Neueste Versuchsergebnisse zu Rinder- und Schweinefütterung: Forum angewandte Forschung 2026
Am 21. und 22. April 2026 in Fulda – Zwei Tage Fachprogramm zu Rinder-, Schweine- und Geflügelfütterung – Gemeinsames Plenum, separate Workshops für Rind und Schwein/Geflügel – Rahmenthema „Angewandte Forschung in der Zukunft“ – Tagungsband jetzt verfügbar
Die 26. Arbeitstagung „Forum angewandte Forschung in der Rinder- und Schweinefütterung“ fand am 21. und 22. April 2026 in Fulda statt und stand unter dem Rahmenthema „Angewandte Forschung in der Zukunft“. Nach einem gemeinsamen Plenum wurden Workshops in den Sektionen Rind sowie Schwein/Geflügel durchgeführt. Daneben wurden die neuesten Versuchsergebnisse zu verschiedenen Themenbereichen präsentiert: Hierzu gehörten die ersten praktischen Erfahrungen zur Umsetzung der neuen Versorgungsempfehlungen bei Milchkühen (GfE 2023) seitens der Versuchseinrichtungen, ebenso wie aus der Wirtschaft. Insgesamt gab es 46 Beiträge, davon 29 Vorträge, 12 Kurzvorträge und 5 Poster.
Im Plenum wurden aus Sicht des Finanzsektors sowie aus dem Milch-/Fleischbereich Eckpunkte für eine zukünftig erklärbare, transparente und nachhaltige Landwirtschaft sowie vorgesehene Programme zur günstigeren Finanzierung bzw. Generierung von Preisaufschlägen beim Produktabsatz aufgezeigt. Dazu erfolgte eine Darstellung der Anforderungen für eine zukunftsorientierte angewandte Forschung im Bereich Tierhaltung/Fütterung.
Faserbewertung beim Rind
Bei der Faserbewertung setzt die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) nach Einführung in Jahr 2001 jetzt konsequent auf die Detergenzien-Fasern, die empfohlene Kennzahl ist die physikalisch effektive Neutral-Detergenzien-Faser mit einer Partikelgröße größer als 8 mm (peNDF>8mm). Die Umsetzung der Faserbewertung in der praktischen Fütterung wurde beispielsweise in der neuen DLG-Information 01|2025 „Rationsoptimierung und Fütterungskontrolle bei Milchkühen“ im Detail erläutert; darin betont wurde auch eine „Schüttelprozedur“ des vorgelegten Futters zur physikalischen Bewertung der Strukturwirksamkeit. Um die Bewertung korrekt handhaben zu können, ist die richtige Analytik für die betreffenden Parameter notwendig.
Wege aus der Ammoniakfalle
Vor dem Hintergrund der NEC-Richtlinie (EU 2016) ist die Emission von Ammoniak bis zum Jahr 2030 gegenüber 2005 um 29 % zu reduzieren. Einführend wurden die technischen Möglichkeiten zur Minderung der Entstehung bzw. Entweichung von Ammoniak im Stall vorgestellt (Verkleinerung Kotbereich bzw. Güllekanal, Kot/Harn-Trennung, schnelle Abführung der Gülle aus dem Stall, Kühlung und Ansäuerung der Gülle, Abluftreinigung). Im zweiten Beitrag wurden die Möglichkeiten der Fütterung (N-reduzierte Fütterung mit Aminosäurenzusatz) aufgezeigt. Weniger Rohprotein im Futter führt zu weniger Stickstoff in den Ausscheidungen (insbesondere im Harn), eine kleinere von Gülle benetzte Oberfläche führt zu weniger Umwandlung von Stickstoff zu Ammoniak. Im abschließenden Beitrag erfolgte eine ökonomische Bewertung der verschiedenen Reduzierungsverfahren. Während bei Neubauten die Mehrkosten für verschiedene Verfahren nur grob bezifferbar sind, ist bei Umbaulösungen der Stallleerstand (entgangene direktkostenfreie Leistung) zusätzlich zu berücksichtigen. Daher dürfen emissionsmindernde Maßnahmen im Einzelbetrieb nicht isoliert, sondern müssen im Kontext von Kostenstruktur und Marktbedingungen gesehen werden.
Über das Forum
Das Forum angewandte Forschung in der Rinder- und Schweinefütterung ist die bundesweite Plattform für den Austausch von Versuchsergebnissen der praxisorientierten Forschung und die Abstimmung methodischer Vorgehensweisen. Ausrichter ist der Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) in Zusammenarbeit mit der DLG unter Mitwirkung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und des Verbands deutscher landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA).
Der Tagungsband kann zum Preis von 20,- € über den Verband der Landwirtschaftskammern bezogen werden:
Geschäftsstelle VFT, Haus Düsse 2, 59505 Bad Sassendorf,
Tel.: +49 2945 9690-540,
E-Mail: k-h.gruenewald@vlk-agrar.de
Aktuelles zum Thema Fütterung finden Sie unter www.futtermitteltest.de oder unter www.Futtermittel.NET.
Ansprechpartner beim VLK ist Dr. Karl-Herrmann Grünewald (siehe Kontaktdaten oben). Bei der DLG ist Dr. Detlef Kampf, Fachzentrum für Landwirtschaft und Lebensmittel, per Tel.: +49 69 24788-320 oder per E-Mail: d.kampf@dlg.org zu erreichen.
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Programm Forum 2026.pdf