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Auswertung der MLP-Daten weiterentwickelt

Daten aus der Milchkontrolle (MLP) bieten seit Langem eine einfache und effektive Unterstützung des Herdenmanagements. Die zahlreichen Informationen werden gezielt auf Herden-, Gruppen- und Einzeltierniveau im Betrieb zur Fütterungs- und Gesundheitskontrolle der Milchkühe genutzt und umfassen Kennzahlen zur Milchleistung, zur Fruchtbarkeit und zur Eutergesundheit. Überdies liefert der Fütterungsbericht Aussagen zur Versorgungslage mit Energie und Nährstoffen sowie zur Stoffwechselsituation.

Werden Fütterungserfolg, Tier- und Umweltgerechtheit sowie Milchauszahlungspreise mittels MLP-Auswertungen eingestuft, müssen neben der Lieferung möglichst genauer Aussagen die verwendeten Wertebereiche zur aktuellen Milchrindgenetik passen. Der von der Praxis als auch von der Beratung dringend erwartete weiterentwickelte Bewertungsrahmen wird in diesem Merkblatt beschrieben und stellt damit den künftig geltenden Leitfaden zur Berechnung der neuen Wertebereiche und zur Erstellung der Auswertungen sowie eine Interpretationshilfe dar. Die Ableitung der Kennwerte hat eine fachlich sehr fundierte Basis.

Zur zusammenfassenden Darstellung und zur schnellen Übersicht dient ein Punktdiagramm, das die Milchharnstoffwerte gegenüber den Fett-Eiweiß-Quotienten zeigt. Die Werte werden in optischer Anlehnung an die bisherige Tafel der Fütterungsübersicht im Rückbericht in umgekehrter Reihenfolge abgebildet, damit „Energiemangelkühe“ im unteren Bereich der Grafik zu finden sind. Mit unterschiedlichen Markierungsoptionen können Kühe im Energieoptimum, im Energiemangel und mit Verdacht auf Ketose kenntlich gemacht werden. Die Betrachtung der Entwicklung der MLP-Ergebnisse im Vergleich zu den Vormonaten unterstützt die exakte Einschätzung des Fütterungserfolgs.

Hinsichtlich der bedarfsdeckenden Versorgung mit Futterrohprotein wurde für den Parameter Milchharnstoff ein Sollwert von 150 – 250 mg/l festgelegt. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie wird mit einem Sollwert für den Fett-Eiweiß-Quotienten von ≤ 1,4 erreicht (für Angler ≤ 1,5 und für Jersey ≤ 1,6). Da Milcheiweiß und Milchfett stark züchterisch geprägt und milchmengenabhängig sind, liefert der Fett-Eiweiß-Quotient zuverlässigere Aussagen.

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Weitere Informationen erhalten Sie beim
DLG-Fachzentrum Landwirtschaft
Kontakt: Dr. Detlef Kampf, Tel.: 069/24788-320,
Mail: d.kampf@dlg.org.