sie für ihre jeweilige Aufgabe benötigen. Dieser Zugriff lässt sich auch zeitlich begrenzen und vollständig protokollieren. Dies reduziert das Risiko von Fehlbedienung oder Missbrauch und unterstützt die Einhaltung regulatorischer Anforderungen und Audit-Vorgaben.
Zero-Trust-Prinzip
Auf dieser Basis lässt sich das Zero-Trust-Prinzip umsetzen, wie es im Kontext moderner NIS2-Strategien zunehmend empfohlen wird. Es beschreibt ein Sicherheitsmodell, bei dem keinem Zugriff vertraut wird, auch wenn er innerhalb eines Netzwerks stattfindet. Geräte, Nutzer und Anwendungen müssen sich eindeutig ausweisen, bevor eine Verbindung zugelassen wird. Damit erfüllt die Endian Secure Digital Platform die zentralen Anforderungen moderner Zero-Trust-Architekturen und schafft eine belastbare Grundlage für sichere vernetzte Produktionsumgebungen.
Drittanwendungen per Docker-Container
Die Auswertung von Maschinendaten erfolgt entweder über Software von Drittanbietern oder selbst entwickelte Anwendungen. Per Docker-Container lassen sich solche Lösungen schnell von einem Gateway auf das nächste übertragen. Dieser Vorgang lässt sich zudem automatisieren, um Ausrollzeiten zu verkürzen. Zudem tragen Docker-Container zur IT-Sicherheit bei, da Anwendungen voneinander isoliert betrieben werden können. Sollte ein Container ausfallen, arbeiten alle anderen weiterhin.
Security by Design
Unternehmen brauchen ein ganzheitliches Sicherheitskonzept, um ihre Produktionsumgebungen resilient und kontrollierbar zu halten. Die Endian Secure Digital Platform wurde nach dem Prinzip „Security by Design“ entwickelt, sodass Sicherheit auf jeder Entwicklungsstufe mit eingeplant ist. Außerdem ist die Plattform als On-Premises-
Lösung verfügbar. Unternehmen haben damit die Wahl, wo sie die Lösung hosten wollen, entweder im eigenen
Rechenzentrum, beim Systemhauspartner oder in der Cloud.