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Hülsenfrüchte legen zu

Die aktuelle Anabaufläche von 245.000 ha Körnerleguminosen bedeutet nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) einem Zuwachs von mehr als 9 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.  Diese Entwicklung sei unter anderem der Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zu verdanken, heißt es in der Meldung von Ende August. 

Eine erweiterte Fruchtfolge und der gesteigerte Leguminosenanbaus auf zehn Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche bis 2030 seien „wichtige Anliegen der Ackerbaustrategie 2035, die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner jetzt in endgültiger Form vorgelegt hat.“

Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), bei der die Geschäftsstelle der Eiweißpflanzenstrategie angesiedelt ist, zeigt sich zufrieden mit dieser Entwicklung: "Ich freue mich sehr, dass die Betriebe mehr Leguminosen anbauen. Das zeigt, dass unsere Landwirtinnen und Landwirte den Wert heimischer Hülsenfrüchte zu schätzen wissen und auch ökonomisch vom Anbau profitieren. Dies zeigt sich vor allem beim Sojaanbau."

Anbaufläche von Soja weiter gestiegen

Die Sojaanbaufläche ist laut BLE in diesem Jahr weiter auf 34.300 Hektar gestiegen. Der größte Zuwachs wurde bei Süßlupinen verzeichnet, deren Anbauflächen um knapp 30 Prozent wuchs, gefolgt von Erbsen mit einem Flächenzuwachs von 18 Prozent. Auch beim Anbau von Leguminosen zur Ganzpflanzenernte wie Klee und Luzerne ist ein weiterer, leichter Zuwachs von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Leguminosen binden Stickstoff aus der Luft und reichern ihn im Boden an. Dadurch kann Mineraldüngerstickstoff eingespart werden, was durch die Verringerung des CO2-Ausstoßes einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz darstellt. Zudem binden vor allem Klee und Luzerne Kohlenstoff aus der Luft im Boden, wo er zu wertvollem Humus umgebaut wird. Des Weiteren sind Leguminosen ein wertvolles Eiweißfuttermittel und finden zunehmend Verwendung in der Humanernährung.

Hintergrund: Eiweißpflanzenstrategie

Die Eiweißpflanzenstrategie (EPS) startete 2012 und wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Sie setzt sich für die Ausweitung von Anbau und Nachfrage der Leguminosen ein. Dafür werden gezielt praxisnahe Forschungsprojekte gefördert, die Innovationen beispielsweise durch die Züchtung neuer Sorten auf den Weg bringen. Mit den modellhaften Demonstrationsnetzwerken wird das Wissen zu Anbau und Vermarktung von Leguminosen vermittelt und der Dialog für den Aufbau von Wertschöpfungsketten gefördert.

www.ble.de/eps

Hintergrund: Ackerbaustrategie

Das Ziel der Ackerbaustrategie ist die langfristige Sicherung der Grundversorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln in Deutschland sowie die Sicherung des landwirtschaftlichen Einkommens, der Erhalt und die Förderung der Biodiversität in der Agrarlandschaft, die Anpassung des Ackerbaus an den Klimawandel, die Verstärkung seines Beitrags zum Klimaschutz, der Ausbau digitaler Technologien und der Präzisionslandwirtschaft, um Ressourcen zu schonen, sowie die Anpassung der Pflanzenzüchtung und des Pflanzenanbaus an die Klimaveränderungen.