Wilhelm-Rimpau-Preis: Preisträger wurden auf DLG-Feldtagen ausgezeichnet
Nachwuchsförderpreis der DLG – Preis zielt auf innovative und praxisrelevante Bachelor- und Masterarbeiten in der Pflanzenproduktion ab – Insgesamt 25 Arbeiten eingereicht – Preisträgerin und Preisträger sind Pauline Toffel, Lars Erik Thomsen, Peter Pütz – Preise auf den DLG-Feldtagen 2026 am IPZ Bernburg verliehen
Auf den DLG-Feldtagen am 16. Juni 2026 hat die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung die drei Siegertitel aus den insgesamt 25 eingesendeten Bachelor- und Masterarbeiten mit dem Wilhelm-Rimpau-Preis ausgezeichnet. Lars Erik Thomsen von der Universität Hohenheim erhielt den 1. Preis, dotiert mit 2.000 €. Von der Technischen Universität Braunschweig wurde Pauline Toffel mit dem zweiten Preis (1.500 €) ausgezeichnet. Drittplatzierter wurde Peter Pütz, Fachhochschule Südwestfalen Soest, der 1.000 € erhielt. DLG-Präsident Hubertus Paetow überreichte die Urkunden an die Preisträgerin und Preisträger.
Die Preisträgerin und Preisträger wurden von der Fachjury ausgewählt, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Mitarbeitenden des DLG-Fachzentrums für Landwirtschaft und Lebensmittel zusammensetzt.
Urkunden feierlich übergeben
Drittplatzierter Peter Pütz sagte nach seiner Auszeichnung durch den DLG-Präsidenten Paetow: „Gerne möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken, besonders bei Prof. Dr. Verena Haberlah-Korr seitens der FH Soest, beim betreuenden Unternehmen Pfeifer & Langen sowie bei Dr. Alexander Ungru und Dr. Marlise Meer-Rohbeck als meine Betreuer. Natürlich bedanke ich mich auch bei der DLG für die Verleihung des Preises. Mit einer Platzierung habe ich nicht gerechnet und freue mich daher umso mehr.“
„Ich möchte mich beim Julius-Kühn-Institut und bei Dr. Meike Brandes bedanken, dass sie mir die Möglichkeit geboten haben, mich mit diesem wichtigen Thema im Bereich des integrierten Pflanzenschutzes beschäftigen zu können“, freute sich die Zweitplatzierte Pauline Toffel, nachdem sie die Urkunde von DLG-Präsident Paetow entgegen genommen hatte.
Erstplatzierter Lars Erik Thomsen zeigte sich bewegt: „Ich hätte nie damit gerechnet, den ersten Platz zu belegen, deshalb freue ich mich riesig darüber. Noch mehr, da ich mich selbst nicht beworben hätte, sondern durch meinen Prüfer Prof. Dr. Jochen Reif intensiv dazu motiviert wurde. Das macht einige Stunden am Schreibtisch wieder wett“, sagte er, nachdem er die Urkunde von DLG-Präsident Paetow überreicht bekam.
Erster Preis: Lars Erik Thomsen
Nach einer Ausbildung zum staatlich geprüften Agrarwirtschaftlich-technischen Assistenten im Bereich Pflanzenproduktion studierte Lars Erik Thomsen zunächst an der Fachhochschule Kiel im Bachelor und anschließend an der Universität in Hohenheim im Master Agrarwissenschaften. Aktuell arbeitet er als Doktorand an der Professur für Biometrie und Populationsgenetik der Justus-Liebig-Universität Gießen. Lars Erik Thomsen wurde für seine Masterarbeit mit dem Titel „Integrating genomic prediction into an applied wheat breeding program“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Er untersuchte in seiner Arbeit, wie phänotypische und genotypische Daten aus unterschiedlichen Zuchtgenerationen optimal kombiniert werden können, um die Vorhersagefähigkeit genomischer Modelle zu maximieren. Er analysierte dabei reale Daten eines kommerziellen Winterweizenzuchtprogramms. Besonders bemerkenswert ist die Praxisnähe seiner Ergebnisse: Thomsen konnte zeigen, dass nicht die bloße Vergrößerung von Datensätzen, sondern die gezielte Nutzung qualitativ hochwertiger und heritabler Phänotypen die Vorhersagegenauigkeit entscheidend bestimmt. Seine Masterarbeit besticht durch analytische Stärke, präzise statistische Umsetzung, klar strukturierte Argumentation und eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Anwendung. Damit erfüllt diese Arbeit die Kriterien des Wilhelm-Rimpau-Preises in herausragender Weise.
Zweiter Preis: Pauline Toffel
Pauline Toffel studierte in Braunschweig Umweltnaturwissenschaften im Bachelor und Master, welchen sie im Februar 2026 erfolgreich abschloss. Seither ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Julius Kühn-Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und urbanem Grün angestellt. Sie wurde ausgezeichnet für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Kontrolle und Schadpotential des Gefleckten Kohltriebrüsslers (Ceutorhynchus pallidactylus) in Winterrapsbeständen“. Dafür vergab die Jury den 2. Platz. In ihrer Masterarbeit widmete sich Frau Toffel einer hochaktuellen Fragestellung des integrierten Pflanzenschutzes: der kritischen Bewertung des tatsächlichen Schadpotenzials des Gefleckten Kohltriebrüsslers, eines bedeutenden Rapsschädlings, sowie der Wirksamkeit gängiger Bekämpfungsstrategien. Die Arbeit überzeugt durch eine sehr umfangreiche Datenerhebung, eine klare Struktur, methodische Sorgfalt und eine praxisnahe Einordnung der Ergebnisse. Sie liefert wertvolle Impulse für einen ressourcenschonenden und zukunftsfähigen Pflanzenschutz. Damit erfüllt diese Masterarbeit in besonderem Maße die Kriterien des Wilhelm-Rimpau-Preises.
Dritter Preis: Peter Pütz
Nach seinem Bachelorstudium in Bonn wechselte Peter Pütz für das Masterstudium an die FH Südwestfalen Soest, wo er im Mai 2024 seinen Master abschloss. Seitdem ist er Anbauberater für Zuckerrüben bei Pfeifer & Langen; in Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen entstand die ausgezeichnete Masterarbeit. Darüber hinaus leitet er seit 2020 den Ackerbau auf dem im Nebenerwerb geführten Familienbetrieb. Pütz wurde für seine Masterarbeit mit dem Titel „Versuche zur integrierten Regulierung von Cercospora beticola (Sacc.) in Zuckerrüben mit Hilfe von Prognosemodellen“ ausgezeichnet. Damit widmete er sich einer der zentralen Herausforderungen im modernen Zuckerrübenanbau: der wirksamen und zugleich nachhaltigen Regulierung der Blattkrankheit Cercospora beticola. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob digitale Prognosemodelle, die bislang in der Praxis üblichen Schadschwellenkonzepte ersetzen oder verbessern können. In einer Versuchsreihe an acht Standorten verglich er drei Prognosemodelle. Die Ergebnisse zeigen, dass Prognosemodelle zu einer geringeren Befallsausbreitung, höheren Zuckererträgen und häufig zu einem wirtschaftlichen Mehrwert führen können. Besonders deutlich wird dabei die Bedeutung des richtigen Behandlungstermins. Ebenfalls hervorzuheben ist die hohe Praxistauglichkeit: Die Modelle liefern standortbezogene, ökonomisch relevante Entscheidungshilfen und erzielen vielfach deutliche Mehrerlöse für landwirtschaftliche Betriebe. Damit leistet diese Arbeit einen innovativen Beitrag zur digitalen Transformation im Pflanzenbau – ganz im Sinne des Wilhelm-Rimpau-Preises.
Der Wilhelm-Rimpau-Preis
Mit dem Wilhelm-Rimpau-Preis zeichnet die DLG seit vielen Jahren herausragende Abschlussarbeiten aus, die nicht nur wissenschaftlich überzeugen, sondern zugleich einen klaren Bezug zur landwirtschaftlichen Praxis haben. Es geht um Arbeiten, die Antworten auf reale Fragestellungen liefern, die in Betrieben, in der Beratung, in der Züchtung oder entlang der Wertschöpfungsketten dringend gebraucht werden. Der Preis trägt den Namen Wilhelm Rimpaus, einer der prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Agrarwissenschaften und ein früher Wegbereiter der DLG. Wilhelm Rimpau gilt zu Recht als Vater der deutschen Pflanzen- und Getreidezüchtung. Er verband ein tiefes naturwissenschaftliches Verständnis mit Ausdauer, Genauigkeit und vor allem mit einem ausgeprägten Blick für die praktische Anwendung seiner Forschung. Sein Ziel war es stets, Fortschritt konkret nutzbar zu machen – für Landwirtinnen und Landwirte ebenso wie für Züchtung und Beratung. Dieser Anspruch ist auch heute hochaktuell.
Unterstützt wird der Preis in diesem Jahr von der K+S Aktiengesellschaft, KWS SAAT SE & Co. KGaA und Timac AGRO Deutschland GmbH.
Ansprechpartnerin im DLG-Fachzentrum für Landwirtschaft und Lebensmittel ist Kerstin Hau, zu erreichen unter Tel.: +49 69 24788-375 oder per E-Mail: nachwuchspreise@dlg.org
Bildmaterial
Bildautor: © DLG/T.Jaworr und DLG/S.Pförtner
Bildunterschrift:
Gruppenfoto: DLG-Präsident Hubertus Paetow (3. v.li.) überreichte die Urkunden an die Platzierten Lars Erik Thomsen (4. v.li.), Pauline Toffel (5. v.li.) und Peter Pütz (5. v.re.).
Bild 1: Erstplatzierter Lars Erik Thomsen (Mitte) mit (von links) DLG-Präsident Hubertus Paetow, Dr. Lisa Bohn, Staatssekretärin im BMLEH, Martina Englhardt-Kopf und Ministerpräsident Sachsen-Anhalt, Sven Schulze.
Bild 2: Zweitplatzierte Pauline Toffel (2. v.re.) mit (von links) Wiebke Lühr, DLG-Präsident Hubertus Paetow, Staatssekretärin im BMLEH, Martina Englhardt-Kopf und Ministerpräsident Sachsen-Anhalt, Sven Schulze.
Bild 3: Drittplatzierter Peter Pütz (2. v.re.) mit (von links) Dr. Bruno Görlach, DLG-Präsident Hubertus Paetow, Staatssekretärin im BMLEH, Martina Englhardt-Kopf und Ministerpräsident Sachsen-Anhalt, Sven Schulze.
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