EuroTier 2026 als Themen-Hotspot für Futter und Fütterung und Grobfuttererzeugung
10. bis 13. November 2026 in Hannover – Leitthema „Intelligence in animal farming“ – Umfassendes Fachprogramm u.a.: DLG-Spotlight: Grobfuttererzeugung und DLG-Spotlight: Emissionsminderung – Grobfuttertage am 12. und 13. November – eurotier.com
Die EuroTier 2026 wird erneut wichtige Impulse für die Weiterentwicklung von Futter und Fütterung liefern. In Hannover stehen dabei unter anderem die Reduzierung von Emissionen, der Einsatz alternativer Proteinquellen in der Tierernährung sowie eine erfolgreiche Erzeugung und Konservierung von Grobfutter im Mittelpunkt. Für Landwirtinnen und Landwirte bietet die Messe vom 10 bis 13. November eine hervorragende Plattform, um aktuelles Fachwissen zu vertiefen und den Austausch mit Ausstellern, Berufskollegen und Expertinnen und Experten zu suchen.
Die Gestaltung der Fütterung ist für Nutztierhalter von zentraler Bedeutung, da sie entscheidenden Einfluss auf die Tierleistung, Wirtschaftlichkeit sowie Umwelt- und Klimawirkungen hat. Ziel ist eine möglichst präzise, effiziente und bedarfsgerechte Versorgung der Tiere mit Energie und Nährstoffen.
Emissionen: Ansatzpunkte in Fütterung und Futterbau
Über die Fütterung wird maßgeblich bestimmt, wie gut die Tiere mit Energie und Nährstoffen versorgt sind. Zudem hat sie Einfluss darauf, wie viel Stickstoff und Phosphor von den Tieren wieder ausgeschieden werden und in welchem Umfang Umweltwirkungen wie Ammoniak-, Lachgas- oder Methanemissionen entstehen. Wichtige Hebel zur optimierten Fütterung und Emissionsminderung sind eine effiziente Futtererzeugung, geringe Verluste entlang der gesamten Futterkette sowie eine optimal auf den Bedarf der Tiere abgestimmte Rationsgestaltung. Hochwertiges Grobfutter, ein professionelles Silage- und Silomanagement und regelmäßige, aussagekräftige Futteranalysen helfen, Ressourcen effizient zu nutzen, Kosten zu reduzieren und den betrieblichen CO₂-Fußabdruck zu senken.
Hinsichtlich möglicher Umweltwirkungen sollte auch der Methanbildung im Pansen Aufmerksamkeit gewidmet werden. Diese wird vor allem durch Futteraufnahme sowie die Faser- und Fettkonzentration der Futterration beeinflusst. Dabei müssen die physiologischen Anforderungen der Wiederkäuer berücksichtigt werden. Untersuchungen zeigen, dass eine hohe Grobfutterqualität ebenso bedeutsam ist, weil sie den Kraftfuttereinsatz reduziert und über einen besseren Futteraufwand zugleich die Wirtschaftlichkeit verbessert.
Da die Methanproduktion zur Aufrechterhaltung zahlreicher physiologischer und biochemischer Prozesse im Pansen benötigt wird, kann die Methanbildung nicht vollständig vermieden werden. Daher liegt der Fokus auf einer möglichst effizienten Produktion. Eine stabile Gesundheit als Basis für hohe Tierleistungen und eine lange Nutzungsdauer der Kühe tragen wesentlich zur Emissionsminderung bei. Je höher die Lebensleistung und je niedriger die Remontierungsrate, desto geringer fallen die Emissionen je Kilogramm Milch oder Fleisch aus. Zusätzlich leisten züchterische Fortschritte, ein optimiertes Betriebsmanagement, eine bedarfsgerechte Düngung sowie moderne Techniken zur Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern einen wichtigen Beitrag.
DLG-Spotlight: Emissionsminderung
In der Schweinehaltung ist die stickstoff- und phosphorreduzierte Fütterung ein zentraler Baustein zur Senkung der Ammoniakemissionen. Als Faustzahl gilt: Eine Absenkung der Rohproteinkonzentration um einen Prozentpunkt reduziert die NH₃-Emissionen um rund zehn Prozent. Im Fokus stehen dabei eine präzise Aminosäurenversorgung sowie die Rationsberechnung auf Basis der im Dünndarm verdaulichen Aminosäuren. Unter Berücksichtigung der betrieblichen Gegebenheiten ermöglicht diese Fütterungsstrategie eine leistungsangepasste und zugleich umweltfreundliche Nährstoffversorgung.
Auch in der Geflügelhaltung gilt die N- und P-reduzierte Fütterung als wirkungsvolles Instrument. Durch eine exakte Anpassung der Nährstoffkonzentrationen an den Bedarf der Tiere lassen sich Überschüsse deutlich verringern und damit Stickstoff- und Phosphoreinträge in Boden, Wasser und Luft nachhaltig reduzieren.
Welche Rolle die Fütterung bei der Emissionsreduktion spielt und welche technischen Lösungen darüber hinaus dazu beitragen können, ist Thema des DLG-Spotlights „Emissionsminderung“ auf der EuroTier 2026. Aussteller präsentieren dort innovative Verfahren und Technologien für die Schweine- und Geflügelhaltung. Fachbesucherinnen und Fachbesucher erhalten die Möglichkeit, mit Expertinnen und Experten praxisnahe Lösungsansätze zu diskutieren, die Umwelt- und Klimaschutz mit Tierwohl und Wirtschaftlichkeit verbinden.
Grobfutterqualität als Schlüssel zum Erfolg
Die Qualität des Grobfutters ist ein entscheidender Faktor für leistungsfähige Wiederkäuerbestände und eine wirtschaftliche Milchproduktion. Noch immer treten entlang der Futterkette – vom Feld bis zur Futtervorlage – teils erhebliche Verluste auf. Durch die konsequente Umsetzung guter fachlicher Praxis lassen sich diese jedoch deutlich verringern.
Für eine hohe und stabile Grobfutterqualität ist neben dem Management der gezielte Einsatz moderner Landtechnik in allen Arbeitsschritten unerlässlich – von der Ernte über Konservierung und Lagerung bis hin zur Fütterung. Optimal abgestimmte Maschinen tragen dazu bei, Arbeitszeit zu sparen, Witterungsrisiken zu minimieren sowie Mengen- und Qualitätsverluste zu reduzieren. Entscheidend sind dabei schnelle, verlustarme Prozesse, etwa eine rasche Silierung innerhalb von 24 Stunden oder eine zügige Abtrocknung bei der Heubereitung, ebenso wie korrekt eingestellte Geräte zur Vermeidung von Verschmutzungen und damit verbundenen Folgeerscheinungen wie Fehlgärungen.
Moderne Technik unterstützt Futterhygiene, Gärqualität und Lagerstabilität – beispielsweise durch bodennahe Gülleausbringung, angepasste Schnittlängen, den Einsatz geprüfter Siliermittel, hohe Verdichtungsgrade und luftdichte Abdecksysteme. Auch die fachgerechte Silageentnahme ist von großer Bedeutung: Ein sauberer Anschnitt, ausreichender Vorschub und tägliche frische Futtervorlage verhindern Nacherwärmung und Verderb. Nur hygienisch einwandfreie, stabile und gut verdauliche Grobfutterkonserven gewährleisten eine hohe Futteraufnahme sowie gesunde und leistungsfähige Tiere.
Für eine präzise Rationsgestaltung ist die genaue Kenntnis der Silagequalität unerlässlich. Besonders bei Mais- und Grassilagen können Trockenmasse- und Nährstoffgehalte innerhalb eines Silos stark schwanken und sich unmittelbar auf die Ration auswirken. Moderne Trockenmasse-Sensoren bei der Entnahme ermöglichen eine kontinuierliche Echtzeiterfassung und eine automatische Anpassung der Futterration. Während Erstanalysen als Grundlage der Planung dienen, ist für eine exakte Feinjustierung eine regelmäßige Nachuntersuchung der Grobfutterbestände notwendig.
DLG-Spotlight: Grobfuttererzeugung
Die Grobfuttererzeugung nimmt eine Schlüsselrolle in der bedarfsgerechten Wiederkäuerfütterung ein – unabhängig davon, ob Mais- oder Grassilage, Frischgras oder Heu eingesetzt werden. Eine konstant hohe Futterqualität ist entscheidend für Tiergesundheit, Leistung und Wirtschaftlichkeit der Betriebe. Im Rahmen einer kuratierten Sonderschau präsentieren Aussteller auf der EuroTier vom 10. bis 13. November 2026, wie digitale und Smart-Farming-Lösungen im Futterbau dazu beitragen können, die Qualität des Grobfutters vom Schnitt bis zur Silage gezielt zu optimieren. Ergänzt wird das Angebot durch die neuen Grobfuttertage am 12. und 13. November. Hier widmet sich die DLG-Expert Stage Rind als Bestandteil des DLG-Spotlights „Grobfuttererzeugung“ speziell der bedarfsgerechten Wiederkäuerfütterung.
Foto: DLG
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