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Globaler Austausch trotz Corona

Nichts kann den internationalen Austausch in der Tierhaltung aufhalten: Am 11. Mai fand der erste virtuelle Schweinegipfel, das "Sino-European Pig Summit Webinar" statt.  Auf Einladung der DLG-International GmbH sowie der European Pig Producers (EPP) e.V. haben fast 200 Praktiker und Experten aus China, Deutschland, Frankreich, Spanien, Dänemark, Südafrika, den Vereinigten Staaten, Russland, Thailand, Vietnam und weiteren 16 Ländern an dem virtuellen Austausch teilgenommen. Unter den Teilnehmern der Live-Übertragung waren auch Medienvertreter aus neun Ländern.

In dem knapp 3-stündigen Webinar wurden aktuelle Herausforderungen und Chancen der Branche in Kurzvorträgen präsentiert und untereinander diskutiert. Die Teilnehmer außerhalb Chinas waren interessiert, wie sich China vom Schock der jüngsten Pandemien mit Covid-19 und der Afrikanischen Schweinepest (ASP) erholt hat und wie es um den Umbau/Neustart der chinesischen Schweinefarmen steht.

Aus den Ausführungen von Dr. Ma Chuang, Generalsekretär der China Veterinary Association, wurde deutlich, dass der Umbau die gesamte Wertschöpfungskette betrifft und dass man auf einem guten Weg sei. Bei der Restrukturierung der Betriebe weg von kleinen Hinterhofhaltungen hin zu professionell geführten Großbetrieben sei man durchaus auch an Strategien und Erfahrungen aus Europa hinsichtlich Biosicherheit und Hygienekonzepten interessiert.

In Kurzvorträgen erläuterten Experten des exportorientierten Unternehmens „Beijing Feedig Group“ die Konzepte und Innovationen chinesischer Futterunternehmen. SANO China teilte in diesem Zusammenhang als Vertreter deutscher Unternehmen seine Erfolgsgeschichte in der grenz-überschreitenden Entwicklung mit und gilt als positives Beispiel für ausländische Unternehmen, die in China Fuß gefasst haben.

Sven Häuser vom DLG-Fachzentrum Landwirtschaft gab in seinem Vortrag einen Überblick zur Entwicklung der Schweinezahlen und -auszahlungspreise in Europa und interpretierte deren jüngsten Verläufe im Zuge des ASP- beziehungsweise Covid-19-Geschehens.

EPP-Präsident Gert van Beek zeigte als praktischer Schweinezüchter und Topigs-Nukleusbetrieb, welche Biosicherheitsstandards auf seinem Betrieb gelten und wie er den aktuellen Herausforderungen begegnet. Für ihn müssen Tiergesundheit, Tierwohl, Umweltschutz und Ökonomie in Einklang gebracht und mit der Bevölkerung kommuniziert werden. Nur so können sich Betriebe nachhaltig an ihren jeweiligen Standorten entwickeln.

Die sehr gute und aktive Beteiligung an dem Webinar bestätigt den Wunsch nach einem globalen Austausch auch in Zeiten verschärfter Reisebeschränkungen. Daher sind in den nächsten Wochen auch Webinare für die Tierarten Geflügel, Milchvieh sowie für die Aquakultur geplant (https://eurotierchina.com/events):

  • 25. Mai 2020 “1st Sino-European Poultry Summit Webinar”
  • 08. Juni 2020 “1st Sino-European Dairy Summit Webinar”
  • 22. Juini 2020 “1st Sino-European Aquaculture Webinar”

Auf chinesischer Seite bereitet man sich bereits intensiv auf die Zeit nach der Epidemie vor und freut sich, wenn vom 7. bis 9. September 2020 in Chengdu zum zweiten Mal die „EuroTier China“ ihre Tore öffnet – hoffentlich wieder mit vielen Ausstellern und Teilnehmern aus Europa, um den virtuellen in einen reellen Austausch zu überführen (https://www.eurotierchina.com).