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Ein Austausch über Kontinente

Nachhaltige Landwirtschaft spielt in Deutschland eine zunehmend wichtigere Rolle - auch die deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH fördert in verschiedenen Vorhaben diesen Ansatz weltweit. Dies steht im direkten Zusammenhang mit einer guten Pflanzengesundheit, was mehr bedeutet, als Pflanzenschutzmittel nach guter landwirtschaftlicher Praxis auszubringen. Gesunde Pflanzen brauchen eine gesunde Umgebung; deshalb hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Jahr 2020 zum internationalen Jahr der Pflanzengesundheit erklärt (http://www.fao.org/plant-health-2020/en/). Was liegt also näher, als einen Erfahrungsaustausch aus der Praxis darüber öffentlich zu machen?

Die kommenden DLG-Feldtage sind dafür die geeignete Plattform, bei der die große Mehrheit der Entscheidungsträger aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und Beratung zu Gast sind. DLG und GIZ kooperieren seit vielen Jahren und seit zwei Jahren ist zudem ein EZ-Scout im Auftrag des BMZ in der DLG tätig, der dort zu den Kooperationsmöglichkeiten mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit berät und bei der Entwicklung neuer Projekte unterstützt.

Das ist die beste Voraussetzung, um die Netzwerke beider Institutionen für einen Austausch zu mobilisieren. Thomas König (EZ-Scout bei der DLG), Klaus Erdle (DLG) und Berthold Wohlleber (Sektorvorhaben Nachhaltige Landwirtschaft, NAREN, GIZ) konnten Experten aus Deutschland und zwei GIZ-Vorhaben für ein virtuelles Expertengespräch gewinnen.

Zum Thema Ökolandbau und Agrarökologie tauschen sich Tahina Raharison, Groupement Semis Direct de Madagascar (GSDM), einem NGO-Partner der GIZ in Madagaskar, mit Stephan Jung, Berater der Landwirtschaftskammer NRW, aus. Das Gespräch mit begleitenden Folienzeigt unter anderen Strategien auf, wie Landwirte in Nordrhein-Westfalen und Madagaskar mit zunehmender Trockenheit im ökologischen Landbau umgehen.

Zudem beschreibt Tahina Raharison, welche agroforstlichen Anbauverfahren sich als praxistauglich in Madagaskar erwiesen haben. In einem ähnlichen Austausch geben Ulrich Quendt, Berater des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen, und Abdoul Karim Mien, GIZ in Benin, Einblicke über Zielsetzungen und Formen des Anbaus von Leguminosen in Hessen und Benin.

Die digitalen Gespräche sind als Aufzeichnungen auf den digitalen DLG-Feldtagen (www.dlg-feldtage.de) ab dem 16. Juni 2020 bis Ende August zu sehen und zu hören (Leguminosen auf Deutsch, Ökolandbau auf Englisch). Dies ist ein neues Format des Austausches und alle Beteiligten sind sich darin einig: Trotz aller lokalspezifischen Gegebenheiten sind die Fragestellungen und Herausforderungen sehr vergleichbar und ein Austausch über Kontinente hinweg bringt neue Einsichten - und vielleicht sogar neue Impulse für die eigene Arbeit vor Ort, wo auch immer.