Das Erdmandelgras (Cyperus esculentus) hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer zunächst randständigen Art zu einem der bedeutendsten Problemunkräuter in der landwirtschaftlichen Praxis entwickelt. Der Neophyt ist eine wärmeliebende, mehrjährige Pflanze und gehört zur Familie der Sauergräser. Er hat eine Wuchshöhe von etwa 1 m. Seine Blätter sind typisch V-förmig und hellgrün bis grau. Der Stängel vom Erdmandelgras ist
dreikantig, markhaltig und ohne Knoten. Die Blüten sind gelb bis bräunlich und bilden Ährchen. Das Erdmandelgras blüht von August bis September, bei günstigen Bedingungen auch schon ab Juli. Danach werden die 1 bis 1,5 mm großen Samen gebildet. Im Vergleich zu den unterirdisch gebildeten Erdmandeln fallen sie klein aus und sind häufig mit bloßem Auge kaum erkennbar. Die Heimat dieses Sauergrases ist Ostafrika und mittlerweile sind in Niedersachsen ca. 250.000 ha befallen.
Rasante Ausbreitung gefährdet den Ackerbau
Die Ausbreitung des Erdmandelgrases hat bundesweit in den vergangenen Jahren ein außergewöhnliches Ausmaß angenommen. Während in den frühen 1990er-Jahren weniger als 100 ha betroffen waren, wird die befallene Fläche für das Jahr 2025 bundesweit auf 300.000 ha geschätzt, Tendenz steigend. Besonders unter dem nassfeuchten Jahreswechsel 2023/2024 konnte sich das Erdmandelgras in Niedersachsen sowie in anderen Regionen Deutschlands, Belgien, Niederlande, Luxemburg und der Schweiz besonders rasch vermehren. Immer mehr Flächen gelten als befallen, zunächst meist als kleiner Erstbefall am Rand oder entlang von Gewässern zu beobachten, nicht selten in kurzer Zeit in einem deutlichen Befallsnest. Die Art zeichnet sich durch eine ausgeprägte vegetative Vermehrungsstrategie aus, die zur raschen Ausbreitung und Persistenz in Ackerbausystemen beiträgt. Aus einer einzigen Erdmandel können innerhalb weniger Wochen zahlreiche Tochterpflanzen und neue Erdmandeln entstehen. Rechnerisch wurde eine Vermehrungsrate von etwa 1:700 ermittelt. Die vegetativen Rhizome erreichen Längen von bis zu 60 cm. Sie bilden an ihren Enden neue Pflanzen sowie die charakteristischen Mandeln, die im Boden bis zu Temperaturen von –15 °C überdauern. Die Etablierung beginnt bereits ab Bodentemperaturen von 8–10 °C, während die oberirdischen Pflanzenteile bei Frost absterben.
Strategien zur Bekämpfung
Aufgrund der besonderen Vermehrungsstrategie des Erdmandelgrases ist eine nachhaltige und vollständige Bekämpfung fast unmöglich. In erster Linie muss die Verschleppung durch Maschineneinsatz und Ernteprodukte auf Nachbarflächen verhindert werden. Das Erdmandelgras wird sehr leicht durch die Bodenbearbeitung aus den Befallsnestern in Bearbeitungsrichtung verschleppt. Alle Geräte, die auf mit Erdmandelgras befallenen Flächen eingesetzt werden, sowie das Schuhwerk müssen komplett von anhaftenden Bodenteilchen und Knöllchen sowie ggf. Samen noch an Ort und Stelle auf der Befallsfläche gereinigt werden.
Befallene Flächen müssen immer zuletzt bearbeitet und beerntet werden. Besondere Vorsicht gilt bei überbetrieblichem Maschineneinsatz und für Lohnunternehmer. Auch der Aushub aus Gräben sowie Überschwemmungen können zu einer Verbreitung auf benachbarte Flächen beitragen. Alle Personen, die auf der befallenen Fläche arbeiten, müssen über bekannte Befallsherde informiert werden, damit sie ihre Einsatzplanung darauf ausrichten können. Das Erdmandelgras verschleppt sich nicht nur über Mandeln, sondern auch über Samen. Vögel nehmen die Samen auf und über deren Ausscheidungen verbreitet sich das Schadgras.
Der vollständigen Beitrag lesen Sie hier und ist im Getreidemagazin/Raps 2/ 2026 im DLG-Verlag erschienen.