Unter dem Motto „Innovation verbindet: Zukunft der Wertschöpfungskette - Dein Impuls für Agrar & Food" stand in diesem Jahr das Netzwerk Zukunft - powered by Junge DLG. In diesem Rahmen wurde auch die neue Vorsitzende des Arbeitskreises Food gewählt: Astrid Ney, die bereits das Hochschulteam Food in Hohenheim mitbegründete. Im Interview spricht sie über Qualifikationen, Ziele und ihre Motivation für das Amt.
Astrid, du bist ganz frisch ins Amt der ersten Vorsitzenden des Arbeitskreises Junge DLG Food gewählt worden. Was qualifiziert dich für dieses Amt?
Nach dem Abitur war ich nicht davon überzeugt, dass ein Studium die richtige Wahl für mich ist und wollte unbedingt eine handwerkliche Ausbildung absolvieren. Ich habe daher den Beruf der Konditorin erlernt. Nach der Ausbildung war ich ungefähr ein Jahr berufstätig und habe gemerkt, dass mir die Arbeit in der Backstube langfristig nicht reicht, da ich auch die technologischen Prinzipien hinter meiner praktischen Arbeit verstehen wollte. Ich habe daraufhin Ernährungswissenschaften in Hohenheim studiert und anschließend den Master in molekularer Lebensmitteltechnologie in Bonn absolviert. Der Bachelor in Hohenheim war sehr facettenreich und ich konnte viele Module aus den Bereichen Lebensmittelwissenschaften und Biotechnologie zusätzlich belegen. Zu der Zeit habe ich auch die Junge DLG kennengelernt und wurde Mitglied im Hochschulteam Hohenheim. Die Arbeit in dem Team hat mir damals schon viel Spaß gemacht. Im Master konnte ich dann tiefergehendes Wissen zu chemischen und technofunktionellen Prinzipien der Lebensmittelherstellung erlangen. Meine Masterarbeit habe ich schlussendlich am Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV geschrieben. Im gesamten Studium habe ich durch diverse Praktika, z.B. in der Qualitätssicherung oder der Produktenwicklung von Milchprodukten oder auch durch meinen Nebenjob in einem Food Start-up, viel gelernt – nicht nur fachlich, sondern auch persönlich.
Mein gesamter Ausbildungsweg gab mir also die Möglichkeit, praktische Arbeit mit theoretischem Hintergrund zu verbinden und die Lebensmittelbranche aus unterschiedlichen Perspektiven kennen zu lernen. Vom Handwerk zum Industriebetrieb, vom Zulieferer zur Produktion, aber auch vom Auszubildenen zum Studenten.
Vor allem bot sich mir immer wieder die Chance, viele unterschiedliche Menschen zu treffen; aus aus diesen Begegnungen gingen oftmals gute Freundschaften hervor. Sich auf neue Situationen einzulassen, mit unterschiedlichen Teams und Personen branchenübergreifend zusammenzuarbeiten und zu kommunizieren ist etwas, das immer wieder Teil meiner Arbeit war. Heute ist gute Kommunikation eine Fähigkeit, die mir in meiner aktuellen Tätigkeit als Anwendungstechnologin für Lebensmittelaromen sehr zugute kommt. Außerdem habe ich das Glück, nicht nur mein technologisches Wissen täglich anwenden und vertiefen zu können, sondern auch sehr kreative Aspekte in meiner Arbeit zu haben.
Astrid Ney ist gelernte Konditorin und hat einen Bachelorabschluss in Ernährungswissenschaften sowie einen Masterabschluss im Fach Molekulare Lebensmitteltechnologie. Inzwischen ist sie als Anwendungstechnologin für Lebensmittelaromen (Application Technologist Confectionery and Bakery) bei Silesia Flavors Global. In Hohenheim hat sie das Junge DLG Team Food mitbegründet und Veranstaltungen zu den Themen Sensorik und Wertschöpfungskette mitgestaltet.
Mein gesamter Ausbildungsweg gab mir also die Möglichkeit, praktische Arbeit mit theoretischem Hintergrund zu verbinden und die Lebensmittelbranche aus unterschiedlichen Perspektiven kennen zu lernen.
Astrid Ney
Welche Ziele möchtest du in deiner ersten Amtszeit verfolgen?
Mein Ziel ist es, dabei zu helfen, ein langfristiges Netzwerk aufzubauen, das als Plattform für junge Lebensmitteltechnologen branchenübergreifend dient. Es soll die Möglichkeit bieten, sich untereinander zu vernetzen, wichtige Themen für junge Technologinnen und Technologen zu erfassen, gemeinsam Lösungen zu finden oder auch einfach in Diskurs zu treten und zu debattieren.
Gerade die ersten Jahre im Beruf bieten viel Potential, um neue Ideen zu entwickeln, kreative Lösungen zu suchen, an bestehenden Konzepten zu rütteln und sich neu zu orientieren. Je länger man in einem bestimmten Bereich arbeitet und sich spezialisiert, desto weniger Zeit und Aufmerksamkeit kann man dem widmen. Das Leben wird voller, es fallen mehr Aufgaben an und man hat weniger Zeit, um sich aktiv auf neue Themen einzulassen. Der Austausch mit anderen, sei es nun fachfremd oder fachkundig, hilft dabei, aber gerade als Berufseinsteiger fehlt es an Anlauflaufstellen oder Netzwerke sind schwer zu finden. Zudem hatten viele durch den Lockdown während Corona nicht die Möglichkeit, sich im Studium auszutauschen und erste Erfahrungen zu sammeln.
Gleichzeitig fühlt man sich als junger Berufstätiger häufig überhört und übersehen. Daher hoffe ich mit dem Arbeitskreis der Jungen DLG ein Forum mitzugestalten, dass die Sichtbarkeit jener Studierenden und Berufstätigen untereinander erhöht, Stärke bindet und Möglichkeiten bietet, sich gegenseitig zu unterstützen. Vor allem möchte ich auch das schon bestehende Netzwerk nutzen. Die DLG bietet schon jetzt viele Kurse und Ansprechpartner zu unterschiedlichsten Themen. Auf diesem Potential möchte ich weiter aufbauen.
Am wichtigsten ist mir aber, meine Bereitschaft aktiv einzubringen, Wissen zu teilen und andere zu unterstützen.
Astrid Ney
Woher nimmst du die Motivation, deine Ziele im neuen Amt zu erreichen, und welche (berufliche) Perspektive wird dabei hilfreich sein?
Es bereitet mir schon immer viel Freude, neue Bekanntschaften zu schließen und meine Expertise auszubauen. Ich bin grundsätzlich sehr neugierig und liebe Einblicke in verschiedenste Branchen. Vor allem durch Gespräche in lockerer Atmosphäre lernt man sich komplett anders kennen – man spricht über Fragen wie: Was treibt den oder die andere an, wie stellen wir uns als junge Generation die Zukunft vor, was bereitet uns Probleme?
Häufig stimmen Themen, die mich umtreiben, mit denen der anderen überein. Da ich auch im Beruf mit mehreren unterschiedlichen Abteilungen national und international zusammenarbeite und aktiv zuhöre, hilft mir das auch bei meiner Arbeit in der jungen DLG. Außerdem arbeite ich sehr analytisch und lösungsorientiert. Und wenn es doch mal schwieriger wird, bringe ich eine gute Portion Durchhaltevermögen mit. Am wichtigsten ist mir aber, meine Bereitschaft aktiv einzubringen, Wissen zu teilen und andere zu unterstützen. Zusammen kreativ zu denken und Lösungen zu finden wird hoffentlich viele genauso begeistern wie mich.
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