Neu aufgelegtes DLG-Merkblatt: Getreide sicher lagern

DLG-Merkblatt 425 erläutert Reinigung, Trocknung, Kühlung und Lagerung von Getreide – Risikofaktoren werden aufgezeigt – Präventionsmaßnahme Kühlung wird näher beleuchtet – kostenloser Download online

Getreide muss handelsüblich, also grundsätzlich gereinigt und weitgehend frei von jeglichen Rückständen, sowie gesund sein, um als lagerfähig zu gelten. Dennoch gilt es, gewisse Risikofaktoren bei der Getreidelagerung zu kennen und diesen vorzubeugen. Im neu aufgelegten DLG-Merkblatt 425 „Getreide sicher lagern. Reinigen, Trocknen, Kühlen“ werden diese Risiken aufgezeigt und Handlungsempfehlungen gegeben, um ihnen vorzubeugen. Zu den Präventionsmaßnahmen gehören die Reinigung des Getreidelagers, die Trocknung beziehungsweise Kühlung und die Temperaturüberwachung des Lagergutes. 

Erfolg und Misserfolg der Lagerung hängen im Wesentlichen von vier Einflussgrößen ab. Die beiden wichtigsten Einflussfaktoren sind Gutfeuchte und die Temperatur im Schüttgut. Beide Parameter lassen sich mit entsprechenden Messgeräten (Thermometer und Hygrometer) ermitteln. Nichteichfähige Messgeräte zur Ermittlung der Gutfeuchte sind kostengünstig. Für diese einfachen Messgeräte sprechen die kompakten Abmessungen und das geringe Gewicht. Diese Feuchtigkeitsmessgeräte sind gut zu transportieren und somit flexibel einsetzbar. Um die ungefähre Abweichung zu ermitteln, empfiehlt es sich, jedes Jahr ein paar Proben auf dem eigenen und einem geeichten Gerät zu messen. Auch sollte vor dem Kauf darauf geachtet werden, dass das Feuchtigkeitsmessgerät beim Messvorgang die Temperaturunterschiede zwischen Umgebung und Probe ausgleichen kann.

Transport- und Beförderungstechnik berücksichtigen
Nicht nur das Lager spielt bei der Aufbewahrung von Getreide und Ölsaaten eine Rolle, sondern auch die Technik für den Transport zum Lager- und die Fördertechnik im Lager. Unter anderem darauf geht Ralph Kolb von FrigorTec, Mitautor des DLG-Merkblatts, im Interview ein:

„Schädlinge sind im Getreide und auch in der Technik. Vor allem beim Transport mit Anhängern, die Holzbohlen haben, gibt es Ritzen, in denen Getreidekörner stecken. Dort überleben die Schädlinge, sie haben Nahrung und gut geeignete Plätze für die Eiablage. Auch in Elevatoren, Becherelevatoren, Trogkettenförderern und Trocknern kann noch etwas Getreide liegen. Dort ist der Käfer dann unterwegs, überlebt den Winter und hat im Frühjahr gleich wieder etwas zu fressen. Ein neu angebautes Getreidelager ist also nicht automatisch käferfrei, denn die Käfer kommen mit dem Getreide ins Lager.“ Im Interview weist Kolb auch darauf hin, dass eine Kühlung des Lagergutes – trotz eventuellem Schädlingsbefall – dazu beiträgt, Getreide oder Ölsaaten sicher und qualitätserhaltend zu lagern.

Interessierte lesen das ausführliche Interview online.

Verfasst wurde das DLG-Merkblatt 425 von Albert Spreu, RKL e. K., Rendsburg, Ralph E. Kolb, FrigorTec, und Malte Bombien, Schwedeneck.

Das DLG-Merkblatt 425 „Getreide sicher lagern. Reinigen, Trocknen und Kühlen“ steht online zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Bild: © Sven Petersen, AdobeStock

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