EuroTier 2026: Erfolg beginnt im Kopf – Innovationen und Strategien für eine zukunftsfeste Tierhaltung

EuroTier 2026 vom 10. bis 13. November in Hannover – Leitthema „Intelligence in Animal Farming“ – Globale Tierhaltung erforderlich für nachhaltige Ernährungssysteme und gleichzeitig unter extremem Druck – Marktverwerfungen, hohe Risiken durch Tierseuchen und rasanter technischer Fortschritt verändern die Branche – Innovationen bringen Lösungen für nachhaltige Produktivitätssteigerung und sichern wirtschaftlichen Erfolg – DLG-Hauptgeschäftsführer Dr. Lothar Hövelmann: Unternehmerische Kompetenz entscheidet über Erfolg in schwierigem Marktumfeld; EuroTier 2026 setzt dafür die passenden Impulse – www.eurotier.com

Auf der Presse-Preview zur EuroTier am Dienstag, 22. September in Offenbach am Main, ordnete Dr. Lothar Hövelmann, Hauptgeschäftsführer der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), die wichtigsten Einflussfaktoren für die globale Tierhaltungsbranche ein. Dazu zählen geopolitische Unsicherheiten und fragile Lieferketten, steigende Kosten für Futter und Energie, Klimawandel und Anpassung an Extremwetterlagen, Bedrohungen durch global auftretende Tierseuchen, der Fachkräftemangel in den westlichen Industrienationen sowie wachsende Anforderungen an Tierwohl, Emissionsminderung und Ressourceneffizienz.Die EuroTier wird von der DLG veranstaltet und findet vom 10. bis 13. November 2026 unter dem Leitthema „Intelligence in Animal Farming“ in Hannover statt. Ziel der Weltleitmesse für Tierhaltungsprofis ist, dem aktuellen Markt- und Veränderungsdruck in der globalen Branche mit fachlich darauf zugeschnittenen Impulsen sowie technischen Lösungen und innovativen Management-Konzepten zu begegnen. Die unternehmerische Kompetenz der Betriebsleiter ist die zentrale Stellschraube, um in schwierigen Marktlagen erfolgreich zu bestehen: Das zeigte Dr. Lothar Hövelmann unter anderem anhand von Auswertungen der DLG-Netzwerke für Spitzenbetriebe aus der Milchvieh- und Schweinehaltung.  

Internationale Tierhaltungsprofis sehen sich aktuell vielfältigen Stressfaktoren ausgesetzt, darunter volatilen Märkten, Klimafolgen und Risiken durch Tierseuchen. In diesem fordernden Umfeld bietet die Weltleitmesse EuroTier 2026 Branchenteilnehmern eine Plattform, um sich über innovative Lösungen und Konzepte sowie neueste fachliche Erkenntnisse auszutauschen, betonte DLG-Hauptgeschäftsführer Dr. Lothar Hövelmann in seinem Vortrag vor Journalistinnen und Journalisten aus dem In- und Ausland. Ziel sei, den Branchenprofis Impulse zu geben für Management-Strategien, um ihre Unternehmen zukunftsfest und erfolgreich zu positionieren. In seiner Analyse des Marktumfelds ging Hövelmann auf die verschiedenen Einflussfaktoren ein:

Geopolitische Spannungen wie der Irankonflikt oder der andauernde russische Angriffskrieg auf die Ukraine lösen starke Schwankungen an den globalen Agrarmärkten aus. Unterbrochene Lieferketten und gestörte Handelswege infolge von kriegerischen Auseinandersetzungen führen zu Kurskapriolen bei Agrarrohstoffen und Energie. Diese wiederum treiben die Kosten für Futter und weitere Betriebsmittel in die Höhe. Gleichzeitig belasten Tierseuchen wie die Afrikanische Schweinepest (ASP) und Aviäre Influenza die Tierhaltung und den internationalen Handel. Deutschland und weitere Länder in der EU gelten seit den ASP-Ausbrüchen der vergangenen Jahre in weiten Teilen nicht als ASP-frei; China als einst sehr bedeutsamer Drittlandsmarkt verhängt Importstopps für Schweinefleisch aus betroffenen Ländern und baut die eigene Produktion massiv aus, verdeutlichte der DLG-Hauptgeschäftsführer. EU-weit spiegelt sich die angespannte Lage in rückläufigen Ausfuhren von Schweinefleisch in Drittstaaten: Exportierte die Staatengemeinschaft im Jahr 2022 laut Zahlen der Statistikbehörde Eurostat noch 5,5 Mio. t Schweinefleisch, waren es 2025 nur noch 4,4 Mio. t.

Dass gutes Management der Schlüssel ist, um dennoch in solch einem fordernden Marktumfeld zu bestehen, zeigt der Blick in das DLG-Netzwerk der Spitzenbetriebe Schwein, einem Verbund von rund 200 im Branchenvergleich besonders leistungsstarken Betrieben aus dem Bereich Ferkelerzeugung und Mast in Deutschland: Seit dem Wirtschaftsjahr 2003/2004 haben sich die Tierverluste der Betriebe in dem Netzwerk kontinuierlich reduziert, während die Tageszunahmen der Schweine und die Futterverwertung kontinuierlich verbessert wurden.

Wie Hövelmann darüber hinaus darlegte, zeigen sich die Auswirkungen des aktuell fordernden Marktumfelds in den einzelnen Tierhaltungssektoren unterschiedlich. In der Schweinehaltung stehen viele Betriebe in Deutschland und Europa unter Margendruck. Die hohen Produktionskosten, Tierseuchen-Geschehen und Handelsbarrieren beschleunigen den ohnehin schon stattfindenden Strukturwandel; in Deutschland zeigten sich sowohl die Zahl der schweinehaltenden Betriebe als auch die Anzahl der Schweine rückläufig. Weltweit betrachtet, ist die Nachfrage nach Schweinefleisch jedoch grundsätzlich stabil, zugleich bleiben Preise und Handelsströme volatil.

Unterdessen sucht die Milchviehhaltung in Deutschland und Europa nach einer neuen Balance zwischen steigenden Milchmengen, nachgebenden Erzeugerpreisen und hohen Kosten für Energie, Futter und Dünger. Im Januar 2025 lag der Rohmilchpreis im EU-Schnitt bei 42,2 Euro je 100 kg. Das ist ein Rückgang von rund 10 Euro je 100 kg im Vergleich zum Januar 2024; das Tief aus der Milchpreiskrise im Jahr 2016 lag jedoch unterhalb der Marke von 30 Euro je 100 kg. Doch auch hier zeigt der Blick in das DLG-Netzwerk der Spitzenbetriebe Milch, dass sich auch in einem schwierigen Marktumfeld unternehmerische Erfolge erzielen lassen: Das Netzwerk wertet neuerdings auch den CO2-Fußabdruck seiner Erzeugung nach international anerkannten Standards aus. Das Ergebnis: Mit einem CO2-Fußabdruck von 0,92 kg CO2 eq/kg Milch erzielen diese Betriebe im Branchenvergleich Topresultate, betonte der DLG-Hauptgeschäftsführer.

In der Geflügelwirtschaft bestehen grundsätzlich gute Absatzperspektiven; die Margen reagieren jedoch empfindlich auf Veränderungen bei Futter-, Energie- und Stallkosten. In Deutschland zeige sich der Legehennen-Sektor gegenwärtig robust: Die Nachfrage nach Eiern sei hoch. Hoch seien gleichzeitig aber auch die Risiken sowohl in Deutschland als auch in Europa und international: Diese Risiken bestehen im Wesentlichen in volatilen Marktentwicklungen bei Energie und Futter sowie in der Bedrohung durch das Vogelgrippe-Geschehen, das kurzfristig die Tierbestände erheblich dezimieren könne.

„Die Tierhaltungsbranche muss heute mehrere Herausforderungen gleichzeitig bewältigen. Zukunftsfähige Unternehmensstrategien müssen deshalb wirtschaftliche Stabilität, Tiergesundheit, Biosicherheit und Ressourcenschutz zusammenbringen. Denn eines ist klar: Eine wachsende Weltbevölkerung in zunehmend schwierigen Märkten braucht die Tierhaltung als unverzichtbaren Bestandteil eines zukunftsfähigen, globalen Ernährungssystems“, unterstrich Dr. Lothar Hövelmann. „Die wirtschaftliche Situation der Betriebe lässt sich nicht mehr isoliert betrachten, wenn wir effektive Wege finden wollen, um die tierhaltenden Betriebe weltweit zukunftsfest zu positionieren“, fügte er hinzu. Marktpreise, Wetterextreme und Futterverfügbarkeit, Energieversorgung, Tiergesundheit, politische Rahmenbedingungen und technologische Entwicklung seien eng miteinander verbunden und bräuchten systemische Antworten von den Unternehmerinnen und Unternehmern auf den Tierhaltungsbetrieben sowie im Agribusiness. Die EuroTier 2026 werde diese Zusammenhänge entlang der gesamten Wertschöpfungskette sichtbar machen und in den vorgestellten Lösungen sowie dem begleitenden Fachprogramm Impulse für unternehmerische Lösungspfade aufzeichnen.

Um das Lösungsangebot auf der Messe möglichst passgenau auf das Besucherinteresse zuzuschneiden, hat die DLG die Ergebnisse der online durchgeführten Agrifuture Insights-Befragung 2025/2026 in die Konzeption des Fachprogramms zur EuroTier einfließen lassen. An der Agrifuture Insights-Befragung haben rund 1.770 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem internationalen DLG-Netzwerk teilgenommen. Sie wurden unter anderem nach Innovationsfeldern mit hoher Priorität gefragt. Tierseuchen und deren Eindämmung durch Prävention, Monitoring und wirksame Biosicherheitskonzepte stehen bei den Teilnehmenden demnach weit oben auf der Prioritätenliste; besonders wichtig sei dieses Themenfeld für Geflügelhalter, stellte Hövelmann die Ergebnisse der Befragung vor. „Biosicherheit ist keine Einzelmaßnahme, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Prävention, Überwachung und konsequentem Management“, erläuterte er.

Der Mangel an Arbeitskräften und steigende Lohnkosten werden perspektivisch die Automatisierung in der Tierhaltung weiter beschleunigen. KI-gestützte Herdenmanagement-Systeme können Daten zu Vitalfunktionen und Fress- sowie Aktivitätsverhalten der Tiere auswerten und gesundheitliche Probleme frühzeitig erkennen. In der Milchviehhaltung zählen passend dazu unter anderem Stallneu- und -umbau, Verbesserungen des Stallklimas, Stalleinrichtung und automatisierte Melktechnik zu den wichtigen Investitionsfeldern für die Teilnehmenden der Agrifuture Insights-Befragung.

Hövelmann unterstrich aber auch, dass Smart Farming und KI kein Selbstzweck sein dürfen. Der gegenwärtig rasante technologische Fortschritt sei eine Herausforderung für sich. Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz insbesondere von KI seien praxistaugliche, verlässliche und wirtschaftlich tragfähige Lösungen, die sich in bestehende Betriebsabläufe integrieren lassen und dem Tierhalter konkrete Entscheidungen erleichtern. Die EuroTier 2026 werde diese Verbindung von Technologie, Tierwohl und Produktivität unter anderem im Barn Robot Event aufzeigen, das automatisierte Lösungen in der Tierhaltung auf der Messe live erlebbar mache. „Wir wollen mit der Weltleitmesse für professionelle Tierhalter Impulse für unternehmerische Lösungen setzen. Tierhalterinnen und Tierhalter auf der ganzen Welt wollen wir darin bestärken, innovative Konzepte zu prüfen für eine nachhaltige, effiziente und leistungsstarke Positionierung der Betriebe“, schloss Lothar Hövelmann.

Über die EuroTier 2026

Die EuroTier ist die Weltleitmesse für professionelle Tierhaltung und Livestock-Management. Sie findet vom 10. bis 13. November 2026 auf dem Messegelände in Hannover statt. Erwartet werden mehr als 2.100 Aussteller aus mehr als 55 Ländern. Parallel zur EuroTier finden die EnergyDecentral, die internationale Fachmesse für dezentrale Energieversorgung, und die Inhouse Farming – Feed & Food Show statt.

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