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Milchproduktion rund um den Globus

Das Thema Milchmarkt und Maßnahmen in der Milchproduktion zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes standen beim dritten virtuellen Event auf der Tagesordnung. Experten aus Deutschland und China vermittelten ihr Wissen in dem 2,5 stündigen Webinar am 8. Juni 2020 an 100 Zuhörer aus China, Indien, Dänemark, Deutschland und weiteren 24 Ländern rund um den Globus.

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Dr. Sven Gruppe, Snorri Sigurdsson, Cord Lilie, Liu Changquan und Anna Karer diskutierten über unterschiedliche Hygienemaßnahmen zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes, gaben einen Überblick über die Einsatzmengen in unterschiedlichen Ländern und zeigten die Entwicklungen am europäischen und chinesischen Markt auf.

Dr. Sven Grupe von der Koesling Anderson LEBG mbH, erläuterte worauf bei der Produktion und beim Einkauf von Futtermitteln geachtet werden muss. Dokumentation ist das A und O für Biosicherheit. Wichtig ist aufzuzeichnen welche Futtermittel, wann und in welcher Qualität und Quantität auf den Betrieb kommen und woher sie kommen.

Um alle Bereiche in einem landwirtschaftlichen Betrieb abzudecken, zeigt Cord Lilie, Milcherzeuger und Vorsitzender des DLG-Ausschusses Milchproduktion und Rinderhaltung welche Hygienemaßnahmen auf seinem Betrieb bei der Silageproduktion sowie im Liege-, Fress- und Melkbereich im Stall wichtig sind. Das langfristige Ziel ist die Verschmutzung gering zu halten um das Risiko für Infektionen zu reduzieren und ein hohes Level an Tiergesundheit, bei gleichzeitiger Reduktion des Antibiotikaeinsatzes zu einem notwendigen Minimum, zu erreichen.

In der Milchproduktion ist ein wichtiges Einsatzgebiet von Antibiotika das Trockenstellen von Kühen. Anna Karer vom DLG-Fachzentrum gab in ihrem Vortrag einen Überblick über das Thema „Selektives Trockenstellen“, und stellte die Methode anhand des DLG-Merkblattes 400 „Trockenstellen von Milchvieh – Maßnahmen zur Verbesserung der Eutergesundheit in der Trockenperiode“ vor.

Snorri Sigurdsson, Leiter des chinesischen-dänischen Milchtechnologie Kooperationscenters zeigte auf, dass das Thema vor allem wegen den zunehmenden Antibiotikaresistenzen weltweit in den Fokus gerät. Trockenstellen steht zum Beispiel in Dänemark schon lange auf der Tagesordnung und generelles antibiotisches Trockenstellen wurde dort bereits 1994 verboten. Auch darum kommt es dazu, dass Dänemark fünf Mal weniger Antibiotika bei Rindern einsetzt als zum Beispiel die USA. Sigurdsson zeigte - wie schon die Vorredner - auf, dass es wichtig ist ein Hygiene-, Behandlungs- und Dokumentationskonzept auf seinem Milchviehbetrieb zu haben.

Zum Abschluss des Webinars erläuterte Liu Changquan, Forscher und Wirtschaftsexperte des Instituts für ländliche Entwicklung in China den chinesischen Verbrauchermarkt. Hatte China 2007 noch einen Selbstversorgungsgrad von 95 Prozent so ist er im Jahr 2019 bei nur mehr 65 Prozent. Trotz steigender Produktion kann die zunehmende Nachfrage an Milchprodukten nicht abgedeckt werden und die Importmengen aus Neuseeland, den USA aber auch Europa steigen. Um langfristig wieder eine höheren Selbstversorgungsgrad zu erreichen, wird stark in die Modernisierung und Erweiterung der Milchproduktion investiert.

EuroTier China 2020

Auf chinesischer Seite bereitet man sich bereits intensiv auf die Zeit nach der Epidemie vor und freut sich, wenn vom 7. bis 9. September 2020 in Chengdu zum zweiten Mal die EuroTier China ihre Tore öffnet – hoffentlich wieder mit vielen Ausstellern und Teilnehmern aus Europa, um den virtuellen in einen reellen Austausch zu überführen.