Equi Terra 43 HD

DLG-ANERKANNT “Verformbarkeit/Elastizität, Dauertrittbelastung, Abrieb­festigkeit, Rutschfestigkeit,  Säurebeständigkeit, Reinigungsabstand”

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Prüfbericht 7590

Das Prüfzeichen

Ein Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT in Einzelkriterien“ wird für landtechnische Produkte verliehen, die eine umfangs­reduzierte Gebrauchswertprüfung der DLG nach unabhängigen und anerkannten Bewertungskriterien erfolgreich absolviert haben. Die Prüfung dient zur Herausstellung besonderer Inno­vationen und Schlüsselkriterien des Prüf­gegenstands.  Der Test kann Kriterien aus dem DLG-Prüfrahmen für Gesamtprüfungen enthalten oder sich auf andere wertbestimmende Merkmale und Eigenschaften des Prüfgegen­standes fokussieren. Die Mindestanforderungen, die Prüf­bedingungen und -verfahren sowie die Bewertungs­grund­lagen der Prüfungsergebnisse werden in Abstimmung mit einer DLG-Expertengruppe festgelegt.  Sie entsprechen den anerkannten Regeln der Technik sowie den wissen-schaft­lichen und landwirtschaftlichen Erkenntnissen und Erfordernissen. Die erfolgreiche Prüfung schließt mit der Veröffent­lichung eines Prüfberichtes sowie der Vergabe des Prüfzeichens ab, das fünf Jahre ab dem Vergabedatum gültig ist.

Die Prüfungen umfassen Untersuchungen im Labor und teils im praktischen Einsatz. Prüfgrundlage sind die DLG-Prüfrichtlinien für elastische Stallbodenbeläge im Bewegungs,- Ruhe und Liegebereich von Pferden, Stand April 2024, sowie die DIN 7861:2024-05 (elastische Stallbodenbeläge im Bewegungs,- Ruhe- und Liegebereich von Pferden – Anforderungen und Prüfung).

Andere Kriterien wurden nicht untersucht.

Beurteilung – kurz gefasst

Das geprüfte Pflastersteinsystem Equi Terra 43 HD, ein elastischer Bodenbelag im Bewegungs-, Ruhe- und Liege­bereich von Pferden, wurde im DLG-Anerkannt-Einzelkriterien-Test auf Haltbarkeits- und Komfort­eigenschaften untersucht. Im Einzelnen wurden die Beständigkeit gegen Säuren, die Dauertrittbelastung, die Abrieb- und Rutsch­festigkeit, die Verform­barkeit und Elastizität sowie der Reinigungsabstand geprüft. Die Anforderungen nach DIN 7861 werden bei den untersuchten Kriterien erfüllt. 

Tabelle 1: Ergebnisse im Überblick

DLG-QualitätsprofilBewertung
Punktbelastung Verformbarkeit und Elastizität im Neuzustand:    8,0 mmk. B.
Punktbelastung Verformbarkeit und Elastizität nach Dauerversuch:    6,6 mmk. B.
Flächenbelastung Verformbarkeit und Elastizität im Neuzustand :     4,7 mmk. B.
Flächenbelastung Verformbarkeit und Elastizität nach Dauerversuch:     2,9 mmk. B.
bleibende Verformung nach 250.000 Dauertrittbelastung 

■■■■■ *

Oberfläche: kein Verschleiß/keine Schäden nach 250.000 Dauertrittbelastungen

■■■■■ *

Unterseite: kein Verschleiß/keine Schäden nach 250.000 Dauertrittbelastungen

■■■■■ *

Rutschfestigkeit 

■■■■ **

Säurebeständigkeit gegenüber Futtersäurengemisch 

■■■■■ ***

Säurebeständigkeit gegenüber Harnsäure 

■■■■■ ***

Säurebeständigkeit gegenüber Schwefeliger Säure 

■■■■ ***

Säurebeständigkeit gegenüber Ammoniak 

■■■■■ ***

Säurebeständigkeit gegenüber Stalldesinfektionsmitteln 

■■■■■ ***

Säurebeständigkeit gegenüber Rapsöl 

■■■■ ***

Abriebfestigkeit 

■■■ *

Reinigungsabstand mit Flachstrahldüse

■■■■■ *

Reinigungsabstand mit Dreckfräser

■■■■■ *

Der DLG-Prüfrahmen gibt folgende Bewertungsmöglichkeiten vor:
■■■  oder besser = erfüllt, übertrifft oder übertrifft deutlich den festgelegten DLG-Standard,   
■■= genügt den gesetzlichen Anforderungen für die Marktfähigkeit,
= nicht bestanden

** Einzelkriterium Rutschfestigkeit:
■■ = bestanden,  = nicht bestanden

*** Einzelkriterium Säurebeständigkeit:    
■■■ = beständig,  ■■ = bedingt beständig,   = nicht beständig

Das Produkt

Beschreibung und Technische Daten

Equi Terra 43 HD-Steine sind ein elastischer Bodenbelag im Bewegungs-, Ruhe- und Liegebereich von Pferden.
Doppel-T-Pflastersteine

  • Recycling-Gummigranulat;  Durchmesser: 1 bis 3,5 mm
  • mit Polyurethan gebunden und ummantelt
  • Dicke: 43 mm
  • Verlegung als Einzelsteine im Verbund

Die Methode

Verformbarkeit und Elastizität

Punktbelastung

Die Verformbarkeit wird im Neu­zustand und nach der Dauertritt­belastung durch Kugel­ein­druck­ver­suche mit einer Kalotte (r = 120 mm) und einer Eindringkraft von 2000 N (entspricht ca. 200 kg) gemessen. 

Flächenbelastung

Die Verformbarkeit wird im Neuzustand und nach der Dauertrittbelastung mit einem Hufeisen der Größe 4 und einer Eindringkraft von 2.000 N (entspricht ca. 200 kg) gemessen.

Dauertrittbelastung

Die Messung der Dauertrittbelastung erfolgt mit 250.000 Wechselbelastungen bei 5.000 N (entspricht ca. 500 kg) auf einem Prüfstand mit einem Hufeisen Größe 4.

Abriebfestigkeit

Beim Abriebtest wird der Bodenbelag mit Schmiergelleinen (Körnung 280) bei einer Auflagekraft von 500 N (= 8,13 N/cm² Flächenpressung) gerieben. 
Um einen Einfluss der bei der Reibung erzeugten Wärme auf den Reibvorgang auszuschließen, wird das Reibelement kontinuierlich mit Wasser gekühlt. Die Größe der geriebenen Fläche im Test betrug 
61,5 cm².

Rutschfestigkeit

Die Messungen erfolgten mit Hilfe des mobilen 
Comfort Control Rutschfestigkeitsprüfstand des DLG-Test­zentrums.
Mit 10 kg belastete Gleitstücke werden mit einer Geschwindigkeit von 20 mm/s über die Prüfmatte gezogen.
Verwendete Gleitstücke
a)    Kunststoffhuf (Barhufversion)
Breite 140 mm, Länge 150 mm, Dicke 12 mm, Härte Shore C: 80 (+5) 
b)    Hufeisen, Größe 4 (beschlagene Version)

Säurebeständigkeit

Prüfmuster des Deckbelages wurden im Dauer­tauchversuch gemäß DIN 7861:2024-05 untersucht. Als Prüflösungen wurden im Stall häufige Futter- und Exkrementsäuren, Rapsöl sowie handelsübliche Desinfektionsmittel verwendet.

In der Prüfung wurden 30 mm x 30 mm große Probestücke des Bodenbelages in das jeweilige Prüfmedium für einen Zeitraum von 24 Stunden und 28 Tagen bei Raumtemperatur von 20°C komplett eingetaucht. Die Prüf­lösungen wurden beim 28-Tage-Versuch wöchentlich gewechselt. 

Nach Versuchsende wurden die Prüfkörper mit ­destilliertem Wasser abgespült und 24 Stunden getrocknet. Vor und nach dem Eintauchen wurden Gewicht, Abmessungen und die Shorehärte (Shore A) gemessen. Zusätzlich erfolgte eine Bewertung der Oberfläche bezüglich visueller Veränderungen, wie Glanzverlust, Farbveränderungen und Quellungs- oder Zerstörungserscheinungen sowie Kristall­bildung. Alle Prüfkörper wurden im Vergleich zum Standard Wasser bewertet.

Reinigungsabstand 

Bei Prüfstandsversuchen mit einem Hochdruck­reiniger (etwa 145 bar, Einwirkzeit 1 Minute mit 25°-Flachstrahl­düse und Dreckfräser) wurde der Spritzabstand ermittelt, bei dem keine Schäden am Belag auftreten.

Die Testergebnisse im Detail

Verformbarkeit und Elastizität

Punktbelastung

Bei den Kugeleindruckversuchen mit einer Kalotte (r = 120 mm) betrug die Eindringtiefe im Neu­zustand 8,0 mm. Der hieraus errechnete Auflagedruck beträgt 33,2 N/cm².
Die Elastizität wurde nach einer Dauertrittbelastung mit einem Hufeisen (Größe 4) mit 250.000 Wechselbelastungen bei 5.000 N gemessen. Die Eindringtiefe der Kalotte verringerte sich nach dem Dauertest von 8,0 mm auf 6,6 mm. Der Auf­lagedruck erhöhte sich von 33,2 N/cm² auf 40,2 N/cm² (siehe Bild 2). Verformbarkeit und Elastizität nehmen geringfügig ab.

Flächenbelastung

Bei den Eindruckversuchen mit einem Hufeisen der Größe 4 betrug die Eindringtiefe im Neu­zustand 4,7 mm. Der hieraus errechnete Auflagedruck beträgt 34,75 N/cm².Die Elastizität wurde nach einer Dauertrittbelastung mit einem Hufeisen der Größe 4 mit 250.000 Wechselbelastungen bei 5.000 N gemessen. Die Eindringtiefe des Hufeisens verringerte sich nach dem Dauertest von 4,7 mm auf 2,9 mm (siehe Bild 3). Auch hier nehmen Verformbarkeit und Elastizität geringfügig ab.

Dauertrittbelastung

Nach der Dauertrittbelastung  auf einem Prüfstand mit 250.000 Wechselbelastungen bei 5.000 N konnten an der Ober- und Unterseite kein Verschleiß und keine Schäden festgestellt werden.
Eine bleibende Verformung trat nicht auf.
 

Bild 2: Punktbelastung – Verformbarkeit in Abhängigkeit vom Auflagedruck (vor und nach der Dauertrittbelastung)
Bild 3: Flächenbelastung – Verformbarkeit in Abhängigkeit vom Auflagedruck (vor und nach der Dauertritt­belastung)
Bild 4: Messung der Verformbarkeit mit Kalotte
Bild 5: Messung der Verformbarkeit mit Hufeisen

Abriebfestigkeit

Von der geriebenen Fläche wurden 15,4 g abgerieben. Die Abriebtiefe nach 10.000 Doppelzyklen betrug ca. 1,9 mm, 4,1 % der Belaghöhe. Von der geriebenen Fläche wurden 4,6 g abge­rieben. Die Abrieb­tiefe und -menge lassen auf eine gute Abriebfestigkeit des Bodenbelages schließen.

Rutschfestigkeit

Die Gleitzugversuche mit dem mobilen Comfort Control Rutschfestigkeitsprüfstand des DLG-Test­zentrums ergaben eine gute Rutschfestigkeit auf trockenem und nassem neuen Belag. Die dabei gemessenen Reib­beiwerte (µ) liegen über den Mindestwerten von µ = 0,40 (DIN 7861) und 
µ = 0,45 (DLG Prüfrahmen).

Säurebeständigkeit

Der Bodenbelag war gegenüber der schwefligen Säure sowie dem Rapsöl bedingt beständig. Gegenüber den anderen eingesetzten Prüfmedien konnte eine Beständigkeit nachgewiesen werden.
Die Differenzen in Gewicht, Dicke und Shore-Härte A zwischen den behandelten und unbehandelten Prüf­körpern waren bei den eingesetzten Prüfmedien gering und lagen im Bereich des Standards Wasser. 
Gegenüber den getesteten Prüfmedien scheint der Bodenbelag für den beschriebenen Einsatzzweck be­zogen auf ihre Materialbeständigkeit ge­eignet.

Bild 6: Testmuster nach dem Abriebtest
Bild 7: Messung der Rutschfestigkeit
Bild 8: Prüfmuster nach Test Säurebeständigkeit

Tabelle 2:  Prüfmedien und Ergebnisse – Säurebeständigkeit 

PrüfmedienKonzentrationErgebnis 
nach 24 Stunden 
Einwirkzeit
Ergebnis 
nach 28 Tagen 
Einwirkzeit
Bewertung
Futtersäurengemisch    
 Konzentrat, pH 2keine Veränderungkeine Veränderungbeständig
Exkrementsäuren    
Harnsäuregesättigte Lösung (0,4 %)keine Veränderungkeine Veränderungbeständig
Schwefelige Säure5-6 % SO2keine VeränderungFarbveränderung, weißlicher Belagbedingt beständig
Ammoniak32 %ige Lösungkeine Veränderungkeine Veränderung beständig
Desinfektionsmittel    
Stalldesinfektionsmittel2 %-Lösung eines Produktes 
auf Basis von Ameisensäure und Glyoxylsäure
keine Veränderungkeine Veränderung beständig
Rapsölunverdünntkeine VeränderungRapsöl hat sich verfärbt, Prüfkörper aufgequollenbedingt beständig

Reinigungsabstand 

Bei Prüfstandsversuchen mit einem Hochdruckreiniger traten Schäden am Belag erst auf, wenn ein Mindestabstand von 50 cm beim Einsatz eines Dreckfräsers bzw. 20 cm beim Einsatz einer Flachstrahldüse unterschritten wurde. Bei der Reinigung und Desinfektion des Belages sollten nur die nach Angabe der Firma für den Bodenbelag zulässigen Mittel verwendet werden.

Bild 9: Messung der Reinigungsabstände mit Flachstrahldüse

Fazit

Die im vorliegenden DLG-Anerkannt-Einzelkriterien-Test geprüften Kriterien bewerten auf Basis von Prüfstandsuntersuchungen Komfort- und Haltbarkeitseigenschaften des Pflastersteinsystems Equi Terra 43 HD. Die Anforderungen des DLG-Prüfprogramms und der DIN 7861 werden bei den untersuchten Kriterien erfüllt. 

Anmelder und Prüfungsdurchführung

Hersteller und Anmelder

Conradi + Kaiser GmbH
Gewerbegebiet Larsheck
56271 Kleinmaischeid 

Kontakt:
Telefon +49 2689 9580-0
info@conradi-kaiser.de 
https://www.conradi-kaiser.com 
 

Prüfungsdurchführung

DLG TestService GmbH, Standort Groß-Umstadt

Die Prüfungen werden im Auftrag des DLG e.V. durchgeführt.

DLG-Prüfrahmen
DLG-Prüfrahmen für elastische Stallbodenbeläge im Bewegungs-, Ruhe- und Liegebereich von Pferden, Stand April 2024
DIN 7861:2024-05 (Elastische Stallbodenbeläge im Bewegungs-, Ruhe- und Liegebereich von Pferden – Anforderungen und Prüfung)

Fachbereich
Landwirtschaft

Bereichsleiter
Dr. Michael Eise

Prüfingenieur
Alena Scholz *

*    Berichterstatter

Kontakt

DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel
DLG TestService GmbH Standort Groß-Umstadt 
Max-Eyth-Weg 1 
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E-Mail: Tech@DLG.org
Tel: +49 69 24 788-600 
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