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Vorsicht: den Ertrag nicht kaputt sparen!

Vor allem der Weizen schreibt so manchem Landwirt ein großes Fragezeigen auf die Stirn. Nun hat er schon die Nährstoffe wenn überhaupt zu spät an die Wurzel bekommen. Die Bestände sind dünn und hohe Erträge sind auch beim besten Optimismus kaum zu erwarten. Lohnen sich hier noch intensive und teure Pflanzenschutzmaßnahmen? Vor allem bei den Fungiziden stellt sich aktuell genau diese Frage.

So wirklich mag man es nicht glauben, dass diese mageren Bestände überhaupt ein Pilz befallen mag. Die meisten Infektionskrankheiten benötigen ohnehin ausreichend Feuchtigkeit, um sich entsprechend zu entwickeln. Und wenn wir eines nicht haben, dann doch Wasser, oder?
Was an Wasser die vergangenen Wochen vom Himmel kam, war für den Bestand und die Ertragsentwicklung selbst nicht die ganz große Nummer. Aber es half bereits dabei über 24, teils bis zu 48 Stunden eine ausreichende Blattfeuchte zu gewährleisten. Das reicht, um der ein oder anderen Krankheit auf die Sprünge zu helfen. Schnell haben sich Infektionsnester gebildet, die dann – einmal etabliert – um sich greifen.

Auch am Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum (IPZ) in Bernburg ist Gelbrost aktuell auf dem Vormarsch. Der Befall variiert zwischen den Sorten und benötigt bei weitem nicht so viel Feuchtigkeit wie manch andere Infektionskrankheit. Sogar Mehltau ist in vielen Varianten der groß angelegten Versuche zu finden. Obwohl gemeinhin als feuchtigkeitsliebend bekannt, reichen offensichtlich der allmorgendliche Tau und die Tagestemperaturen aus, um auch ihm die Entwicklung zu ermöglichen.

Besonders dann, wenn ohnehin geringe Erträge zu erwarten sind, müssen genau solche Infektionsherde frühestmöglich ausgemacht und behandelt werden. Aufwändige kurative Maßnahmen im späteren Verlauf werden teuer und weiterer Ertrag ist dann auch noch verloren.

Und hier zählt – wie so oft – der aufmerksame Pflanzenbauer. Ohne regelmäßige und oftmalige Bestandeskontrolle – vor allem bei fördernder Witterung – ist eine frühzeitige Erkennung kaum möglich. Viele Wetterdienste für den Agrarbereich bieten entsprechende Tools, um solche Risikozeiten auszumachen. Prognosemodelle gehen teils noch weiter. Leider befinden bildbasierte Anwendungen zur Krankheitserkennung zum Beispiel über Drohnen noch in der Entwicklung – aber Ansätze sind auf dem Weg. Dies könnte so manchem Landwirt die Bestandeskontrolle und damit die Früherkennung und schließlich die Entscheidung über das Für und Wider einer Behandlung erleichtern.