Intelligente Tierhaltung: Produktivität nachhaltig steigern
10. bis 13. November 2026 in Hannover – Leitthema „Intelligence in animal farming“ – Robotik und Künstliche Intelligenz in der Tierhaltung – DLG-Spotlight „Barn Robot Event“ – www.eurotier.com
Steigende Kosten, Fachkräftemangel und wachsende Anforderungen an Tierwohl und Nachhaltigkeit stellen die Tierhaltung vor Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik neue Wege, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten, Tiergesundheit zu überwachen und Ressourcen gezielter einzusetzen. Die EuroTier 2026 zeigt vom 10. bis 13. November in Hannover unter dem Leitthema „Intelligence in Animal Farming“, wie intelligente und vernetzte Lösungen Produktivität, Tierwohl und Wirtschaftlichkeit zusammenführen können. Zur EuroTier 2026 erwartet die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) als Veranstalter rund 2.100 Aussteller aus 55 Ländern.
Gesunde und leistungsfähige Tiere sind die Grundlage eines wirtschaftlichen Betriebs. Sie verursachen weniger Verluste und Krankheiten, benötigen weniger Behandlungen und können ihre Leistung stabiler erbringen. Damit verbessert sich zugleich die Nutzung der eingesetzten Ressourcen.
Besonders deutlich zeigt sich dies in der Milchviehhaltung. Kühe haben einen vergleichsweise hohen Erhaltungsbedarf. Steigt die Milchleistung je Tier, verteilt sich dieser Bedarf auf eine größere produzierte Milchmenge. Dadurch sinken auch die auf das Kilogramm Milch bezogenen CO₂-Äquivalente. Höhere Leistung und Ressourceneffizienz können somit miteinander verbunden werden.
Auch in der Schweinehaltung steht die Tiergesundheit im Mittelpunkt. Frühzeitige Krankheitserkennung, kontinuierliche Überwachung und sehr gutes Herdenmanagement können Verluste reduzieren, den Aufwand senken und die biologische Leistung stabilisieren.
Digitalisierung schafft neue Effizienzpotenziale
Sensoren, Kameras und digitale Herdenmanagementprogramme ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung der Tiere und unterstützen die tägliche Betriebsführung. Automatische Systeme zur Gesundheits-, Aktivitäts- und Verhaltensüberwachung können Veränderungen erkennen, die dem Menschen möglicherweise erst später auffallen.
Besonders groß ist das Potenzial, wenn verschiedene Systeme miteinander vernetzt werden. Werden Sensor- und Kameradaten mit Herdenmanagementprogrammen zusammengeführt, entstehen aktuelle Entscheidungshilfen für die Betriebsleitung. Entscheidungen können dadurch kontinuierlich datenbasiert getroffen werden, anstatt Entwicklungen erst im Nachhinein zu analysieren.
KI als Produktivitätstreiber
Künstliche Intelligenz erweitert die Möglichkeiten digitaler Systeme. Sie kann große Datenmengen analysieren, Muster erkennen und Veränderungen frühzeitig sichtbar machen. Besonderes Potenzial besteht bei der Früherkennung von Krankheiten. Da der Tierhalter nicht rund um die Uhr im Stall sein kann, können KI-Systeme Sensor- und Bilddaten kontinuierlich auswerten. Veränderungen bei Bewegung, Fressverhalten oder Aktivität lassen sich erkennen, auch wenn niemand vor Ort ist. Kameras und KI-gestützte Videoanalysen können beispielsweise das Bewegungsverhalten der Tiere auswerten und Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand geben.
Robotik entlastet Mensch und Betrieb
Robotergestützte Automatisierung übernimmt zunehmend wiederkehrende Tätigkeiten wie Melken, Füttern und Entmisten. Dadurch werden Arbeitskräfte entlastet und Freiräume für andere wichtige Aufgaben geschaffen. Ein wesentlicher Treiber ist dabei aber auch der Fachkräftemangel. Automatische Melksysteme übernehmen beispielsweise einen erheblichen Teil der täglichen Routinearbeit und reduzieren die Abhängigkeit von qualifiziertem Personal. Gleichzeitig erfassen sie Daten zu Milchmenge, Milchqualität und Tierverhalten, die für das Herdenmanagement genutzt werden können.
Nicht jede Automatisierungslösung ist jedoch automatisch wirtschaftlich überlegen. Bei der Fütterung setzen viele Milchviehbetriebe weiterhin auf klassische Futtermischwagen. Denn automatische Systeme sind deutlich teurer, benötigen teilweise spezielle Stallsysteme und lassen sich später nur schwer umrüsten. Investitionen müssen daher immer zu den betrieblichen Bedingungen passen.
Tierwohl und Produktivität gemeinsam denken
Tierwohl und Produktivitätssteigerung sind keine grundsätzlichen Gegensätze. Gesunde Tiere sind leistungsfähiger, verwerten Futter besser und verursachen weniger Verluste. Verbesserungen bei Tiergesundheit, Fütterung, Stallklima und Tierbeobachtung können deshalb gleichzeitig das Tierwohl und die Wirtschaftlichkeit fördern.
Entscheidend ist daher die richtige Balance zwischen Tierwohl, biologischer Leistung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit. Nachhaltige Produktivitätssteigerung bedeutet nicht maximale Leistung um jeden Preis, sondern eine ausgewogene Entwicklung.
Ganzheitliche Konzepte für die Zukunft
Die zunehmenden Anforderungen machen eine isolierte Betrachtung einzelner Maßnahmen immer schwieriger. Gefragt sind gesamtbetriebliche Haltungskonzepte, in denen bauliche, technische und organisatorische Entscheidungen zusammenpassen.
Die Zukunft der Tierhaltung liegt damit nicht in einer einzelnen Technologie. Entscheidend ist das Zusammenspiel von gesunden Tieren, effizienter Fütterung, gutem Herdenmanagement, optimierter Arbeitsorganisation und passenden technischen Lösungen.
Den gesamten Fachtext zum Nachlesen gibt es hier: https://www.eurotier.com/de/news/intelligente-tierhaltung-produktivitaet-nachhaltig-steigern
EuroTier 2026: Innovationen für die Tierhaltung
Die EuroTier 2026 stellt unter dem Leitthema „Intelligence in Animal Farming“ moderne Technologien für eine nachhaltige Produktivitätssteigerung in der Tierhaltung in den Mittelpunkt. Im Fokus stehen intelligente, vernetzte Gesamtsysteme aus Stall-, Fütterungs-, Melk-, Gülle- und Logistiktechnik sowie Robotik, Sensorik, Künstlicher Intelligenz, Big Data und digitalen Plattformen. Ziel ist es, Effizienz, Produktivität, Tierwohl und Nachhaltigkeit wirtschaftlich miteinander zu verbinden.
Für Fachbesucherinnen und -besucher bietet die Weltleitmesse einen Überblick über marktreife Innovationen und zukunftsweisende Technologien. Im DLG-Spotlight „Barn Robot Event“ werden automatische Melksysteme in moderierten Live-Demonstrationen gezeigt. Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in Umbaulösungen, Neubaukonzepte und den Robotikeinsatz in großen Herden. Zudem wird gezeigt, wie Automatisierungs- und KI-Lösungen in bestehende Betriebsstrukturen integriert werden können, Arbeitsabläufe erleichtern und Fachkräfte entlasten. Die EuroTier 2026 liefert damit praxisnahe Entscheidungsgrundlagen für Investitionen und die zukunftsfähige Weiterentwicklung von Tierhaltungsbetrieben.
Foto: DLG
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