Grenzüberschreitende Vielfalt

Interessante Exkursion in die Eifel und nach Luxemburg  

Im Mai 2025 begab sich der DLG-Ausschuss für Gräser, Klee und Zwischenfrüchte auf eine dreitägige Exkursion in die Eifel und nach Luxemburg.

Die Exkursions-Teilnehmenden zu Gast bei Familie Thiex-Mayer. Fotos: DLG

Tag 1: Saatgut im Fokus – Einblicke bei Freudenberger und Audrit

Der Auftakt fand im Haupthaus der Feldsaaten Freudenberger in Krefeld statt, wo der Ausschussvorsitzende Joachim Hütter die 23 Teilnehmenden herzlich begrüßte. Die Exkursion wurde im Vorfeld maßgeblich von der DSV und Feldsaaten Freudenberger mit Unterstützung der DLG organisiert. Nach einer kurzen Unternehmensvorstellung durch Bernhard Kaffill folgte eine eindrucksvolle Führung durch die Produktions- und Lagerhallen des Saatgutunternehmens. 

Am frühen Nachmittag setzte sich der Reisebus in Richtung Eifel in Bewegung – vorbei am imposanten Tagebau Garzweiler und durch geschwungene Landschaften. Ziel war der Familienbetrieb von Alexander Audrit in Reipeldingen, der auf eine über 100-jährige Tradition in der Grassamenvermehrung zurückblickt. Besonders bemerkenswert: die 30 ha Weidelgrasvermehrung, welche teils im Schwaddruschverfahren geerntet werden. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Kombination aus Tradition und Spezialisierung. 

So viele Unterschiede im Rasen – zu Besuch bei Feldsaaten Freudenberger.
Informative Einblicke erhielten die Teilnehmer über die Luxemburger Saatbaugenossenschaft.

Tag 2: Grenzüberschreitende Vielfalt – Landwirtschaft zwischen der Eifel und Luxemburg

Der zweite Tag begann mit einem Besuch bei Familie Thiex-Mayer in Hüttingen bei Lahr. Der Betrieb blickt auf über 80 Jahre Erfahrung in der Grassamenvermehrung zurück – auch unter herausfordernden Bedingungen wie Hanglagen mit bis zu 17° Neigung. Neben der Vermehrung im eigenen Betrieb engagiert sich Herr Thiex-Mayer aktiv rund um Saatgut im Ehrenamt im Vorstand des Saatbauverband West und im Vorstand des Bundesverband Deutscher Saatguterzeuger. Er übernimmt mit seinem Betrieb auch zahlreiche Lohnarbeiten, von der Aussaat bis zur Ernte. In der Hochsaison werden die Kapazität der Lagerfähigkeit von 3.500 t schnell erreicht. 

Im Anschluss stand ein technisches Highlight auf dem Programm: die Besichtigung des Pumpspeicherkraftwerks Vianden, auch bekannt als „Kraftwerk im Berg“. Unter fachkundiger Führung von Norbert Schenten erhielt die Gruppe spannende Einblicke in die Funktionsweise dieser beeindruckenden Anlage.  

Zur Mittagszeit ging es weiter zur Familie Fisch in Körperich, einer Zweigstelle der DSV. Mit bis zu 2.200 ha Vermehrungsfläche zählt sie zu einem bedeutenden Partner der Luxemburgischen Saatbaugenossenschaft (LSG). Hier werden nahezu alle Gräserarten vermehrt, mit Ausnahme der Wiesenrispe. 

Am Nachmittag folgte ein Besuch bei der LSG in Colmar. Gegründet 1960 mit dem Ziel, die Unabhängigkeit der Landwirte zu stärken, hat sich die Genossenschaft stetig weiterentwickelt. Heute zählt sie rund 100 Mitglieder und verfügt über eine Lagerkapazität von bis zu 13.000 t. 

Auf dem Rückweg legte die Gruppe noch einen kurzen Zwischenstopp an der Hopfenanlage von Andreas Dick in Holsthum ein. Der Familienbetrieb ist der einzige Hopfenlieferant in der Eifel und beliefert exklusiv die Bitburger Brauerei mit dem regional angebauten Bitburger Siegelhopfen.

Tag 3: Große Maschinen – Technik und Tradition zum Abschluss

Der dritte Tag begann mit einem Besuch beim Lohnunternehmen Reiff in den Allern. Die Dimensionen des Betriebs beeindruckten: ein täglicher Dieselverbrauch von 30.000 l, bis zu 11.000 t Lagerkapazität und die wahrscheinlich weltweit größte Oldtimer-Fendt-Sammlung zeugen von der Größe und der Leidenschaft des Unternehmens.

Nach der Rückfahrt nach Krefeld fand die Exkursion ihren Abschluss auf dem Versuchsfeld der Feldsaaten Freudenberger. Die Reise bot nicht nur wertvolle Einblicke in die Praxis der Saatgutvermehrung, landwirtschaftliche Technik und regionale Besonderheiten, sondern förderte auch den persönlichen Austausch und das Netzwerk innerhalb des Ausschusses. Sie zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig, innovativ und engagiert die Branche aufgestellt ist.

SAVE THE DATE: Die nächste Gräsertagung findet am 4. November 2025 in Bonn statt. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter: DLG-Gräsertagung 2025