DLG e.V. - Wer offline bleibt, wird unsichtbar!

Wer offline bleibt, wird unsichtbar!

Lena Hennig ist Mitglied der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit der Jungen DLG, Großenlüder. Foto: privat

Lena Hennig über das Aushängeschild Homepage

Die Macht des Internets ist nicht zu unterschätzen und wir sollten sie für uns nutzen. Eine Homepage kann zum Aushängeschild des eigenen Images werden und dadurch die Akzeptanz in der Gesellschaft positiv beeinflussen. Die Betonung liegt auf „kann“- denn der Teufel steckt wie so oft im Detail. Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht. Damit die eigene Website nicht zur Anti-Werbung wird, sind ein paar wesentliche Kriterien zu beachten. 

Professionalität stärkt den Webauftritt  

Bereits die ersten Sekunden auf einer Webseite entscheiden über „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“. Eine professionelle, authentische Darstellung des eigenen Betriebes ist ausschlaggebend für die positive Wahrnehmung. Wer sich die Implementierung einer eigenen Seite zum Beispiel über nutzerfreundliche Portale wie Jimdo oder WordPress nicht zutraut, braucht heute auf keinen Fall mehr darauf verzichten. Aktuell findet sich eine Vielzahl an Dienstleistern wie beispielsweise „Agrarmarketing Detailreich“ oder „Landclick“, die sich speziell auf die Erstellung von Websites und sogar Marketingkonzepten im Agrarbereich spezialisiert haben.

Ein No Go: Sie haben bereits eine eigene Seite, jedoch befindet sich diese aus verschiedenen Gründen noch immer in einem absoluten Rohzustand? Ein solcher Webauftritt bleibt bis zu seiner endgültigen Fertigstellung besser in einem unsichtbaren Bearbeitungsmodus. Unfertige Webseiten werden als wenig professionell wahrgenommen.

Aller Anfang ist gar nicht so schwer

Unter dem Motto: Wer heute Gutes sät, kann später Gutes ernten, startete vor einigen Jahren der Ferkelerzeugerbetrieb Faust (www.danzucht-Faust.jimdo.com) in die Offensive. Und damit ist er nicht alleine. Er tummelt sich in einem immer größer werdenden Pool von Betrieben, die durch eine professionelle Webseite einen virtuellen Blick in ihre Ställe und die tägliche Arbeit erlauben.

Sich öffentlich zu positionieren und der eigenen Landwirtschaft eine Identität zu geben, sollte jedoch kein Zufallsprodukt sein, sondern bedarf einiger Überlegungen und vor allem zwei entscheidender Grundzutaten: Zeit und Geduld!

„Nur mal kurz die Welt retten“ – ist in einem Bereich, wie der Landwirtschaft, in dem es um sensible Themen, wie den Einsatz von „Pestiziden“ oder der Haltung von Lebewesen geht, nicht möglich.

Grundsätzlich hat Landwirtschaft immer eine gewisse Präsenz in der öffentlichen Wahrnehmung. Wie viel man von seiner Arbeit und dadurch auch von seinem Leben im Internet preisgeben möchte, bleibt eine ganz individuelle Entscheidung.

Das Potential einer eigenen Webseite ist nicht zu unterschätzen

Landwirte sind Unternehmer. Unternehmen, die heute nicht oder nur als formeller Hinweis im Internet zu finden sind, erscheinen oft schon als fragwürdig.

Ein großer Vorteil der eigenen Webseite: 

  • professionelle Pflege von Geschäftsbeziehungen
  • Erleichterung in der Werbung von Mitarbeitern oder Lehrlingen
  • Positionierung des eigenen Betriebes gegenüber der öffentlichen Wahrnehmung.


Wichtig: Die veröffentlichten Informationen und Inhalte sollten keine falsche Idylle widerspiegeln. Ansprechende Fotos, leicht zu lesende Texte und eine selbstkritische Positionierung in gewissen Bereichen vermitteln nicht nur Ehrlichkeit, sondern nehmen zusätzlich Angriffsfläche für mögliche Anfeindungen. Eine Friede-Freude-Eierkuchen-Message kauft uns schon lange keiner mehr ab. Dafür haben Medien und NGO’s in den letzten Jahren fleißig gesorgt.

Der fachliche Input ist wichtig, um Zusammenhänge zu verdeutlichen und komplexe Themen für den Leser verständlich zu machen. Geeignet dafür sind auch integrierte Blogs oder ein Bereich für „Aktuelles“. Ein solcher Seitenzusatz, verleiht der Homepage eine gewisse Dynamik. Und erhöht die Chance, für erneute Besuche.

Aber Achtung: Wer einen solchen Bereich integriert, verpflichtet sich, diesen auch zu pflegen und in regelmäßigen Abständen mit News zu füttern. Ansonsten erreicht man das Gegenteil von dem, was man eigentlich wollte und fördert beim Besucher eher Enttäuschung als Vorfreude.

Die gesunde Mischung macht’s

Es ist wie überall - das Erfolgsgeheimnis einer guten Website liegt in einer ausgewogenen Mischung aus fachlichen Informationen, gepaart mit ein wenig „Landleben“. Wer seiner Website ein persönliches Gesicht gibt und sich nicht ausschließlich auf die Produktionszweige beschränkt, erhöht die Chance auf Sympathiepunkte.

Der Betrieb Baumgarten (www.baumgarten-ritzelshof.jimdo.com) hat sich auf seiner Homepage genau an diese Mischung gewagt. Mit dem Reiter „Landleben auf dem Ritzelshof“ werden neben fachlichen Inhalten auch schöne Momente und besondere Details aus dem eigenen Landleben eingefangen, die dem Besucher ein gutes Gefühl vermitteln sollen. Und darum geht es doch: Dem Besucher ein gutes Gefühl zu geben, ohne einen falschen Eindruck einer längst vergangenen Bauernhofidylle zu präsentieren.

 

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