DLG-Präsident Hubertus Paetow: Branche nimmt Zukunft selbst in die Hand

Rede des DLG-Präsidenten auf der DLG-Mitgliederversammlung zur DLG-Wintertagung 2026 – 24. bis 25. Februar 2026 im Convention Center in Hannover – Leitthema „KI – Produktivitätsturbo für den Betrieb“ – DLG gestaltet Zukunft der Land- und Lebensmittelwirtschaft nach dem Leitbild der nachhaltigen Produktivitätssteigerung

Die Branche ist gefordert, positive Veränderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette Lebensmittel proaktiv herbeizuführen: Mithilfe von Digitalisierung und KI kann sie „das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte der modernen Landwirtschaft“ schreiben. Davon zeigte sich DLG-Präsident Hubertus Paetow überzeugt in seiner Rede zur DLG-Mitgliederversammlung im Rahmen der DLG-Wintertagung 2026 am Dienstag, dem 24. Februar, im Convention Center in Hannover. Er rief die Land- und Lebensmittelwirtschaft dazu auf, gemeinsam mit der DLG die Ziele auf dem Weg in eine fortschrittliche und innovative Zukunft umzusetzen. 

„Ich glaube, die Zeichen stehen gut dafür, dass wir im Jahr 2026 einen entscheidenden Schritt weiterkommen“: Mit diesen Worten zeigte sich Präsident Hubertus Paetow zu Beginn der DLG-Mitgliederversammlung im Rahmen der DLG-Wintertagung 2026 optimistisch. Er setzte damit ein Signal der Zuversicht in einer Lage, in der Land- und Lebensmittelwirtschaft sowie die Wirtschaft allgemein „vermeintlich unter keinem guten Stern“ stehen. Schlechte Preise und hohe Kosten, gepaart mit enttäuschter Hoffnung für wirtschaftlichen Aufschwung, trübten die Stimmung auf vielen Betrieben und in vielen Unternehmen ein, analysierte der DLG-Präsident. Seinen Optimismus, dass die Entwicklung in diesem Jahr doch noch eine positive Wendung erfahren wird, begründete Paetow damit, „dass sich der gesellschaftliche Diskurs über die Zukunft der Wirtschaft allgemein und auch der Landwirtschaft verändert – und zwar spürbar konstruktiv“.

Die Gesellschaft fordere zwar weiterhin Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz – erkenne aber gleichzeitig an, „dass wirtschaftlich stabile Betriebe die Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften sind“, führte der DLG-Präsident aus. Auch sei der politische Dialog und der Austausch mit Umweltverbänden konstruktiv und „von einer breit getragenen Vision einer nachhaltigen und erfolgreichen Landwirtschaft“ geprägt. Die Ernährungssicherung erfahre einen neuen Stellenwert; zudem wachse in der gesamten Gesellschaft „Verständnis für das, was Betriebe tatsächlich belastet: Kostensteigerungen, Marktvolatilität, Fachkräftemangel und eine unproduktive, frustrierende Bürokratie“.

Nachhaltige Produktivitätssteigerung verstärkt in den Fokus rücken

„Der Kern gesellschaftlichen Fortschritts ist und bleibt die Produktivitätssteigerung. Ohne diese gibt es keinen Wohlstand, keine Wettbewerbsfähigkeit und auch keine finanziellen Spielräume für Investitionen in Klima- und Umweltschutz“, erläuterte Paetow und nahm Bezug auf das neue DLG-Fortschrittskonzept: „Was wir brauchen – und was wir als Branche demonstrieren müssen – ist ein neues Leitbild: nachhaltige Produktivitätssteigerung“, richtete der DLG-Präsident den Appell an die Zuhörerschaft.

Denn: „Die notwendige Veränderung, der Fortschritt, entsteht nicht, indem wir nur auf die Politik zeigen, schimpfen und abwarten“, machte der DLG-Präsident deutlich. Veränderung entstehe, wenn die Akteurinnen und Akteure entlang der Wertschöpfungskette in den Betrieben und Unternehmen neue Wege gehen und Partnerschaften zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis schließen. Wenn sie Wissen teilen und in Initiativen und Projekten demonstrieren, „wie nachhaltige Produktivitätssteigerung in der Praxis funktioniert“. 

KI und Digitalisierung souverän nutzen

Um das zu erreichen, komme die Entwicklung von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wie gerufen: „Beides sind keine vorübergehenden Trends. Sie sind das nächste Kapitel in der Erfolgsgeschichte der modernen Landwirtschaft – wenn wir sie richtig nutzen. Sie ermöglichen uns einen präziseren Einsatz von Ressourcen, einen besseren Schutz von Klima und Biodiversität, eine deutlich präzisere Überwachung von Tiergesundheit und Tierwohl, eine Entlastung der Arbeitskräfte und eine erhebliche Vereinfachung bei Dokumentation, Transparenz und Bürokratie“, unterstrich der DLG-Präsident.

Seine Zuhörerschaft forderte er dazu auf, die Zukunft entlang der gesamten Wertschöpfungskette proaktiv zu gestalten und dabei die Rahmenbedingungen zu definieren, die benötigt werden, damit Innovation tatsächlich stattfindet – und Digitalisierung und KI genutzt werden können, „um mehr Nachhaltigkeit und mehr Produktivität zu erreichen“. Die DLG stehe genau für diesen Ansatz: „Wir beschweren uns nicht über die Entwicklungen – wir versuchen, sie gemeinsam zu gestalten. Wir sind ein Netzwerk für Fortschritt.“

Das komplette Manuskript der Rede von DLG-Präsident Hubertus Paetow zur DLG-Mitgliederversammlung auf der DLG-Wintertagung finden Sie hier

Mehr Informationen zur DLG-Wintertagung 2026 unter dem Leitthema „KI – Produktivitätsturbo für den Betrieb“ finden Sie hier.

Das Bildmaterial ist unter Angabe der Fotoquelle "DLG / T. Jaworr" zur redaktionellen Nutzung freigegeben.

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