Resiliente Agrar- und Ernährungswirtschaft in neuen Bedrohungslagen
Cyberangriffe, Sabotage und dadurch bedingte Ausfälle kritischer Infrastrukturen, Lieferkettenstörungen und Desinformation können unmittelbar oder mittelbar die Lebensmittelversorgung beeinträchtigen. Mit den Angriffen auf die Energieinfrastruktur und der hohen Gefahrenlage ist die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung in den Fokus der Sicherheitspolitik gerückt. Zudem steht die Handlungsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Falle von Bedrohungslagen auf der Tagesordnung.
Das DLG-Kolloquium 2026 nimmt diese angespannte Lage zum Anlass, um die gegenwärtige Widerstandsfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft gegenüber Bedrohungslagen zu analysieren. Diskutiert werden soll gemeinsam mit Verteidigungsexperten, wie die Bedrohungslage Deutschlands realistisch zu beurteilen ist. Davon ausgehend ist Thema, wie Risiken frühzeitig erkannt und Systeme so abgesichert werden können, dass sie Störungen und im Ernstfall auch Angriffen bestmöglich standhalten. Diese Fragestellung analysieren Sicherheitsexperten gemeinsam mit Vertretern der Wertschöpfungskette vom Landwirt bis zum Lebensmitteleinzelhandel.
Eine resiliente Lebensmittelversorgung setzt zudem voraus, dass Unternehmen, Behörden und weitere Akteure ihre Aufgaben in der Prävention und im Ernstfall klären. Dazu gehören die Fähigkeit, die Produktion in einer Krise aufrechtzuerhalten oder rasch wieder aufzunehmen, ebenso wie abgestimmte Maßnahmen an den Schnittstellen zwischen Staat und Wirtschaft. Das Kolloquium diskutiert daher auch, wie das Krisenmanagement organisiert sein muss, um die Lebensmittelversorgung auch bei erheblichen Störungen aufrechtzuerhalten.
Ernährungssicherheit setzt aber auch voraus, dass die landwirtschaftliche Produktionsbasis aus sich heraus resilient ist. Dafür ist ein wirksamer Pflanzenschutz ein essentieller Faktor. Zu einem modernen Pflanzenschutzkonzept zählt neben vielfältigen ackerbaulichen Ansätzen auch ein auskömmliches Spektrum an verfügbaren chemischen Pflanzenschutzwirkstoffen. Dieses Spektrum ist in den vergangenen Jahren immer stärker eingegrenzt worden. Inwieweit die europäische Wirkstoffzulassungspraxis sowie die zunehmend eingeschränkte Herstellung von Pflanzenschutzmitteln in Europa ein Risiko für die Resilienz des Ernährungssystems darstellt, analysieren Expertinnen und Experten aus Praxis, Wissenschaft und Branche auf dem DLG-Kolloquium 2026.
Tagungsort
Hotel Aquino
Tagungszentrum Katholische Akademie
www.hotel-aquino.de
Termin
08.12.2026, 09:30 – 16:15 Uhr
Kontakt
Dr. Achim Schaffner
DLG e.V.
Tel.: + 49 69 24788-321
A.Schaffner@DLG.org
Tagungsgebühr
70,– € inkl. der gültigen MwSt
40,– € Studierende
Die Tagungsgebühr wird vorab per Rechnung erhoben und umfasst die Teilnahme am Fachprogramm sowie die während der Tagung angebotenen Speisen und Getränke.
Stornogebühren
Bei Stornierung nach dem Anmeldeschluss oder bei Nichterscheinen fällt die volle Tagungsgebühr an. Ersatzteilnehmer sind möglich.
Ansprechpartnerin
Silke Springer
Tel.: +49 69 24788-301
S.Springer@DLG.org
Programm
09:30 Uhr Begrüßung und Eröffnung |
09:45 Uhr Hybride Angriffe, Sabotage, Desinformation: Wie ist die Bedrohungslage Deutschlands zu beurteilen? |
10:45 Uhr Krisenfähigkeit der Agrar- und Ernährungswirtschaft stärken: Risiken erkennen, Resilienz aufbauen |
11.45 Uhr Pause |
12:45 Uhr Von der Lieferkette bis ins Regal: Krisenvorsorge im Lebensmitteleinzelhandel |
13:45 Uhr Kaffeepause |
14:15 Uhr Ukrainische Landwirtschaft im Krieg – wie lässt sich die Produktion aufrecht erhalten? |
15:15 Uhr Schleppende Zulassung, lange Verfahren: Wie sicher ist Europas Versorgung mit Pflanzenschutzmitteln?“ |
16:15 Uhr Ende der Veranstaltung |