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Was blüht denn da?

FLORA Incognita heißt die Smartphone-App, die möglich macht, was für den Laien bisher nur aufwendig herauszufinden war: die artgenaue Bestimmung von Wildblumen, Bäumen, Gräsern und Farnen.
Dass das Tool nicht nur bei Wissenschaftlern und Hobbybotanikern ankommt, zeigt der starke Anstieg der Nutzung in diesem Frühjahr: Allein im März hatte sich die Anzahl an Pflanzenbestimmungen im Vergleich zum Vorjahr bereits verzehnfacht – knapp 15.000 Bestimmungsvorgänge wurden mit FLORA Incognita in diesem Zeitraum durchgeführt.

Aktuelle Entwicklungen haben ihren Einfluss

Die positive Entwicklung hat laut Professor Patrick Mäder, Informatiker und Leiter des Flora-Incognita-Projekts an der TU Ilmenau, wohl auch mit den aktuellen Beschränkungen der Corona-Krise zu tun: „Wir sehen ganz klar, dass die Menschen sich gerade auf das fokussieren, was sie umgibt. Wir erhalten eine Vielzahl von positiven Rückmeldungen, dass in den letzten Wochen das Bewusstsein von regionaler Vielfalt gestärkt werden konnte und die Menschen Freude daran haben, ihre Artenkenntnis auf langen Spaziergängen durch die nähere Umgebung zu erweitern.“

Wie funktioniert das Tool?

Die App greift auf die bekannteste Schlüsseltechnologie der Künstlichen Intelligenz (KI) zurück: "Maschinelles Lernen". Sie wird oft angewendet, wenn Prozesse zu kompliziert sind, um sie anhand von mathematischen Formeln auszudrücken. Maschinelles Lernen generiert stattdessen Wissen aus Erfahrung. Dafür werden Lern-Algorithmen eingesetzt, die aus verfügbaren Beispielen – hier aus mehr als einer Million Pflanzenbildern – ein komplexes Modell entwickeln. Das Modell kann anschließend auf neue, unbekannte Daten derselben Art angewendet werden und so eine Zuordnung zur richtigen Pflanzenart vornehmen.

Zur Bestimmung greift das Tool jedoch nicht allein auf das Bildmaterial der User zurück: Auch der Standort und das Datum der Aufnahme sind entscheidende Hinweise für die Erkennung. So wurden neben ökologischen und klimatischen Daten auch die Blühzeiten der unterschiedlichen Pflanzenarten in das Modell integriert. Damit die Erkennung noch genauer wird, bekommen User bei Bedarf zusätzlich Fragen gestellt.

Weiterentwicklung von FLORA incognita

Für einige Pflanzenarten fehlen noch Bilddaten, um eine sichere Bestimmung zu gewährleisten. Eine weitere App soll dieses Defizit ausgleichen. FLORA capture heißt das Programm, mit dem erfahrenere Pflanzenbestimmer ihre Beobachtungen und Fotos inklusive Standort hochladen können.

Dies sind Auszüge aus einem Beitrag auf der Plattform pflanzenforschung.de. Weitere Informationen unter Frühlingsgefühle trotz Corona