Am 19. und 20. Februar trafen sich in Hohenroda erneut Rindermäster, Fressererzeuger, Berater und Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet. In zahlreichen Vorträgen und Gesprächen wurden aktuelle Entwicklungen beleuchtet, Herausforderungen diskutiert und neue Perspektiven für die Rindermast aufgezeigt. Die Mischung aus Praxiswissen, wissenschaftlichen Impulsen und persönlichem Austausch machte das Forum auch in diesem Jahr zu einem lebendigen Treffpunkt der Branche.
Die zweitägige Veranstaltung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) bot den rund 70 Teilnehmern eine Plattform für fachliche Impulse und praxisorientierte Diskussionen. Im Fokus standen Themen rund um die Fütterung sowie die Verbesserung des Tierwohls und der Betriebswirtschaft in der Rindermast.
Eine Veranstaltung drehte sich um die Grobfutterqualität. Dr. Klaus Hünting von der Landwirtschaftskammer NRW erläuterte eindrucksvoll, wie eine gute Qualität des Grobfutters erzielt werden kann. Die Qualität der Maissilage entscheidet maßgeblich über Leistung und Wirtschaftlichkeit in der Rindermast. Schon der richtige Erntezeitpunkt bestimmt, wie viel Energie später im Silo steckt. Moderne Methoden wie Pflanzenproben oder Satellitendaten helfen dabei, den optimalen Reifegrad zu treffen. Während der Ernte selbst kommt es auf eine saubere Kornaufbereitung und eine starke Verdichtung an, denn jede eingeschlossene Luft führt später zu Nacherwärmung und Energieverlusten. Diese Verluste können schnell teuer werden und im Extremfall mehrere hundert Euro pro Hektar kosten, betont der Experte.
Eine zentrale Rolle spielt zudem die Abdeckung: Hochwertige, DLG‑geprüfte Silofolien schützen zuverlässig vor Sauerstoff und halten die eingebrachte Qualität stabil. Der Mehrpreis gegenüber günstigen Folien ist gering, der Nutzen aber hoch. Ergänzend können Siliermittel die aerobe Stabilität weiter verbessern, besonders bei hohen Trockenmasse-Gehalten.
Weitere spannende Themenfelder im Plenum waren das Gesundheitsmonitoring bei Fressern, welches Dr. Ingrid Lorenz vom Tiergesundheitsdienst in Bayern vorstellte. Ebenso berechneten Anton Berentzen, Universität für Bodenkultur (Wien), und Dr. Claus Deblitz, Thünen-Institut, die Mehrkosten für verschiedene Tierwohlstufen in der Rindermast.
Besondere Programmpunkte waren zudem die beiden Arbeitskreise zu den Themen Direktvermarktung und Nebenprodukte in der Fütterung.
Ein Highlight des DLG-Forums Rindermast war der Besuch aus Argentinien. Maren Ebinger stellte in einer virtuellen Betriebsbesichtigung die Rindermast in Argentinien vor. Das Land zählt dank riesiger Weideflächen, günstiger Klimabedingungen und einer langen Fleischtradition zu den wichtigsten Rindfleischproduzenten weltweit. Bei 51 Millionen Rindern auf 46 Millionen Einwohner spielt die Viehzucht eine weit größere Rolle als der Ackerbau. Die Rasse Angus dominiert, da sie zartes, gut marmoriertes Fleisch liefert und sowohl für Weide- als auch Intensivmast bestens geeignet ist.
Während die Mutterkuhhaltung vollständig auf Weiden basiert, wird die Mast zunehmend über Zufütterung oder Feedlots ergänzt, die eine schnellere und wetterunabhängigere Produktion ermöglichen. Jährlich werden rund 13,6 Millionen Rinder geschlachtet, und mit einem Konsum von 49,6 kg pro Kopf zählt Argentinien zu den Spitzenreitern weltweit. Gleichzeitig ist das Land ein führender Exporteur, besonders im Premiumsegment der EU über Programme wie die Hilton-Quote. Die Kombination aus natürlichen Ressourcen, effizienter Produktion und hoher Fleischqualität macht Argentinien zu einem globalen Schlüsselakteur in der Rindfleischindustrie.