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Einblicke in die Milch- und Kälberhaltung Schwedens

Die Projektgruppe Gesamtbetriebliches Haltungskonzept Kälberhaltung (GBHK) hat sich zum Ziel gesetzt, innovative Lösungen für Haltungssysteme zu entwickeln. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden verschiedene Arbeitsgruppen zusammengestellt, die sich mit den Tierarten Rind, Schwein und Geflügel befassen. Bisher liegen vier Beiträge zu folgenden Themen vor: Mastschweine, Sauen, Ferkel sowie Junghennen. Der Bericht über innovative Haltungskonzepte in der Mastrinderhaltung befindet sich in der Fertigstellung.

Im Anschluss ist vorgesehen, für die Erstellung eines Beitrags zur Kälber- und Jungviehhaltung Ideen zu sammeln. Um innovative Lösungsansätze zu generieren, ist es erforderlich, den Blick über den Tellerrand zu richten. Zu diesem Zweck hat die Projektgruppe eine Fachexkursion zu dänischen und schwedischen Milchviehbetrieben unternommen. Teilnehmer waren Mitarbeiter aus dem Verband der Landwirtschaftskammern, von DLG, KTBL sowie den Landesanstalten und Landesämtern für Landwirtschaft.

Erste Station der Reise war der Milchviehbetrieb Björka Gard in Kristianstad in Südschweden. Im Stall stehen 200 HF-Kühe und 200 Färsen. Mit Hilfe von zwei automatischen Melksystemen (pro AMS 75 bis 80 Tiere) werden diese im Schnitt 2,6-mal am Tag gemolken (siehe Foto 1). 

Im Jahr 2021 baute Betriebsleiter Gard einen neuen Kälberstall (Foto: 2). Dieser hat acht Abteile. Jedes Abteil ist für bis zu 10 Kälber ausgelegt. Für je zwei Abteile gibt es einen Tränkeautomaten. Der Stall ist auf der Ostseite mit Rolltoren ausgestattet.

Pro Abteil werden jeweils sechs Kälber eingestallt. Diese bleiben dort, bis sie 2,5 Monate alt sind. Bullenkälber sind in einem separaten Abteil untergebracht. Das hat den Vorteil, dass die Kälber nicht nochmal sortiert werden müssen und in ihren gewohnten Gruppen bleiben können. Nach zweieinhalb Monaten werden die Tiere im Jungviehstall untergebracht. Dieser besteht aus einem Tretmiststall mit planbefestigtem Fressgang und einer Schieberanlage.

Betrieb auf mehrere Standorte verteilt

Der nächste Halt führte die Gruppe auf den Betrieb Olof Larsgard. Dieser ist verteilt auf mehrere Standorte. Die Gruppe besichtigte einen Stall für 800 Kühe. An diesem Standort sind auch die Kälber bis zu einem Alter von vier Monaten aufgestallt (Foto: 3).

Die Kälber werden in Iglus untergebracht, welche mit Stroh eingestreut sind (Foto: 4). Je zwei Iglus stehen dicht beieinander, damit ein Kontakt zwischen den Kälbern ermöglicht wird. Die Kommunikation der Mitarbeiter erfolgt über ein Farbsystem. Markierungsbänder in verschiedenen Farben zeigen den Mitarbeitern an, welche Maßnahmen zu ergreifen sind oder bereits ergriffen wurden, zum Beispiel bei  Erkrankung und Tränkemengen.

Kälber stehen im Tiefstreustall

Anschließend werden die Kälber in Gruppen von neun bis zehn Tieren in einem Tiefstreustall untergebracht. Dort werden Sie bis zum Absetzen der Milch gehalten. Erst danach werden männliche und weibliche Kälber getrennt und in Zweiflächenbuchten gehalten.

Im Folgenden werden Eindrücke und Erfahrungen von Betriebsbesichtigungen in loser Reihenfolge im DLG-Mitgliedernewsletter in Bildergalerien dargestellt. 

Teil: 1, Fotos: S. Pittgens, J. Ahmann, A. Pelzer, C. Leubner,  S. Müller.

Marieke Wijn,
Projektleiterin Milchproduktion und Rinderhaltung,
Fachzentrum Landwirtschaft,
m.wijn@dlg.org

 

Schweden1

Milchviehbetrieb Björka Gard mit 200 HF-Kühen und 200 Färsen in Kristianstad.

Schweden2

Der neue Kälberstall hat acht Abteile, ausgelegt für bis zu zehn Kälber. 

Schweden3

Der nächste Halt führte die Gruppe auf den Betrieb Olof Larsgard mit 800 Kühen.

Schweden4

Die Kälber werden in Iglus untergebracht, welche mit Stroh eingestreut sind.

Schweden 5

Die Reiseroute der Exkursion.