Zum Hauptinhalt springen

Konsumenten für Schweinefleisch begeistern

Die Konsumenten für Schweinefleisch zu begeistern, ist keine leichte Aufgabe. Die Produzenten müssen sich als Teil der Lebensmittelkette mit vielen Faktoren auseinandersetzen, um „das unbekannte Wesen“ zu erreichen. Neue Ideen dazu gab es auf dem EPP-Kongress Ende Mai im französischen Nantes.

Immer wieder kamen die Experten auf dem Podium des European Pig Producer (EPP)-Kongresses wie auch bei den Betriebsexkursionen zur Ausgangsfrage zurück: „Wie können Schweinehalter die Verbraucher zum Verzehr von Schweinefleisch bewegen?“ Fünf Punkte waren den Vortragenden besonders wichtig:  

Transparenz: Bereitstellung klarer Informationen über Produktionsmethoden, Tierschutzpraktiken und Bemühungen der Betriebe um Ressourcenschutz.

Nachhaltigkeit: Verbraucher suchen zunehmend nach Produkten, die mit ihren Werten übereinstimmen. Daher sollte das Engagement der Betriebe für nachhaltige Produktionsformen wie geschlossene Nährstoffkreisläufe, ressourcenschonende Lebensmittelerzeugung, Nutzung erneuerbarer Energien und verantwortungsvolle Wasserwirtschaft hervorgehoben werden.

Rückverfolgbarkeit: Vertrauensbildung durch umfassende Rückverfolgbarkeitssysteme, die es den Verbrauchern ermöglichen, die Herkunft ihrer Schweinefleischprodukte nachzuvollziehen.

Qualität und Innovation: Schweinefleisch muss zuallererst schmackhaft, jederzeit verfügbar und preislich attraktiv sein, damit es im Warenkorb landet. Die Förderung einer besonderen Qualität, verbunden mit der Entwicklung neuer Produkte, kann aber helfen, den unterschiedlichen Verbraucherpräferenzen gerecht zu werden.

Klimawandel und Ressourcenknappheit: Für die meisten Konsumenten in Europa ist es selbstverständlich, dass alle Lebensmittel jederzeit verfügbar sind. Dennoch müssen wir uns auch hierzulande immer mehr mit der Ernährungssicherheit auseinandersetzen.

Das bedeutet, dass die Möglichkeit des Zugangs aller Menschen zu ausreichenden, sicheren und nahrhaften Lebensmitteln nach wie vor ein zentrales Anliegen ist. Unsere Welt ist mit einer wachsenden Bevölkerung konfrontiert, gepaart mit der allgegenwärtigen Bedrohung der Produktion durch Klimawandel und Ressourcenknappheit.

Infos zum Wohlergehen der Tiere

Wichtig war den Teilnehmenden am EPP-Kongress, den direkten Kontakt zu den Verbrauchern aufrechtzuerhalten und noch stärker soziale Netzwerke zu nutzen. Dies helfe vor allem die jüngere Generation in den Städten anzusprechen, die keinen direkten Kontakt mehr zu landwirtschaftlichen Betrieben oder dort arbeitenden Personen haben. Diese Kunden haben keine Vorstellung davon, wie Lebensmittel produziert werden. Wir sollten ihnen klare Informationen über das Wohlergehen der Tiere und die Auswirkungen auf die Umwelt zukommen lassen. In diesem Zusammenhang spielt auch die Kennzeichnung von Fleischprodukten nach wie vor eine wichtige Rolle.

Innovationen auf der EuroTier

„Eine Produktion ohne Berücksichtigung der Bedürfnisse und Wünsche der Verbraucher wird uns in eine Sackgasse führen“, lautete ein Fazit des EPP-Präsidenten Gert van Beek. Er legt großen Wert darauf, dass die geltenden EU-Verordnungen die Bedürfnisse und Wünsche der Landwirte berücksichtigen. Nachhaltigkeit bedeutet nämlich auch, dass der Betrieb wirtschaftlich arbeitet. Nur dann sind die Landwirtinnen und Landwirte bereit und in der Lage, die Produktion zu verbessern und in innovative Technologien zu investieren.

Bei der EuroTier vom 12. bis 15. November 2024 in Hannover werden die ausstellenden Unternehmen wieder zahlreiche Innovationen präsentieren, die die Produkte und die Produktionsfaktoren weiter optimieren. Auch das EPP-Netzwerk trifft sich am Stand zum gemeinsamen Austausch.


Sven Häuser,
DLG-Fachzentrum Landwirtschaft,
s.haeuser@dlg.org