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Schweinehalter haben Nachhaltigkeit im Blick

Klimawandel, Emissionen und CO2-Fußabdruck – Nachhaltigkeitsthemen scheinen die Diskussionen um das Tierwohl in der Nutztierhaltung aktuell zu verdrängen. Der Druck kommt von mehreren Seiten. Politik und Gesellschaft, aber auch die Landwirtschaft selbst haben sich aufgemacht, Anforderungen zu formulieren. Ein weiterer Treiber sind Finanzinstitute und Handel, die Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit erfüllen müssen. Grund genug für das DLG-Forum Spitzenbetriebe Schwein, sich damit auseinanderzusetzen.

In der 23. Konferenz vom 27. bis 28. Februar 2024 zum Forum Spitzenbetriebe Schwein stand somit die „Nachhaltige Schweinehaltung“ im Fokus.In Plenarvorträgen und parallelen Arbeitskreis-Sessions näherten sich die Teilnehmenden der nachhaltigen Schweinehaltung. Wo liegen die Stellschrauben der Nachhaltigkeitskriterien bei der Kreditvergabe und welche Relevanz hat das Thema für Unternehmen? Das waren die drängenden Fragen.

Stallumbau mit und ohne Förderung

Da Tierwohl keinesfalls durch die Nachhaltigkeit verdrängt, sondern eher Teil davon ist, wurde in einem Arbeitskreis auch der Frage nachgegangen, ob sich Tierwohl mit und ohne Förderung rechnet. Das Gros der DLG-Spitzenbetriebe wirtschaftet aktuell in der Haltungsform 2 (mehr Platz im Stall). Wenn über höhere Haltungsstufen nachgedacht wird, lautet eine Empfehlung: „Erst Verträge abschließen, dann Stall umbauen“. Jedoch sollte auch betriebsindividuell geprüft werden, welche Fördermaßnahmen auf Bundes- und Landesebene in Frage kommen und welche Programme sinnvoll erscheinen. Somit kann die Frage nach der Förderung mit „jein“ beantwortet werden.

Stabile Marktaussichten

Bei den Auswertungen der relevanten Leistungsparameter der Betriebe, die seit nunmehr 23 Jahren jährlich von der DLG erhoben werden, zeigten sich leicht abflachende Kurven. Diese treffen sowohl in der Ferkelerzeugung wie auch in der Schweinemast zu. Dennoch bleiben hohe biologische Leistungen wichtige Voraussetzung für ökonomische Bestwerte bei den Betrieben. Die Marktaussichten beurteilen die Betriebe zum überwiegenden Teil als stabil, wobei die Ferkelerzeuger etwas optimistischere Aussichten haben als die Mäster. 88 Prozent der Betriebe gaben zudem in der Umfrage an, den eigenen Betrieb in fünf Jahren noch im Vollerwerb zu betreiben.

Innovationen auf der EuroTier

Bei einer Spontanumfrage im Plenum ging es um das Optimierungspotenzial aus Sicht der Betriebe. Tierwohl und Langschwanz, Digitalisierung und KI sowie Energiemanagement und Nachhaltigkeit wurden unter anderen als Stichworte genannt. Dazu erhoffen sich die Betriebsleiter weitere Innovationen. Ein Grund mehr, die EuroTier vom 12. bis 14. November 2024 in Hannover zu besuchen. Hier wollen sich die ausstellenden Unternehmen und Organisationen gemeinsam mit der DLG diesen genannten Punkten im Fachprogramm widmen


Sven Häuser,
DLG-Fachzentrum Landwirtschaft
s.haeuser@dlg.org