Pflanzenbau

Pflanzmaschine für die Frühen

Spaß am Entwickeln von technischen Lösungen – so beschreibt Landwirt Volker Hack seinen Antrieb, Maschinen neu zu bauen. Eine Pflanzmaschine für die Handeinlage von vorgekeimten Kartoffeln entstammt seiner Werkstatt und wird heute von der Firma Henßen Agrarservice gebaut und vertrieben.

Die Pflanzmaschine für vorgekeimte Kartoffeln hat Volker Hack selbst entwickelt. Foto: Brammert-Schröder

Der Landwirt aus Bobenheim-Roxheim hat seinen Betrieb seit einigen Jahren auf biologische Bewirtschaftung umgestellt. Die wirtschaftlich bedeutendsten Kulturen sind Zwiebeln, Kartoffeln und Möhren, außerdem baut Volker Hack Winterweizen sowie Wintergerste und Triticale als Gemenge an. Wie die meisten Kartoffelbetriebe in der Vorderpfalz setzt auch Hack auf den Anbau von Frühkartoffeln. Die Schaffung einer guten Bodenstruktur für seine Kulturen hat oberste Priorität. Im Frühjahr wartet er lieber ein paar Tage länger, bis er seine Kartoffeln pflanzt. Die Pflanzmaschine für vorgekeimte Kartoffeln hat er selbst entwickelt. 

„Als die alte Cramer-Pflanzmaschine kaputtging, mit der wir immer die vorgekeimten Frühkartoffeln gepflanzt hatten, und es auf dem Markt keine passende Technik gab, habe ich überlegt, wie so eine Maschine aussehen sollte“, erklärt Hack. Er fängt an zu basteln, nutzt die Reste einer alten Pflanzmaschine von Gruse und konstruiert eine vierreihige Maschine, die seine Bedürfnisse erfüllt: sie muss leicht sein, keimschonend arbeiten und gute Arbeitsbedingungen für das Team bieten, das auf der Maschine sitzt. 
 

Vierreihige Maschine mit Handeinlage 

Herausgekommen ist eine vierreihige Pflanzmaschine mit 75 cm Reihenabstand und mit 3-Punkt-Anhängung, die sich gut für die Anforderungen an das Legen von vorgekeimten Kartoffeln eignet. Vier Personen sitzen gegen die Fahrtrichtung und legen die Kartoffeln von Hand auf die Legebänder, die schräg in den Legeschächten verlaufen. „Die Sitzflächen lassen sich verstellen, sodass die Mitarbeiter eine ergonomische Sitzposition einnehmen können. Die Kisten sind so angeordnet, dass die Kartoffeln mit kurzen Greifbewegungen entnommen werden können“, sagt Hack, der weiß, wie wichtig eine rückenschonende Sitzposition ist, wenn die Arbeitstage lang sind. Der Antrieb der Legebänder erfolgt mechanisch über die Räder der Maschine. Die Pflanzmaschine wird von fünf Personen bedient: einer ist für Beschickung der Vorkeimkisten verantwortlich, vier weitere Personen legen die Kartoffeln ein. Auf der Plattform und einer Ablage über den Legeschächten finden ausreichend Kisten Platz. Die Arbeitsplattform besteht aus Gitterrosten und ist klappbar. „Wir schaffen damit 3 ha pro Tag, an einem langen Arbeitstag auch 4 ha“, sagt Hack. Die Pflanztiefe lässt sich für jede Reihe einstellen. Die Kartoffeln werden in vorgezogene Dämme gelegt und danach von Scheiben zugedeckt, die einen guten Damm hinterlassen.

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„Den Prototyp der Maschine habe ich 2017 gebaut, und er läuft heute noch bei
einem Freund“, berichtet der Bio-Landwirt.nicht ohne Stolz. Elmar Henßen aus Heinsberg ist mit seinem Unternehmen Henßen Agrarservixe auf den Bau von Sondermaschinen für die Landwirtschaft und die Industrie spezialisiert und hat den Bau der Maschinen in Serie übernommen und entwickelt sie weiter. Optional können beispielsweise Zusatzritzel integriert werden, um den Pflanzabstand auf 16 cm zu verändern, oder Bausätze für Granulatstreuer und Beizvorrichtungen.
 

Passt für viele Betriebe 

„Damit lässt sich die Maschine auf die individuellen Bedürfnisse der Betriebe ausrüsten“, erläutert Hack. Inzwischen sind rund 35 Maschinen verkauft: 20 laufen in der Pfalz, einige auch in Österreich und in der Schweiz. Die Maschine kostet rund 25.000 € netto. Wer Ende Februar oder Anfang März die Frühkartoffeln in den Boden legen will, hat häufig mit Bodenbedingungen zu tun, die aufgrund von Feuchtigkeit Grenzen in der Befahrbarkeit haben. Volker Hack legt großen Wert darauf, mit so wenig Gewicht wie möglich über den Boden zu fahren. Auch deshalb schätzt er die Pflanzmaschine, die ein geringes Eigengewicht aufweist. 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie hier und ist in Kartoffelbau # 7 2026 auf den Seiten 36 bis 38 im DLG-Verlag erschienen.

Autorin: Imke Brammert-Schröder

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