Trends in der Haltungs- und Fütterungstechnik für Geflügel

EuroTier 2026

Das BIld zeigt den Kopf eines unechten Huhns. Im Hintergrund sieht man verschwommen einen Mann.
Foto: DLG

Die Geflügelhaltung steht seit einigen Jahren und auch gegenwärtig vor zahlreichen Herausforderungen. Dazu zählt vorrangig die Notwendigkeit, die Biosicherheit spürbar zu verbessern, da die Aviäre Influenza (Vogelgrippe) inzwischen ein dauerhaftes Risiko darstellt und in diesem Jahr zusätzlich auch die atypische Geflügelpest (Newcastle Disease) mit erheblicher Wirkung aufgetreten ist. Hinzu kommen gesellschaftliche und politische Erwartungen an besseres Tierwohl und eine verbesserte Tiergesundheit, ebenso wie die Forderungen, den Antibiotikaeinsatz sowie die Emissionen in der Tierhaltung zu senken. Diese Entwicklungen zeigen sich auch deutlich bei den Neuheiten im Geflügelbereich der EuroTier 2026.

Verbesserte Darmgesundheit

Legehennen bleiben schon heute und auch künftig länger im Bestand. Möglich wird dies zum einen durch züchterische Fortschritte hin zu einer längeren Legepersistenz, zum anderen durch eine bessere Tiergesundheit und ein optimiertes Management. Bei Masthühnern kann eine verbesserte Darmgesundheit dazu beitragen, weniger Antibiotika einsetzen zu müssen. Entsprechend wurden für die EuroTier 2026 mehrere Produkte und Futterzusatzstoffe zur Förderung der Darmgesundheit als Neuheiten angemeldet. 

Selbstfahrender Folienstall

Mobile Ställe für Geflügel liegen im Trend. Sie erschließen Legehennen und Masthühnern regelmäßig neue Flächen und verhindern gleichzeitig durch die gleichmäßigere Nutzung des Grünlands, dass Stickstoff und Phosphor in tiefere Bodenschichten gelangen.

Ein Beispiel dafür ist der „ROVABARN SE“, ein Folienstall des Unternehmens UKKÖ Robotics Inc. Über eine App lassen sich bei ihm nicht nur Wasser- und Futterverbrauch kontrollieren, der Stall kann sich zudem bis zu 20-mal täglich eigenständig über die Fläche bewegen und den Hühnern so innerhalb des Stalls immer wieder eine neue Fläche bieten. Der Folienstall verbindet konsequent die Vorteile eines mobilen Stallsystems mit einem hohen Automatisierungsgrad. Diese Weiterentwicklung wurde von der Neuheitenkommission der DLG mit einer Silbermedaille prämiert.

Das Bild zeigt eine schwarze Spirale aus Metal in der Hühnereier in unterschiedlichen Farben gestapelt sind.
Foto: DLG

Deutlich weniger Knickeier

Optimierte Transportsysteme für Eier in Legehennenställen können den Anteil an Knickeiern erheblich senken. Dafür kommen smarte Datenerfassungs-Eier zum Einsatz, mit denen sich Stöße gezielt identifizieren lassen.

Das neue innovative „Electronic Egg“ der Firma Bröring Technology GmbH kann auch ohne Rechner im Stall betrieben werden. Die Stärke der auftretenden Stöße wird direkt über unterschiedlich farbige LEDs angezeigt, wodurch sich Problemzonen direkt am Transportsystem präzise lokalisieren lassen. Die Weiterentwicklung des elektronischen Eies ermöglicht eine schnelle und einfache Analyse von Eiertransportsystemen und wurde ebenfalls mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

Fazit

Für Geflügelhalter lohnt sich der Besuch der EuroTier 2026: sie zeigt praxisnahe Lösungen für zentrale Herausforderungen der Geflügelhaltung – von verbesserter Biosicherheit und Tiergesundheit über den reduzierten Einsatz von Antibiotika sowie geringere Nährstoff- und Emissionseinträge bis hin zu mehr Tierwohl und stärkerer Automatisierung. Damit liefert die EuroTier konkrete Impulse, um Geflügelbetriebe effizienter, tiergerechter und zukunftsfähiger zu gestalten.


Autorin: Dr. Christiane Keppler, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH)

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