Paludikulturen ernten: FNR informiert in Kooperation mit DLG zu Technik, Bodenschonung und Förderung

FNR-Online-Seminar am 11. November 2026 – DLG-Präsident Paetow im Grußwort: Moorschutz und Produktion zusammendenken – mit fachlichen Vorträgen zu Technik, Bodenschonung und Förderung – Anmeldung ab sofort möglich

Am 11. November dreht sich beim Online-Seminar der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) alles um die bodenschonende Ernte von Paludikulturen auf wiedervernässten Moorflächen. Auf dem Programm stehen Beiträge aus den Modellvorhaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums, von einem Hersteller und vom Kompetenzzentrum Natürlicher Klimaschutz (KNK), das zur Palu-Förderrichtlinie des Bundesumweltministeriums informiert. Das Seminar findet in Kooperation mit der DLG (Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft) statt. Hubertus Paetow, Präsident der DLG, eröffnet das Seminar mit einem Grußwort, in dem er auf die Zusammenhänge von Moorschutz und landwirtschaftlicher Produktion eingeht.

Wer heute auf Flächen mit hohem Wasserstand arbeiten will, kann entweder angepasste Standardtechnik aus der Grünlandbewirtschaftung oder aber Spezialtechnik einsetzen. Letztere steht z. B. für die Schilfmahd zur Gewinnung von Dachdecker-Reet seit langem zur Verfügung, ist aber nicht für jede Paludikultur geeignet. Parallel werden neue Lösungen entwickelt und erprobt, die von selbstfahrenden Raupen bis hin zu Mähdrohnen reichen. Egal, ob alter oder neuer Ansatz, essentiell ist ein möglichst geringer Bodendruck, denn nasse Flächen sind besonders anfällig für Narbenschäden und Festfahren. Das FNR-Onlineseminar greift diese Themen auf. Die Beteiligung der DLG ist hierbei folgerichtig: Rund sieben Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland sind Moorböden, die Berechnungen zufolge rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Emissionen ausmachen. Was das für die landwirtschaftliche Produktion bedeutet, lässt Hubertus Paetow in seinem Grußwort anklingen. Vier Referierende vertiefen diese Aspekte beim Seminar aus verschiedenen Blickwinkeln.

Zum Programm
Die wirtschaftliche Nutzung wiedervernässter Brandenburger Niedermoore steht im Zentrum des Modellvorhabens WetNetBB. Die Forschenden setzen hier ausschließlich auf durch natürliche Sukzession entstehende Nasswiesen. Die Koordinatorin, Professorin Annette Prochnow vom Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V. (ATB), erläutert beim Seminar die Befahrbarkeit solcher Flächen. Seit ihrer Gründung entwickelt die Firma mera rabeler Technik für die Landschaftspflege an speziellen Standorten wie Mooren. Dazu gehört u. a. eine ferngesteuerte Leichtbauraupe zur Ernte von Torfmoosen. Christian Wentzien, Geschäftsführer von mera Rabeler, gibt einen Überblick über das Angebot an Spezialtechnik für kleine und große Moorflächen.

Was der Markt für Paludi-Erntetechnik bereits zu bieten hat, das können Interessierte auch auf paludiscout.de recherchieren. Die Informationsplattform macht technische Lösungen und Dienstleistungen für die Bewirtschaftung nasser Moore sichtbar und vernetzt Hersteller, Dienstleister und Anwender miteinander. Bas Spanjers von der Universität Greifswald stellt das Angebot vor.

Parallel dazu gibt es mit paludi-boerse.de einen Onlinemarktplatz, auf dem Anbieter und Nachfrager Paludibiomasse inserieren bzw. suchen können.

Am 2. November wird das Modul 4 der Palu-Förderrichtlinie für die Interessensbekundung von Antragstellern freigeschaltet. Es unterstützt u. a. den Kauf von neuer und die Anpassung vorhandener Technik für die nasse Bewirtschaftung mit bis zu 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Zu den Details informiert Kevin Keiner vom KNK.

Zum Hintergrund
Welche Pflege- und Erntelösung für welche Kultur praxistauglich und bodenschonend funktioniert, das wird systematisch in den Modell- und Demonstrationsvorhaben erhoben, die das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH) aktuell fördert. Dazu gehören neben WetNetBB die Vorhaben RoNNi (Schwerpunkt Rohrkolben), LivingLabTeufelsmoor (Schwerpunkt Nasswiesenbiomasse, v. a. Seggen), MOOSland (Schwerpunkt Torfmoos), MOOReturn (Schwerpunkt Nasswiesenbiomasse, v. a. Seggen) und die PaludiZentrale (Koordination und Wissenstransfer für alle fünf Projekte). Die Vorhaben zeichnen sich durch eine besonders lange Laufzeit von bis zu zehn Jahren aus und behandeln neben Fragen der Wiedervernässung und des Anbaus insbesondere auch solche zur Verwertung der Biomasse.

Zur Anmeldung gelangen Interessierte hier.

Foto: Michael Succow Stiftung

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PM_20261020_FNR-DLG_Paludi-Webinar.pdf