Trendwende am Schweinemarkt

Die fortgesetzt lebhafte Nachfrage nach Ferkeln, sowie das nur knapp ausreichende Angebot, lassen Ende Februar die Notierungen steigen. Das Angebot ist zum Angrillen knapp verfügbar. 

Lebhafte Nachfrage nach Ferkeln. Foto: Tönnies

Die Nachfrage nach Ferkeln entwickelt sich lebhaft. Das Angebot fällt dabei nur knapp ausreichend aus. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) erhöhte Ende Februar die Preise um weitere 3,50 auf 45,00 €/Stück. 

Das Kaufinteresse an schlachtreifen Schweinen nimmt merklich zu. Das Schlachtschweineangebot findet zügig seine Abnehmer.  Die VEZG hat Mitte Februar den Durchschnittspreis um 0,05 auf 1,50 €/kg Schlachtgewicht (SG) angehoben, die zweite Erhöhung innerhalb kurzer Zeit. Am Markt für Schlachtsauen überwiegen ausgeglichene Angebots- und Nachfrageverhältnisse, sodass auch in diesem Segment Marktbeobachter von steigenden Kursen ausgehen. Aktuell beträgt der Preis 0,78 €/kg SG.

Wenngleich die Kostendeckung nach Angaben der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschland (ISN) noch längst nicht erreicht ist, ist dies ein erster wichtiger Schritt für die Schweinehalter, um nach einer längeren Phase wirtschaftlicher Belastung wieder Perspektive zu gewinnen, teilt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mit. 

Angrillen Ende Februar

Für die kommenden Wochen stehen nach Ansicht von Marktbeobachtern die Vorzeichen am Schweinemarkt günstig. Das Angebot bleibe überschaubar, während auf der Nachfrageseite mit einer schrittweisen Belebung gerechnet wird. Insbesondere dürften die verhältnismäßig niedrigen Lagerbestände für die bevorstehende Grillsaison wieder aufgefüllt werden. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte der aktuelle Preisanstieg der Beginn einer nachhaltigeren Preiserholung sein, die der deutschen Schweinehaltung wieder eine auskömmliche wirtschaftliche Grundlage verschafft, so die Einschätzung des Branchenverbandes ISN. 

Schlachtgewichte sinken

Nachdem die Vermarktung schlachtreifer Schweine in vielen Regionen Deutschlands zum Jahresbeginn noch schleppend verlaufen war, hat sich der Markt inzwischen spürbar gedreht. Die mit dem Jahreswechsel entstandenen Überhänge konnten vollständig abgebaut werden, zugleich sind die Schlachtgewichte in den vergangenen Wochen kontinuierlich gesunken. Der Lebendmarkt zeigt sich damit aufnahmefähiger als noch zu Jahresbeginn. Mit Ankündigung der frühlingshaften Temperaturen nahm das Kaufinteresse an zusätzlichen Partien merklich zu, sodass sich für schlachtreife Tiere wieder zügige Vermarktungsmöglichkeiten bieten.

Diese Entwicklung spiegelt in der Auktion der Internet Schweinebörse am 19. Februar 2026 wider: Dort wurden Schweine zu einem Durchschnittspreis von 1,52 €/kg SG gehandelt. Der zunächst verhaltene Optimismus habe sich damit damit weiter gefestigt und in konkrete Preisimpulse umgesetzt. Die Ferkelpreise markierten mit  45 €/Stück die Aufwärtsphase. 

Angebotsdruck auf dem EU-Markt lässt nach

Am inländischen Fleischmarkt verläuft nach Angaben von Händlern das Geschäft saisonüblich ruhig und wartet auf zusätzliche Nachfrageimpulse. Gleichzeitig berichten Marktteilnehmer im europäischen Umfeld von einem nachlassenden Angebotsdruck. So hat sich der Absatz einzelner Teilstücke in Osteuropa sowie in verschiedenen Drittländern verbessert. Diese Impulse aus dem Drittlandsexport sind sowohl in Deutschland als auch EU-weit spürbar. In mehreren EU-Ländern hat sich dies auch bereits in steigenden Notierungen niedergeschlagen: In den Niederlanden wurde ein Plus von 5 Cent verzeichnet, in Belgien stiegen die Preise um 4 Cent und in Spanien um 2 Cent. Die festere Tendenz im europäischen Ausland wirkt sich stabilisierend auf den deutschen Markt aus, nachdem der Preisdruck aus dem EU-Umfeld in den vergangenen Wochen die hiesige Entwicklung spürbar gebremst hatte.

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Italien neigt zur Schwäche

Der europäische Schlachtschweinemarkt entwickelt sich uneinheitlich weiter. Während der italienische Markt den Trend zur Schwäche fortsetzt, ziehen die Notierungen in Belgien und Spanien leicht an. Überwiegend bleibt es bei ausgeglichen Marktverhältnissen.

Die Überhänge sind nach Aussagen der Marktteilnehmer in den verschiedenen EU-Mitgliedsländer weitgehend abgebaut und die Schlachtgewichte pendeln rückwärts. Der Fleischmarkt entwickelt sich uneinheitlich und ist parallel nach wie vor ausreichend versorgt. Die innereuropäische Nachfrage hält sich saisonbedingt in Grenzen, sodass ein Teil der Produktion zu dem aktuell vergleichsweise günstigen Kurs in die Gefrierlager wandert. Der Absatz von Schweinefleisch in Drittländer entwickle sich langsam, aber insgesamt vielversprechend, berichten Marktteilnehmer in verschiedenen EU-Ländern. Mit der neuen Regelung des philippinischen Landwirtschaftsministeriums, dass unter bestimmten Voraussetzungen die Anerkennung seuchenfreier Regionen in Bezug auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) innerhalb von Exportländern möglich sein soll, erwarten Marktteilnehmer steigende Exportchancen für beispielsweise Deutschland und Spanien.

Spanien unter Volllast

Die Notierungen in Belgien und Spanien legten in der laufenden Schlachtwoche um korrigierte 4 und korrigierte 2 Cent zu. In Belgien haben sich die Überhänge aufgelöst und die Schlachtunternehmen zeigen gutes Kaufinteresse an lebenden Schweinen. In Spanien schlachten die Schlachtunternehmen auf Volllast, um das derzeit niedrige Preisniveau zu nutzen. China habe nach einer Inspektion Ende Januar die Einfuhr von Schweinedärmen aus Spanien mit Ausnahme von Barcelona, wo die ASP in einem Bestand aufgetreten ist, genehmigt.

In den Niederlanden nimmt das Lebendangebot spürbar ab, doch technische Störungen in den Schlachtbetrieben behindern den Abfluss der Schweine. Der Absatz nach Osteuropa habe sich verbessert und auch der Export in Drittländer entwickle sich positiv.

Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown verweist auf einen weiter gut versorgten Fleischmarkt in der EU. Während sich einige Teilstücke gut verkaufen lassen, stünden andere unter Druck. Die Nachfrage in Europa sei noch gering.