Neues DLG-Merkblatt: Verwertung von strohbasiertem Pferdemist auf Grünland

DLG-Merkblatt 510 erläutert Verwertungsmöglichkeiten und -bedingungen von strohbasiertem Pferdemist konkret und praxisnah – Ausbringtechnik und -zeitpunkt –weitere Düngemaßnahmen, Lagerung und Rotteprozess

Die Nutzung von strohbasiertem Pferdemist als organischer Dünger ist eine effiziente und nachhaltige Möglichkeit, um Pflanzen mit essenziellen Nährstoffen zu versorgen, die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Um die Praxis der Mistverwertung in Pferdebetrieben zu analysieren, führte der DLG-Arbeitskreis Pferd im Herbst 2024 eine bundesweite Umfrage zur Verwertung von Pferdemist auf Grünland durch, an der knapp 300 Betriebe aus zwölf Bundesländern teilnahmen. Basierend auf den Umfrageergebnissen sowie unter Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse gibt das DLG-Merkblatt 510 „Verwertung von strohbasiertem Pferdemist auf Grünland“ Empfehlungen, inwieweit die Nutzung von Pferdemist in pferdehaltenden Betrieben sinnvoll ist und worauf bei der Verwertung von strohbasiertem Pferdemist auf Grünland geachtet werden sollte.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass rund die Hälfte der befragten Betriebe keinen Pferdemist auf ihren Grünlandflächen ausbringt. Da der Pferdemist aber grundsätzlich ein wertvoller Nährstoffträger mit humusbildenden Eigenschaften ist, stellt seine Verwertung im eigenen Betrieb unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten eine sinnvolle Maßnahme dar. Im Merkblatt wird erläutert, welche Rolle Lagerung und Rotteprozess für Qualität und Nutzbarkeit des Mistes spielen und warum es unerlässlich ist, den Pferdemist vor Ausbringung zu hygienisieren.

Auf diese Umstände gehen zwei der Autorinnen des Merkblatts, Dr. Madeline Meyer und Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, im Interview ein. Darin thematisieren sie zudem, welchen Einfluss die Zusammensetzung des Mistes auf seine Nutzbarkeit als Dünger hat: „Die Zusammensetzung von Pferdemist war früher in vielen Fällen anders. Häufig fielen hauptsächlich leicht verrottende Pferdeäpfel an, die zeitnah ausgebracht werden konnten“, beschrieb Dr. Madeline Meyer. „Heute gibt es Vorgaben zum Tierwohl zur Einstreumenge in der Box. Dadurch ist der Strohanteil im Pferdemist deutlich gestiegen. An diesen höheren Strohanteil sind zusätzliche Anforderungen an die Aufbereitung gebunden.“
Das ausführliche Interview lesen Interessierte online.  

 Verfasst wurde das DLG-Merkblatt 510 von Antje Kerber, Hauptgestüt Graditz, Dr. Madeline Meyer und Dr. Astrid von Velsen-Zerweck, beide Haupt- und Landgestüt Marbach, Katja Wagner, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, und Susanne Gäckler, DLG-Fachzentrum Landwirtschaft und Lebensmittel mit Unterstützung durch den DLG-Arbeitskreis Pferd.

Das DLG-Merkblatt 510 „Verwertung von strohbasiertem Pferdemist auf Grünland“ steht online zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Bild: © Haupt- und Landgestüt (HuL) Marbach/Meyer



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