Hinter dem EAF-Netzwerk stehen Landwirtinnen und Landwirte aus ganz Europa, die ihre ganz eigenen Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven in die Branche einbringen. Mit dieser Interviewreihe möchten wir die Menschen hinter dem Netzwerk vorstellen, die Realitäten ihrer täglichen Arbeit beleuchten und zeigen, wie der internationale Austausch die Landwirtschaft in ganz Europa stärken kann.
Diesmal erzählt Wilhelm Bommers, Landwirt aus Belgien, warum er dem EAF beigetreten ist, was er am Club schätzt und welchen Themen sich das Netzwerk in der nächsten Zeit widmen sollte.
Warum sind Sie im EAF?
Es war vor zwanzig Jahren, auf dem Study Trip nach Andalusien, dass ich zum ersten Mal an einer Veranstaltung des EAF teilgenommen habe. Ich war sofort begeistert vom Austausch, der dort unter dem Leitmotiv „Passion Landwirtschaft“ gepflegt wurde.
Was schätzen Sie am EAF besonders?
Dank der Clubaktivitäten konnte ich im Laufe der Jahre Landwirtschaft in den unterschiedlichsten Regionen Europas kennenlernen. Ich habe gelernt, mit welchen Schwierigkeiten unsere Berufskolleginnen und -kollegen bei unterschiedlichsten Klima- und Bodenverhältnissen zu kämpfen haben und wie sie damit umgehen. Interessant finde ich immer wieder, wie gesetzliche Vorgaben sowie politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen sich auf betriebliche Entscheidungen und Entwicklungen auswirken.
Darüber hinaus schätze ich den Austausch mit kompetenten Berufskolleginnen und - kollegen verschiedenster Herkunft und mit unterschiedlichstem betrieblichem Hintergrund. Und ich schätze die Möglichkeit, mich als Person in den Club einzufügen und selbst einzubringen.
Es scheint landesspezifische Eigenschaften zu geben, die unsere Branche weiterbringen. Risikobereitschaft ist eine davon, Entscheidungsfreude eine andere.
Was war Ihr größter Erkenntnisgewinn durch den EAF bisher?
Im Ackerbau bestimmen Klima und Boden in erster Linie, wie wir wirtschaften. Die Entwicklung der Betriebsstrukturen wird aber auch maßgeblich durch gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen mitgestaltet. Außerdem fällt mir auf, dass vor allem in den dicht besiedelten Teilen Europas die Bürgerinnen und Bürger ein sehr kritisches Auge darauf werfen, wie Landwirtschaft produziert wird.
Und natürlich sind es die Menschen selbst. Es scheint landesspezifische Eigenschaften zu geben, die unsere Branche weiterbringen. Risikobereitschaft ist eine davon, Entscheidungsfreude eine andere.
Welche Themen müssen wir in den kommenden Monaten unbedingt diskutieren?
In Europa sind die Produktionsbedingungen in vielen Bereichen ungleich. Zugang zu Land, Pacht oder Kauf lässt sich nicht einfach ändern. Aber ich finde, es wäre sehr interessant, die Kostenstrukturen genauer zu beleuchten, zum Beispiel:
- Dünger-, Saatgut- und Pflanzenschutzmittelpreise,
- Maschinen- und Reparaturkosten,
- Lohnkosten und Soziallasten,
- die Nachbauregelung bei Saatgut, sowie
- Umweltauflagen.
Wem würden Sie den EAF empfehlen, und warum?
Ich würde den EAF Menschen empfehlen, die Passion für die Landwirtschaft haben und am Puls der Zeit sind. Sie sollten offen für Diskussionen sein, auch über Fachthemen hinaus, und den Erfahrungsaustausch suchen, um Erfolge und Misserfolge zu teilen. Und ganz wichtig: Der EAF ist ein Club, und die Mitglieder sollten sich auch entsprechend einbringen.