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Maßnahmen zum ASP-Monitoring verstärkt

Sachsen hat vergangene Woche erneut zwei Allgemeinverfügungen zum Schutz gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) erlassen. Durch die Allgemeinverfügungen sind Jagdausübungsberechtigte zu weiteren Präventionsmaßnahmen, insbesondere zur Früherkennung der ASP, verpflichtet. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN)* berichtet:

 
Aufgrund der zunehmenden Zahl von positiv auf ASP getesteten Wildschweine in Polen, welche zuletzt nur noch ca. 10,5 km von der Grenze zu Sachsen entfernt waren, werden die Maßnahmen zur frühzeitigen Erkennung eines möglichen Eintrages in den sächsischen Wildschweinebestand nochmals verschärft, insbesondere in den grenznahen Landkreisen Görlitz und Bautzen. Hier wurden Maßnahmen zur virologischen Überprüfung auf gesund erlegte Wildschweine erweitert. Außerdem sind Jagdausübungsberechtigte in Sachsen zukünftig zur Anzeigepflicht und Mitwirkung verpflichtet.

Jedes gesund erlegte Wildschwein muss virologisch beprobt werden

Zur Früherkennung der ASP in Sachsen wurde deshalb gemäß § 3a S. 1 Nr. 2 und 3 Schweinepestverordnung (SchwPestV) angeordnet, dass Jagdausübungsberechtigte, die in den Landkreisen Görlitz und Bautzen jagen, jedes gesund erlegte Wildschwein zu kennzeichnen und Proben zur virologischen Untersuchung auf Afrikanische Schweinepest zu entnehmen haben.

Die Proben sind mit einem von der zuständigen Behörde vorgegebenen Begleitschein einer von ihr bestimmten Stelle zuzuleiten oder zu einer von der zuständigen Behörde bestimmten Stelle zu verbringen. Für die Erledigung der Pflichten zur Kennzeichnung, Probeentnahme, Ausfüllen eines Begleitscheines und Probenübergabe erhalten die Jagdausübungsberechtigten einen Anspruch auf eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 10 Euro je Wildschwein.

Anzeigepflicht und Mitwirkung der Jagdausübungsberechtigen

Darüber hinaus haben die Jagdausübungsberechtigten in Sachsen jedes verendet aufgefundene Wildschwein (Fall- und Unfallwild) sowie jedes krank erlegte Wildschwein unverzüglich unter Angabe des Fund- beziehungsweise Erlegungsortes bei dem jeweils örtlich zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVA) der Landkreise und Kreisfreien Städte anzuzeigen.

Die Jagdausübungsberechtigten haben nach ihren Möglichkeiten bei der Kennzeichnung, der Entnahme von Proben zur Untersuchung auf ASP sowie bei der Bergung und Beseitigung der Tierkörper nach näherer Anweisung des örtlich zuständigen LÜVA mitzuwirken oder die Durchführung dieser Maßnahmen zu dulden. Für die Anzeige wird eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 30 Euro je Wildschwein gewährt.

Schnellstmögliche Früherkennung gewährleisten

Diese Maßnahmen gehen über das bislang durchgeführte Monitoring nach der Schweinepestmonitoringverordnung (SchwPestMonV) hinaus. Sie sind zur frühzeitigen Erkennung und unverzüglichen Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest erforderlich. Durch die Probennahme und Untersuchung auch bei gesund erlegten Wildschweinen entsteht – soweit möglich – ein aktuelles Bild des Erkrankungsgeschehens in den Landkreisen Görlitz und Bautzen.

Ein Ausbruch der ASP kann zeitnah festgestellt und die notwendigen weiteren Maßnahmen können angeordnet und durchgeführt werden. Dies ist aufgrund der unmittelbaren räumlichen Nähe des Landkreises Görlitz zur nur 10,5 km entfernten Fundstelle in Polen von besonderer Bedeutung.

Dieser Beitrag ist im Mitgliedernewsletter der ISN erschienen und uns freundlicherweise zum Abdruck überlassen worden. Die DLG ist Mitglied der ISN und Philipp Schulze Esking, DLG-Vizepräsident, ist Mitglied des ISN-Vorstands.