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Fortschritte im chinesischen Milch- und Schweinesektor

DLG-Vizepräsident Philipp Schulze Esking hatte im November die Gelegenheit, das chinesische Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten (MARA) in Peking zu besuchen. Dort tauschte sich der Schweinehalter mit dem Stellvertretenden Generaldirektor der Abteilung für Internationale Angelegenheiten, Peng Tingjun, aus.

Im Gesprächlobte der Ministeriumsvertreter die Arbeit der DLG, die in den vergangenen 15 Jahren die deutsch-chinesische Zusammenarbeit mit zahlreichen Projekten im Agrarsektor gefördert hat. 

Während seines Besuchs in China eröffnete Schulze Esking das Chinesisch-Deutsche Rinder- und Schweinesymposium, das vom 25. bis 27. November 2023 in Peking mit mehr als 200 Teilnehmenden aus beiden Ländern stattfand. Zu der hochrangigen Delegation der deutschen Agrarwirtschaft zählten die Geschäftsführer von Bayern-Genetik, Big Dutchman, BVN, Caisley, German Genetic, GGI-SPERMEX, MASTERRIND, Holm & Laue, Förster-Technik, Pöttinger und Sano – Moderne Tiernahrung.

In seinem Vortrag schätzte Prof. Wang Aiguo, China Chief-Scientist in Swine, die Zahl der geschlachteten Schweine in China bis 2022 auf rund 700 Mio. Die Produktion von Schweinefleisch dürfte, so der Experte, 55 Mio. t betragen. Dies entspreche fast der gleichen Menge wie 2019 vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China. Der Anteil der großen Schweinehaltungsbetriebe (mehr als 500 Tiere) wird für das Jahr 2022 auf 65 Prozent geschätzt, im Vergleich zu 50 Prozent im Jahr 2019. Gleichzeitig seien die Weiterentwicklung der Futtereffizienz und neuer Futtermischungen wichtige Themen im Schweinesektor des Landes.

Futtermittelmanagement im Fokus

Die Turbulenzen auf dem globalen Schweinemarkt stellte Sven Häuser, Manager des European Pig Producers Club (EPP), vor. Seine Ausführungen stießen bei den Zuhörern auf großes Interesse. Dr. Shengdu Hu von Haida, Chinas führendem Schweinefutterhersteller, sagte: „Es ist sehr interessant, die verschiedenen Herausforderungen aus globaler Sicht vorgestellt zu bekommen. Die Fakten und Erfahrungen aus anderen Ländern geben wertvolle Hinweise für die Verbesserung unseres Futtermittelmanagements".

Futterkosten und -effizienz waren somit ein weiterer Schwerpunkt des Symposiums. Prof. Pu Dengfan von der Chinese Academy of Agricultural Science (CAAS) berichtete, dass die Futterkosten derzeit 74 Prozent der Produktionskosten in China ausmachten, was erhebliche Innovationen in der Milchviehzucht und im Betriebsmanagement erfordert.

Zuchtkonzepte auf Langlebigkeit und der Einsatz von Doppelnutzungsrassen sind daher für den chinesischen Markt von großem Interesse, da diese auch eine verbesserte Produktivität versprechen.

Exkursion zu Michviehbetrieb und Schlachthof

Das Symposium wurde gemeinsam mit ADT Project Consulting im „Sino-German Animal Cooperation Project“ organisiert und führte 50 hochkarätige Redner aus beiden Ländern zusammen, die die Fortschritte der vergangenen fünf Jahre im Milch- und Schweinesektor präsentierten. Nach der informativen Konferenz konnten die Teilnehmer den Austausch bei einer eintägigen Exkursion zu einem Milchviehbetrieb und einem Schlachthof in der Nähe von Peking intensivieren.

Spätestens zur EuroTier 2024 findet die Zusammenarbeit ihre Fortsetzung, wenn eine hochrangige Delegation aus dem chinesischen Agrarministerium in Hannover erwartet wird.


Sven Häuser,
DLG-Fachzentrum Landwirtschaft
s.haeuser@dlg.org