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Ideen aus Schweden und Dänemark zur Kälberhaltung

Das „Gesamtbetriebliche Haltungskonzept“ hat zum Ziel, innovative Lösungen für deutsche Haltungssysteme zu entwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden verschiedene Arbeitsgruppen zusammengestellt, die sich mit den Tierarten Rind, Schwein und Geflügel befassen. Aus diesen Arbeitsgruppen sind bereits vier Schriften entstanden: Mastschweine, Sauen & Ferkel, Junghennen. Eine fünfte Schrift für innovative Haltungskonzepte in der Mastrinderhaltung wird gerade fertiggestellt.

Um innovative Lösungsansätze für die Kälber- und Jungviehhaltung zu generieren, ist es erforderlich, den Blick über den Tellerrand zu richten. Zu diesem Zweck hat die Projektgruppe eine Fachexkursion zu dänischen und schwedischen Milchviehbetrieben unternommen.

Im ersten Teil der Bildergalerie zur Exkursion nach Schweden wurden die Betriebe Björka Gard und Olof Larsgard aus Schweden vorgestellt. In der zweiten Bildergalerie zeigen wir weitere Stationen der Reise. Der dritte Besuch führte zur Högryd Lantbruks AB in Schweden. Diese wird bereits in der dritten Generation geführt. Insgesamt werden hier 340 Kühe gehalten. Mit 14 Tagen kommen die Kälber in einen neugebauten Stall. Dort werden Sie in Gruppen von je 9 Kälbern gehalten. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt die Trennung zwischen männlichen und weiblichen Kälbern. Jede Gruppe hat einen Tränkeautomaten zur Verfügung.

Die fünfte Station war der Betrieb Vaxtorp Lantbruk AB. Hier stehen 330 Kühe inklusive der weiblichen Nachzucht. Dieser Betrieb arbeitet mit dem Kreuzungszuchtprogramm „ProCross“. Als weiteres Highlight kommt die automatische Fütterung hinzu. Die Abkalbung erfolgt im Trockensteherstall über eine Just-in-Time-Abkalbung. Die Kühe kommen zur Abkalbung in eine Einzelbucht mit direktem Sichtkontakt zur Gruppe. Dort verbleiben das Kalb und die Mutter für einen Zeitraum von ein bis zwei Tagen.

Wechsel zum Färsenstandort

Zum nächsten Betrieb, Skottorps Säteri AB, gehören vier Standorte mit insgesamt 1500 Kühen und 5070 Rindern. Auf dem besuchten Standort waren 530 Kühe und die gesamte Nachzucht aller vier Standorte. Der Boxenlaufstall (auf dem Foto) wurde 2007 neu gebaut und ist mit Hochboxen ausgestattet. Es gibt insgesamt 25 Gruppenställe. Jede Gruppe umfasst sechs bis sieben Kälber. Hier verbleiben die Tiere bis zum Absetzten, bevor sie nach dem Abtränken in 12er-Gruppen zum „Färsenstandort“ wechseln.

Für die Einzelhaltung der Kälber stehen insgesamt 120 Iglus auf diesem Standort zur Verfügung. Besonders ist, dass zwei gesonderte Iglus für die Erstversorgung der Kälber zur Verfügung stehen. Die Kälber bleiben 14 Tage in Einzelhaltung, bevor sie anschließend in Gruppenhaltung wechseln (siehe Foto 4).

Auf der Rückreise ging es in Dänemark zum Biobetrieb von Sören Hemming Madsen mit 1.050 Jersey-Kühen. Seit 1993 erfolgt eine saisonale Abkalbung nach neuseeländischem Prinzip. Das bedeutet, von Juni bis August kalben die Tiere auf der Weide. Da können am Tag 35 bis 40 Kälber zusammengekommen. Von September bis November wird die künstliche Besamung mit gesextem Sperma durchgeführt. Die Kälber werden nach der Kalbung in einen gemeinsamen Stall verbracht. Die neugeborenen Kälber erhalten gemischtes Kolostrum der Kühe, die in den vergangenen 24-Stunden abgekalbt haben.

Im Folgenden werden die Eindrücke und Erfahrungen im zweiten Teil der Fachexkursion nach Schweden dargestellt: Fotos: Ahmann, Hartmann, Leubner, Müller


Text: Marieke Wijn, DLG-Fachzentrum Landwirtschaftr m.wijn@dlg.org 

Schweden1

Die  Högryd Lantbruks AB ist ein Milchviehbetrieb mit 340 Kühen.

Schweden2

Der Betrieb Vaxtorp Lantbruk AB arbeitet mit dem Kreuzungszuchtprogramm „ProCross“.

Schweden3

Der Boxenlaufstall von Skottorps Säteri AB wurde 2007 neu gebaut und ist mit Hochboxen ausgestattet.

Schweden4

Die Kälber bleiben 14 Tage in Einzelhaltung, bevor sie anschließend in die Gruppenhaltung wechseln. 

Schweden 5

Auf dem Biobetrieb von von Sören Hemming Madsen Juni bis August kalben die Tiere auf der Weide