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Auf Nummer sicher

Stefano Mastrogiovanni über DLG-geprüfte Produkte am Beginn der Lebensmittelkette

Jedes Glied der Wertschöpfungskette bei der Produktion von Lebensmitteln birgt prinzipiell eine Eintrittspforte für Kontaminationen oder Rückstände. Landwirtschaftliche Betriebsmittel, aber auch einzelne technische Produkte bergen hierbei ein besonderes Risiko, treten sie doch teilweise in direkten Kontakt mit Tieren, Pflanzen oder Produktionsanlagen. In neutralen und unabhängigen Tests bestätigte Qualität und Unbedenklichkeit sichert „Quality Farming“ auch ohne eigene Lieferanten-Audits.

Unter dem Begriff der Lebensmittelsicherheit versteht man gemeinhin alle Maßnahmen und Konzepte, die darauf abzielen, den Endverbraucher vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Schädigungen zu bewahren beziehungsweise sicherzustellen, dass Lebensmittel für den Endverbraucher zum Verzehr geeignet sind. Für den Verbraucher am bekanntesten sind hier natürlich das, was man als „Lebensmittelkontrolle“ bezeichnet. Die Veterinärämter nehmen die Konzepte und Maßnahmen in Augenschein, die ein Lebensmittel verarbeitendes Unternehmen festgelegt hat um die nötige Hygiene bei der Produktion und im Umgang mit Lebensmitteln aufrecht zu erhalten. Außerdem bewerten sie deren Umsetzung durch Betriebsanweisungen und Handeln der Mitarbeiter.

Viele Verbraucher vergessen aber, dass die Lebensmittelsicherheit nicht auf das Lebensmittel verarbeitende Gewerbe oder die Gastronomie beschränkt ist. Im Gegenteil, die Vermeidung von Kontaminationen und/oder Rückständen sowie die Rückverfolgbarkeit der Produkte und ihrer Bestandteile beginnt tatsächlich bereits am Acker oder gar davor. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Verbraucher möglichst umfassend geschützt wird – beispielsweise über Rückrufaktionen beim Erkennen einer Gefährdung.

In den letzten Jahren kommen in der öffentlichen, gesellschaftlichen Diskussion noch weitere Aspekte hinzu: Verbraucher wollen wissen, woher die Lebensmittel kommen, die sie konsumieren, dies gilt mit besonderem Augenmerk für Lebensmittel tierischen Ursprungs. Hier gilt es nicht nur durch Transparenz jedem Anfangsverdacht entgegen zu wirken, sondern auch für den Haftungsfall gerüstet zu sein.

Diese Risiken zu minimieren bedeutet, dass ich als Erzeuger meine eigenen Prozesse immer wieder schärfen, den Markt beobachten und bei Einsatz neuer Betriebsmittel oder Technik die nötigen Qualitätskontrollen durchführen muss. Denn in dem Moment, wo ein Schaden entstanden ist, wird dieser nur noch aufgeräumt – was auch das Ende eines Betriebes bedeuten kann.

Nun kann ich als Landwirt – auch wenn ich mir meiner Rolle beim „Farming in the food chain“ bewusst bin – unmöglich Lieferanten-Audits für jedes Produkt in der Tierhaltung und jede verwendete Betriebsmittelcharge durchführen, wie dies ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie tun würde. Was man aber tun kann, ist im Sinne von „Quality Farming“ die Funktion eines Betriebsmittels oder technischen Produkts in der Prozesskette zu kennen und zu bewerten und sich nur auf die Produkte zu verlassen, denen eine entsprechende Qualität und Unbedenklichkeit von neutraler und unabhängiger Stelle bestätigt wurde.

Hier kommen die DLG-Prüfungen ins Spiel. Gerade die Kernaussage des EuroTier-Leitthemas, das die Nutztierhaltung als tragende Säule für die nachhaltige Landwirtschaft definiert, nimmt viele Inhalte der Prüfungen des DLG-Testzentrums vorweg. Düngekalk erhält und fördert Gefüge und Fruchtbarkeit von Böden. Nachhaltig bedeutet auch, dass Öle, Kraftstoffe und Additive nachgewiesenermaßen dazu beitragen, bei Futteranbau, -ernte und -einlagerung die Kraftstoffeffizienz zu steigern. Stalldesinfektionsmittel mit DLG-Gütezeichen sind wirksam und materialschonend, so dass keine negativen Auswirkungen auf die Stalleinrichtungen zu befürchten sind. Hochwertige Siliermittel, Silo- und Stretchfolien sowie Ballenwickelnetze sorgen für geringe Futterverluste und hohe Futterqualität. Sie steigern so das Wohlbefinden der Tiere und tragen zum Tierwohl bei. Einstreupulver und Euterhygienemittel sowie Klauenpflege- und -hygienemittel verringern nicht nur den Keimdruck für das gesamte Tier oder an bestimmten, neuralgischen Punkten, sondern sind auch besonders hautverträglich und tragen somit auch hier dazu bei, dass es den Tieren „wohl“ ist.

Mit der Verwendung DLG-geprüfter Reinigungs- und Desinfektionsmittel für Melkanlagen können Sie sich als Landwirt auf beste Anlagenhygiene ebenso verlassen wie auf nachgewiesen keine negativen Auswirkungen auf ihre hochwertigen Lebensmittel. Bei DLG-geprüften Mischfuttermitteln (Kraft- und Mineralfutter) ist nicht nur drin, was drauf steht. Vielmehr wird der bestehende Prüfrahmen mit der aktuellen Neufassung um wichtige, auf die gesamte Wertschöpfungskette ausgerichtete Kriterien erweitert und bildet damit die Anforderungen der Food Chain an Futtermittel zeitgemäß ab.

DLG-zertifizierte Bodenbeläge für den Liege- oder Laufbereich der Tiere sind besonders haltbar und zeichnen sich durch einen hohen Liege- beziehungsweise Laufkomfort aus. Zu guter Letzt haben die DLG-Prüfer aber auch Schadstoffe in technischen Produkten im Blick, wie das Beispiel polyzyklischer, aromatischer Kohlenwasserstoffe in Liegeboxbelägen der Milchviehhaltung zeigt. Diese, gemeinhin als Weichmacher bekannten Chemikalien, sind nachgewiesen krebserregend – ein Migrieren von der Liegefläche ins Tier und vom Tier zum Verbraucher deshalb zwingend auszuschließen.

So gilt von der Futtermittelproduktion auf dem Feld über die optimale Nutztierhaltung bis hin zu den Gewinnungsprozessen für Lebensmittel auf dem landwirtschaftlichen Betrieb: Wer testet, weiß Bescheid. „Quality Farming“ und „Food Safety“ beginnen mit der Verwendung DLG-geprüfter Produkte.