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Sorten, Smarte Technik und Beratung spielen im Pflanzenbau eine große Rolle

Dr. Bruno Görlach zum praktischen Mehrwert der DLG-Feldtage

Das Motto der diesjährigen DLG-Feldtage, die vom 11. bis 13. Juni 2024 auf Gut Brockhof in Erwitte bei Lippstadt (NRW) stattfinden, lautet:Pflanzenbau out of the box“. Dr. Bruno Görlach ist verantwortlich für das Fachprogramm auf den Feldtagen. Im DLG-Interview beschreibt er, wie Besucher das Konzept bei ihrer praktischen Arbeit auf dem Betrieb umsetzen können.

DLG: Die Bundesregierung plant ein Reduktionsprogramm Pflanzenschutz. Wie schafft der Landwirt den Spagat zwischen der gesetzlich geforderten Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und der Ertragssicherung. Welche Rolle spielen hierbei Sortenwahl, Smarte Technik und Beratung?

Dr. Bruno Görlach: Eine Reduktion von Pflanzenschutz bei gleichzeitiger Erhaltung der Produktivität funktioniert nur dann, wenn der Landwirtschaft ein möglichst großer Werkzeugkoffer mit dem passenden Inhalt zur Verfügung steht. Dabei muss dem Landwirt Flexibilität bei der Auswahl an Werkzeugen überlassen sein. Im Endeffekt muss aber jeder Betrieb für seinen Standort eine Strategie entwickeln, Schema-F darf hierbei keine Rolle mehr spielen. Sortenwahl, Smarte Technik und Beratung spielen dabei eine sehr wichtige Rolle. Genau zu diesen Themen kann man sich auf den DLG-Feldtagen informieren, weiterbilden und mit Berufskollegen austauschen.

DLG: Resistenzen von Unkräutern wie Ackerfuchsschwanz und zunehmend Weidelgras, aber auch die Rübenkrankheit Stolbur lassen sich nur schwer in den Griff bekommen. Wo kann sich der Landwirt auf den Feldtagen konkret Lösungsvorschläge holen?

Görlach: Perfekte Anlaufstellen sind die Fachforen auf den DLG-Feldtagen. Genau diese Themen werden durch die Ausschüsse der DLG auf der DLG-Expert Stage fachlich vertieft. Verschiedenste Experten treten hier auf und geben spannende Einblicke in die Thematik. Des Weiteren sind natürlich die Stände der Austeller rund um Pflanzenschutz und Zuckerrübe die perfekten Anlaufstellen, um mit fachlich versierten Personen ins Gespräch zu kommen. Als Beispiel kann hier auch der Stand des Landes Nordrhein-Westfalen genannt werden.

DLG: Die Maschinenvorführungen auf den Feldtagen sind ein Publikumsmagnet. Die Aussteller präsentieren ihre Versuche und Neuheiten auf dem Ausstellungsgelände. Wie gelingt es dem Besucher, eine optimale Verknüpfung zwischen Fachinfos an den Ständen und Versuchsfeldern einerseits sowie andererseits Zuhören und Diskutieren beim DLG-Fachprogramm auf der DLG-Plaza herzustellen?

Görlach: Sinnvoll ist es, wenn man sich vorab mit dem Programm auf den Feldtagen auseinandersetzt. Die Vielfalt kann ganz schnell auch erschlagend sein. Die Maschinenvorführungen finden immer zu festen Zeiten statt. Die Vorführungen, die für einen selbst interessant sind, können dann als Eckpfeiler der Tagesplanung dienen. Die beste Unterstützung bietet dabei die neue Feldtage-App. Sie liefert alle wichtigen Informationen für einen Besuch auf den Feldtagen – Geländeplan, Programmübersicht und Austellerverzeichnis.

DLG: Die gegenseitige Anerkennung von konventionellem und ökologischem Landbau wird auf den Feldtagen groß geschrieben. Worauf legen Sie beim Fachprogramm den Schwerpunkt im Treffpunkt Ökolandbau?

Görlach: Im Treffpunkt Ökolandbau haben wir in diesem Jahr mit den Öko-Pop-up-Talks ein ganz neues Format. Direkt an den Versuchsparzellen der Aussteller werden Themen wie Nährstoffmanagement, Spatenprobe im Ackerbau, alternative Kulturen und Gemengeanbau, aber auch die Qualität bei Öko-Saatgut diskutiert. Darüber hinaus werden auch die Perspektiven der Öko-Wertschöpfungskette sowie des Ökolandbaus in entsprechenden Podiumsdiskussionen auf der Plaza-Stage diskutiert.

DLG: Eine höhere Wertschöpfung von landwirtschaftlichen Produkten sichert den Erfolg. Warum sollten Landwirte die Diskussionsrunden am Tag der Wertschöpfungsketten, Donnerstag, 13. Juni 2024, nicht verpassen?

Görlach: Viele Betriebe sind aufgrund aktueller Entwicklungen auf der Suche nach Alternativen für die Vermarktung bereits angebauter sowie neuer Kulturen. Weiterhin werden politische und gesellschaftliche Ansprüche an die Ackerbauern gestellt, die CO2-Emissionen in der Produktion zu reduzieren und die Nachhaltigkeit der Betriebe durch zusätzliche Maßnahmen weiter zu fördern. Der am 13. Juni stattfindende Tag der Wertschöpfungsketten soll Akteure der Landwirtschaft, der verarbeitenden Industrie und des Handels miteinander vernetzen und Impulse geben, wie diese sich in diesem Transformationsprozess – bei gleichbleibender Wertschöpfung – weiterentwickeln können.

DLG: Social Media und die Influencer ziehen junge, aber auch erfahrene Landwirte in ihren Bann. Was macht ihre Faszination aus? Was leisten hingegen die Live-Fachforen auf den Feldtagen darüber hinaus?

Görlach: Ich denke, dass die Einblicke in die alltäglichen Herausforderungen und der Umgang damit für viele mehr als spannend sind. Anderer Standort, andere Herausforderungen, neue Ansätze, welche vielleicht auch für den eigenen Betrieb interessant sein können. In den Live-Fachforen berichten Praktiker über Erfahrungen mit unterschiedlichen Anbausystemen, Wissenschaft und Beratung präsentieren neueste Erkenntnisse zu Resistenzen, Anbausystemen oder Nährstoffflüssen. Nirgendwo sonst findet man diese Tiefe an fachlichen Informationen, gepaart mit solch einer Vielfalt an Ausstellern und Ansprechpartnern zu allen wichtigen Themen des Pflanzenbaus.


Daphne Huber,
DLG-Newsroom, agrarticker.de
d.huber@dlg.org