Preview der DLG-Feldtage 2026 gibt Vorgeschmack auf Festival des Pflanzenbaus
DLG-Feldtage 2026: 16. bis 18. Juni 2026 – Internationales DLG-Pflanzenbauzentrum in Bernburg – Leitthema: „Pflanzenbau out of the box“ – Aussteller geben erste Einblicke in Innovationen und Verfahren auf ihren Schauflächen – Vielfältige Highlights im Fachprogramm von Robotik über Planting Green bis hin zur vernetzten Wertschöpfungskette – dlg-feldtage.de
Die DLG-Feldtage 2026 finden vom 16. bis 18. Juni 2026 auf den Flächen des Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum in Bernburg (Sachsen-Anhalt) statt. Erwartet werden rund 20.000 Besucher und über 300 Aussteller. Im Rahmen einer Preview Ende April präsentierte die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) als Veranstalter das Fachprogramm sowie alle wichtigen Fakten rund um die Messe. Eine Planwagenfahrt über die Ausstellungsflächen der DLG-Feldtage 2026 bot exklusive Ausblicke auf Standangebote und Neuheiten von ausstellenden Unternehmen und Institutionen. Digitalisierung, Angebote für den Nachwuchs, neue Züchtungen und Wirkstoffe für den Pflanzenschutz standen dabei im Fokus.
„Bereits zum zweiten Mal stehen die DLG-Feldtage unter dem Leitthema ‚Pflanzenbau out of the box‘. Das Motto passt gut zu unserem Festival des professionellen Pflanzenbaus und wird auch von vielen Ausstellern gerne aufgegriffen und an ihren Ständen präsentiert“, so Andreas Steul, Projektleiter der DLG-Feldtage bei der Pressepreview der DLG-Feldtage 2026 in Bernburg (Sachsen-Anhalt). Unter der Überschrift „Pflanzenbau out of the box“ zeigt die Messe innovative Ideen, unkonventionelle Ansätze und frische Impulse für die Praxis. Konkret bedeute das: Vielfalt auf dem Acker, Biodiversität, neue Technologien und alternative Anbausysteme zu präsentieren. „Wir wollen Pflanzenbau neu denken und Wege aufzeigen, wie sich Nachhaltigkeit, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit passend zu dem neuen DLG-Leitbild nachhaltige Produktivitätssteigerung vereinen lassen“, so Steul weiter.
Ein Highlight in diesem Jahr seien die Maschinenvorführungen. „Wir können mit Stolz sagen: Die DLG-Feldtage zeigen Europas größte kommentierte Maschinenvorführung“, sagte der Projektleiter mit Blick auf insgesamt 67 Gespanne, die Mitte Juni auf dem Feldtage-Gelände zu sieben unterschiedlichen Themen an den Start gehen werden. Jedes Thema wird einmal pro Tag durch unabhängige Experten kommentiert. Die Maschinenvorführungen finden im Rahmen der Live-Arena statt und auf den DLG-Parcours statt.
Ein weiteres Highlight im Fachprogramm sei der Themenereich „FarmRobotix“, der nach seiner Einführung zu den DLG-Feldtagen 2024 erneut eine Plattform für den Austausch über Technologien rund um Digitalisierung, Robotik und Automation bietet, betonte Steul außerdem. Hier erwartet das Fachpublikum Live-Demonstrationen, Expert Talks sowie geführte Touren. Im Rahmen von Demoblöcken werden mehr als zehn autonome Gespanne vorgeführt. Themen sind unter anderem InRow Hacken, Spot Spraying, Laser Weeding und autonomes Fahren.
Fachprogramm bietet Praktikern Impulse für zukunftsfeste Positionierung der Betriebe
Flankiert werden die verschiedenen Ausstellungsbereiche durch ein vielfältiges Fachprogramm, welches das zu den DLG-Feldtagen 2024 erstmalig eingeführte Leitthema „Pflanzenbau out of the box“ konsequent fortschreibt. „Mit unserem Fachprogramm zu den DLG-Feldtagen bieten wir den Besucherinnen und Besuchern auch in diesem Jahr eine Plattform für den Austausch zu neuen Verfahren, innovativen Technologien und Konzepten“, erläuterte Dr. Bruno Görlach, Bereichsleiter Pflanzenbau und Landtechnik im DLG-Fachzentrum Landwirtschaft & Lebensmittel. „Fertige ‚Rezepte‘ zur Umsetzung neuer Verfahren oder Anwendung neuer Technologien können wir dabei den Praktikerinnen und Praktikern nicht vorlegen. Wir bieten den Besuchern aber die Möglichkeit, im direkten Austausch mit anderen Praktikern Fragen zur Implementierung neuer Konzepte zu adressieren, beispielsweise im Format der Sprechstunden, auf unseren Bühnen und im Rahmen von Pop-up Talks“, unterstrich Görlach.
Der Verantwortliche für die Gestaltung des Fachprogramms verwies in dem Zusammenhang auf die praxisnahen Spotlights. Dazu gehört unter anderem „Planting Green“, eine vergleichsweise neue Spielart der Direktsaat, bei der die Hauptfrucht direkt in einen lebenden Zwischenfruchtbestand gesät wird. Planting Green könne je nach Standort den Erosionsschutz stärken und fördere generell ein gesundes Bodenleben, erläuterte Görlach. Das Spotlight Ökolandbau liefere Denkanstöße zum Verfahren der Dammkultur, das Perspektiven für vielfältige Kulturen biete, über den verbreiteten Anbau von Kartoffeln oder Spargel in Dammkultur hinaus.
Der DLG-Pflanzenbauexperte verwies darüber hinaus auf das Spotlight „Wertschöpfungskette Qualitätsweizen“, das die Beteiligten der Wertschöpfungskette Ackerbau vom Saatgut bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel (LEH) zusammenbringt. In dem Spotlight seien auch Unternehmen aus dem LEH vertreten, hob Görlach hervor. Dies betrachte er als besondere Chance für die Akteurinnen und Akteure der Wertschöpfungskette, auf die Herausforderungen jedes einzelnen Kettengliedes aufmerksam zu machen und so das Bewusstsein für ein zukünftiges Miteinander zu schaffen. Das Spotlight macht Zusammenhänge sichtbar, zeigt Schnittstellen auf und verbindet unterschiedliche Perspektiven. Passend dazu werde auch die Initiative Plattform Ackerbau (IPA) im Spotlight Wertschöpfungskette Qualitätsweizen präsent sein. Die IPA wurde von führenden Institutionen der gesamten Wertschöpfungskette Ackerbau, darunter die DLG, im Rahmen der Grünen Woche 2026 offiziell gegründet mit dem Ziel, pragmatisch gemeinsame Lösungen für Herausforderungen der Branche zu finden.
Bei der anschließenden Planwagenfahrt führte der erste Stopp zu den Agri-PV-Flächen der Hochschule Anhalt. Die in dem Versuch befindlichen Module sind seit zwei Jahren dort installiert in einem Reihenabstand von zwölf Metern. „Wir bewirtschaften die Flächen in einer Drei-Felder-Fruchtfolge: Winterdurum, Sojabohne und Hirse“, so Prof. Dr. agr. Dieter Orzessek von der Hochschule Anhalt. Untersucht werde über verschiedene Fragestellungen, wie landwirtschaftliche Betriebe mit einer Kombination aus Energieerzeugung in Agri-PV-Anlagen und Marktfruchtproduktion ihre Erlöse maximieren können. „Dafür ist eine Arbeitsbreite von zwölf Metern ein guter Kompromiss, der das breite Spektrum im hiesigen Ackerbau gut abbildet“, sagte Orzessek. Stünden die Solar-Module weiter auseinander, wäre der Erlös aus der Energieproduktion zu gering, um für den Landwirt profitabel zu sein, erläuterte der Wissenschaftler. Ein weiterer untersuchter Faktor in der Forschung zu Agri-PV an der Hochschule Anhalt ist laut Orzessek die Beschattung der Kulturen durch die Module. Während der DLG-Feldtage 2026 werden zwei Mal am Tag Exkursionen zu der Anlagen angeboten.
Siv Biada, Leiterin des Internationalen Pflanzenbauzentrums der DLG in Bernburg stellte im Rahmen der Planwagenfahrt das IWANA-Projekt vor. Gemeinsam mit dem Projektpartner Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt wird untersucht, wie sich wertgebende Ackerwildkräuter nachhaltig in den intensiven Marktfruchtbau integrieren lassen. In einem praxisnahen und zugleich wissenschaftlich fundierten Ansatz werden Bewirtschaftungs- und Managementmaßnahmen angepasst, um die Etablierung dieser ökologisch bedeutenden Arten zu fördern und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe im Blick zu behalten, betonte Biada. Das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Projekt wird von der DLG koordiniert und verbindet Biodiversitätsförderung mit modernem Ackerbau.
Ausstellende Unternehmen präsentieren ihr Standangebot
Die AGARVIS Raiffeisen AG, diesjähriger Mitveranstalter, bietet an ihrem Messestand einen Überblick, wie eine standortangepasste Fruchtfolge in der Region Sachsen-Anhalt aussehen kann. Ein Highlight am Stand der AGRAVIS ist die Elektronenbehandlung von Saatgut - als Alternative zur chemischen Beize. „Wir sehen, dass das Verfahren gut funktioniert und erreichen damit unter anderem einen schnelleren Auflauf des Saatguts”, erklärt Anastasia Thiem von der Pflanzenbau-Vertriebsberatung bei AGRAVIS. „Und auch die Beizstaub-Belastung ist durch die Elektronenbehandlung kein Problem mehr.” Zusätzlich zu pflanzenbaulichen Schauparzellen wird die Agravis auch im Bereich FarmRobotix der DLG-Feldtage 2026 anzutreffen sein: Mit dem AgBot von AgXeed präsentieren sie einen autonomen Feldroboter.
Die Planwagen-Tour führte die Besucherinnen und Besucher der Preview außerdem zu den Schau-Flächen der KWS. „Wir sind ein Fullliner, und das wollen wir auf den DLG-Feldtagen mit unseren neuen Produkten und Spezialsorten auch zeigen”, sagte Lukas Bartsch, Produktmanagement Raps & Sonnenblume bei der KWS. Am Stand des Saatgutherstellers können Besucherinnen und Besucher sich auf kleine Themenparzellen freuen und sich unter anderem auch über Hybridgerste informieren.
Ebenfalls auf den DLG-Feldtagen 2026 vertreten ist BASF: „Wir stellen auf den DLG-Feldtagen unser komplettes Portfolio vor”, so Thomas Zeitze, Beratungstechniker bei BASF. Drei Tagelang können Besucherinnen und Besucher sich am Messestand des Agrarkonzerns über Getreide-Fungizide, Herbizide sowie eine neue Kartoffelbeize informieren. Auch das easyconnect-System - das den Anwenderschutz verbessern soll - sowie das neue Getreideherbizid Luximo mit neuem Wirkmechanismus gegen Gräßer in Getreide, welches sich noch in der Zulassungen befindet, werden vorgestellt.
Die SKW Piesteritz tritt während der Messe mit ihren Tochtergesellschaften Lovochemie, Duslo und LAT Nitrogen Austria GmbH als Gemeinschaftsstand auf. „Das Thema Versorgungssicherheit ist in den letzten Wochen durch politische Krisen wie den Irankrieg extrem in den Fokus gerückt und wir gehen davon aus, dass dies auch hier am Stand voraussichtlich heiß diskutiert wird“, äußerte sich Florian Eißner, Leitung Marketing Düngemittel, bei der Feldbegehung während der Preview. Während der Messe wird der Ammoniak- und Harnstoffproduzent SKW ein neues Produkt und sowie einen Produkt-Relaunch präsentieren. Im Rahmen ihres Standkonzeptes wird das Unternehmen auch einen besonderes Fokus auf die Minimierung des ökologischen Fußabdruck von Düngemitteln legen.
„Wir sind der einzige Aussteller, der die Pflanzen absichtlich schädigt“, eröffnete Daniel Rittershaus, Leiter Marketing und Kommunikation der Vereinigten Hagelversicherung, ironisch seine Standpräsentation. Mit der Hagelsimulationsmaschine „HASI“ wird die Vereinigte Hagel im Rahmen der DLG-Feldtage Schäden an Raps, Mais, Weizen, Erbsen und Rüben simulieren. „Wir wollen unseren Besuchern zeigen, dass Hagelschäden nicht immer so schlimm sind, wie anfangs vielleicht angenommen - dass es aber nichtdestotrotz wichtig ist, gut abgesichert zu sein.“ Wer die Hagelsimulationsmaschine live in Aktion erleben möchte, hat die Chance dazu bei der Pressekonferenz der Vereinigte Hagel am Messemittwoch, dem 17. Juni.
Land Sachsen-Anhalt präsentiert sich mit vielfältigen Angeboten
Auf rund 5.000 Quadratmetern mit zehn Mitausstellern präsentiert sich das Land Sachsen-Anhalt auf den DLG-Feldtagen 2026. Die Hälfte der Fläche wird von der Hochschule Anhalt gestaltet. Leitthema des diesjährigen Messeauftritts des Landes ist: Wissen. Praxis. Zukunft. „Wir werden hier mehr als 45 fachliche Einzelthemen präsentieren“, so Dr. Heike Schimpf, Abteilungsleiterin beim Zentrum für Acker- und Pflanzenbau der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau. Neben vielen digitalen Tools für die landwirtschaftliche Praxis stünden auch jede Menge pflanzenbauliche Themen im Fokus. Unter anderem werden monatlich Drohnenaufnahmen gemacht, um abzubilden, wie sich die Fläche entwickelt. Wer genau hinschaut, kann aus der Luft eine Glühbirne entdecken. Diese ist in Anlehnung an das Leitthema des Messeauftritts entstanden und symbolisiert das „Wissen“. Die Glühbirne selbst ist aus Arznei- und Gewürzpflanzen gestaltet. Täglich wird hier ein Experte anzutreffen sein der über „Sachsen-Anhalt als Gewürzkammer Deutschland“ und „Arzneipflanzen im Wandel der Zeit“ informiert. Und auch Streuobstbäume werden auf der Fläche präsentiert. Experten erklären hier den Schnitt sowie weitere Pflegemaßnahmen.
„Am Messedonnerstag, dem 18. Juni, haben wir hier auf der Fläche den Tag der Bildung. Hier zeichnen wir die Bildungswege im Land nach und bieten in diesen Rahmen einen Bildungsparcours, Pop-up-Talks und Foren für Schulklassen aus dem Mittel- und Hochschulbereich an“, schloss Dr. Schimpf.
Das gesamte Fachprogramm sowie alle Aussteller finden Sie unter dem nachfolgenden Link: https://digital.dlg-feldtage.de/newfront/de/sessions?page=sessions&day=1781560800
Mitveranstalter der DLG-Feldtage 2026 sind das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt (MWL), gemeinsam mit der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) und die AGRAVIS Raiffeisen AG.
Als Fachpartner der DLG-Feldtage 2026 werden die Vereinigte Hagelversicherung VVaG, die Union zur Förderung der Öl- und Proteinpflanzen e. V., die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie weitere Organisationen und Institutionen die Freilandausstellung im Rahmen des fachlichen Programmes unterstützen.
Fotos: DLG
Möglicher Bildunterschrift: Andreas Steul, Projektleiter der DLG-Feldtage (links) und Dr. Bruno Görlach, Bereichsleiter Pflanzenbau und Landtechnik im DLG-Fachzentrum Landwirtschaft & Lebensmittel
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