DLG-Feldtage 2026: Festival des Pflanzenbaus erfolgreich gestartet

Vom 16. bis 18. Juni 2026 – Internationales DLG-Pflanzenbauzentrum Bernburg – Leitthema „Pflanzenbau out of the Box“ – DLG-Präsident Hubertus Paetow sowie Ehrengäste aus Politik und Branche eröffneten die Veranstaltung – FarmRobotix und vernetzte Agrardatenräume im Fokus – dlg-feldtage.de

Die DLG-Feldtage 2026 haben am 16. Juni ihre Tore auf dem Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum Bernburg (Sachsen-Anhalt) geöffnet. 336 Aussteller aus 21 Ländern präsentieren hier ihre Neuheiten und Trends für die Pflanzenproduktion. DLG-Präsident Hubertus Paetow, Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Sven Schulze, Ministerpräsident der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt sowie Landwirtschaftsminister Michael Richter begrüßten die zahlreichen Fachbesucherinnen und Fachbesucher und betonten die Bedeutung der Freiluftmesse für die Branche. Besonders die Themen FarmRobotix und die Bedeutung öffentlicher Agrardaten stießen am ersten Messetag auf reges Interesse. In den kommenden Tagen erwartet die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) als Veranstalter rund 20.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland.

„Pflanzenbau out of the Box“ – Mit diesem Leitthema Motto betont die DLG bereits zum zweiten Mal auf den diesjährigen DLG-Feldtagen die Innovationsbereitschaft und Technologieoffenheit der Landwirtschaft. DLG-Präsident Hubertus Paetow hob zur Eröffnung die besondere Rolle der Veranstaltung für Innovationsfreude als Fortschrittsmotor und Zentrum für den Know-how-Transfer hervor: „Die DLG-Feldtage sind mehr als eine Messe. Sie sind das Schaufenster einer unternehmerischen Landwirtschaft, die Antworten auf die drängenden Fragen der Branche sucht – und findet."

Die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat würdigte die Feldtage als „Festival des Pflanzenbaus", das Innovationen wie Präzisionszüchtung, digitale Anwendungen und neue Pflanzenschutzstrategien in die Breite der Landwirtschaft trage. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze betonte, die Feldtage zeigten, „wofür Sachsen-Anhalt steht: starke Landwirtschaft, moderne Technologien und junge Menschen, die Zukunft gestalten wollen." Landwirtschaftsminister Michael Richter hob hervor, dass digitale Innovationen ein Schlüssel für ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit seien – und dass es gut ausgebildete Nachwuchskräfte brauche, um diese Innovationen in der Praxis anzuwenden.

Wilhelm-Rimpau-Preis: Preisträger wurden auf DLG-Feldtagen ausgezeichnet

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung hat die DLG die drei Siegertitel aus den insgesamt 25 eingesendeten Bachelor- und Masterarbeiten mit dem Wilhelm-Rimpau-Preis ausgezeichnet. Lars Erik Thomsen von der Universität Hohenheim erhielt den 1. Preis, dotiert mit 2.000 €. Von der Technischen Universität Braunschweig wurde Pauline Toffel mit dem zweiten Preis (1.500 €) ausgezeichnet. Drittplatzierter wurde Peter Pütz, Fachhochschule Südwestfalen Soest, der 1.000 € erhielt. DLG-Präsident Hubertus Paetow überreichte die Urkunden an die Preisträgerin und Preisträger. Mehr zur Verleihung und den Siegerarbeiten lesen Interessierte in einer separaten Pressemitteilung: https://www.dlg-feldtage.de/de/presse/aktuelles#!/news/wilhelm-rimpau-preis-preistraeger-wurden-auf-dlg-feldtagen-ausgezeichnet

FarmRobotix: Autonome Zug- und Trägerfahrzeuge – Hersteller pitchen ihre Lösungen 

Auf der DLG-Expert Stage trafen sich am 16. Juni 2026 Eva Schröer-Merker von der Fa. Lemken, Bernhard Limbrunner vom Unternehmen digital workbench gmbh und Malte Höner von AgXeed B.V. zu einer FarmRobotix-Veranstaltung: Sie bekamen die Gelegenheit, ihre neuesten autonomen Zug- und Trägerfahrzeuge in kompakten sechs Minuten Pitches vorzustellen. Schröer-Merker machte den Anfang: „Krone und Lemken als visionäre Familienunternehmen haben mit ‚Combined Powers‘, dem Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit, die nächste Stufe auf dem Weg zu autonomen Landmaschinen geschafft.“ Mit Combined Powers sollen Aufgaben, die heute noch ein Fahrer übernimmt, auch autonom abgebildet werden können. „Zukünftig wollen wir unsere Anbaugeräte schlauer machen, also beispielsweise mit Kameras ausstatten, um Störungen schneller zu beheben bzw. effektiver vorbeugen zu können.“ Limbrunner entwickelt mit seinem Unternehmen autonome Systeme, die als Gesamtlösung funktionieren: „Speziell in Sonderkulturen, die arbeitsaufwändig sind, sollen unsere Systeme eingesetzt werden. Bereits heute funktionieren sie auf 2 cm genau“, beschrieb Limbrunner die dieselelektrisch betriebenen, maximal zwei Tonnen leichten Geräte.

Abschließend stellte Höner von AgXeed die autonomen Feldroboter vor: „Unsere Fahrzeuge sind konsequent auf autonome Arbeitsweise ausgerichtet. Bereits jetzt befinden sich 125 unserer Maschinen im Markt; momentan arbeiten wir an einer größeren, 230 PS starken Maschine auf Raupen.“ Für die Zukunft gaben die Vortragenden den Ausblick: Denkbar ist, dass zukünftig zehn bis 20 autonome Maschinen zentral aus einem Büro gesteuert und überwacht werden können – immer abhängig von den Transportmöglichkeiten von einem Feld zum nächsten, der Größe der Flächen und der Schlagkraft der Maschinen. Alle vorgestellten Fahrzeuge können auf den Demoflächen live im Einsatz erlebt werden.

Vernetzte Agrardatenräume in der Landwirtschaft – Bedeutung öffentlicher Agrardaten

Die Podiumsdiskussion auf der DLG‑Plaza Stage am ersten Messetag zum Thema „Vernetzte Agrardatenräume in der Landwirtschaft – Bedeutung öffentlicher Agrardaten“ war hochkarätig besetzt: Neben Agrarinfluencerin und Landwirtin Marie Hoffmann diskutierten Dr. Volker Wenghoefer (Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten Rheinland‑Pfalz), Nicolas Hummel (VDMA) sowie Gert Zender, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten Sachsen‑Anhalt. Die Moderation übernahm Christa Hoffmann.

Einigkeit bestand darin, dass bereits ausreichend Daten aus Anwendungen für Agrarbetriebe vorhanden sind, deren Nutzung jedoch herausfordernd bleibt. „Eine intuitive, benutzerfreundliche Bedienung von Systemen und Assistenten sowie eine funktionierende Vernetzung sind unbedingt gefordert, damit Landwirtinnen und Landwirte darin einen echten Mehrwert erkennen – und diese Tools auch verwenden“, betonte Marie Hoffmann. Zentral gebündelte Daten seien dafür notwendig, so Dr. Wenghoefer: „Nur 20% der Landwirtinnen und Landwirte in Rheinland-Pfalz nutzen bisher die Ackerschlagkartei.“ Hummel ergänzte: „Alle Daten, die Praktikerinnen und Praktiker für die Planung ihrer täglichen Arbeit brauchen, müssen aktuell, korrekt und direkt in die betreffenden Systeme eingespielt werden. Dazu gehören beispielsweise Daten zu Boden und Wetter.“

Als Lösung nannten die Teilnehmenden die Zusammenführung von Prozessen der Bundesländer. Ein Beispiel ist die GeoBox: Brandenburg, Hessen, Nordrhein‑Westfalen, Sachsen‑Anhalt, Schleswig‑Holstein, das Saarland und Rheinland‑Pfalz verfolgen hier gemeinsam einen Ansatz für eine ressourcenschonende und resiliente digitalisierte Landwirtschaft. Ziel ist die Bereitstellung geobasierter öffentlicher Daten für landwirtschaftliche Betriebe über den GeoBox‑Viewer. Abschließend betonte Hoffmann: „Bis zur Vorbereitung auf diese Veranstaltung hatte ich noch nicht davon gehört. Das heißt für mich im Umkehrschluss: Wir müssen definitiv auch in die Kommunikation investieren, damit gute Lösungen auch genutzt werden.“

 

Mitveranstalter der DLG-Feldtage 2026 sind das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt (MWL), gemeinsam mit der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) und die AGRAVIS Raiffeisen AG.

Als Fachpartner der DLG-Feldtage 2026 werden die Vereinigte Hagelversicherung VVaG, die Union zur Förderung der Öl- und Proteinpflanzen e. V., die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie weitere Organisationen und Institutionen die Freilandausstellung im Rahmen des fachlichen Programmes unterstützen.

Fotos: DLG

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