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Detailregeln zur Öko-Tierhaltung beschlossen

In der vergangenen  Woche stimmten die EU-Mitgliedsstaaten im „Committee on Organic Production“ neuen Öko-Produktionsregeln zu. Damit sind die Ausführungsregeln für die Öko-Tierhaltung ab 2021 nach langer Diskussion und wichtigen Änderungen definiert.

Im Einzelnen wurden die folgenden Regelungen beschlossen, die am 1. Januar 2021 in Kraft treten:

  • Bei Rindern und anderen Pflanzenfressern müssen zunächst 60 Prozent und ab 2023 dann 70 Prozent des Futters vom eigenen Betrieb oder aus der Region kommen. 30 Prozent beträgt der Anteil für Schweine. Mehr regionales Bio-Futter bedeutet weniger Futtermittelimporte.

  • Ab 2035 müssen alle Tiere aus Öko-Aufzucht stammen. Mit Datenbanken soll die Verfügbarkeit transparent gemacht werden, um Angebot und Nachfrage aneinanderzubringen.

  • Neu ist die ‚Veranda‘ für Geflügel. Die Veranda ist überdacht sowie umnetzt, gilt als Teil des Auslaufs und kann freiwillig angeboten werden.

  • Der bisherige Außenklimabereich bei Geflügelställen kann dann Teil der Stallfläche sein, wenn er rund um die Uhr zugänglich ist, beispielsweise Tränkeinrichtungen aufweist und einen mindestens zeitweisen Schutz vor zu kaltem Wetter ermöglicht. Für notwendige Anpassungen ist eine Übergangsfrist von drei Jahren vorgesehen.

  • Erstmal soll im EU-Bio-Recht die Zahl der möglichen erhöhten Ebenen in Geflügelställen festgelegt werden. Es sollen bei Legehennen bis zu zwei Ebenen zusätzlich zum Boden möglich sein. Es ist eine Übergangsregelung von acht Jahren vorgesehen.

  • Die neue, bereits beschlossene Bio-Basisverordnung enthält erstmals Vorgaben für Junghennen, Bruderhähne und Elterntiere. Diese werden in dem jetzt diskutierten Rechtsakt durch konkrete Vorgaben für die Größe und Gestaltung von Stallflächen und Ausläufen ergänzt. Es gibt eine Reihe von Übergangsregelungen. Wichtig ist, dass die neuen Vorgaben allen Bio-Pionieren, die diese Bereiche aufgebaut haben, die Anpassung ihrer Betriebe ermöglicht.

  • Neu sind Vorgaben für Bruderhähne, hier sind für den Auslauf 1 m2 pro Tier vorgesehen (und 4 m2 für Masthähnchen). Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) setzt sich für eine Gleichbehandlung und eine Vereinheitlichung der Vorgaben (2 m2 pro Tier) ein.

  • Die Flächenvorgaben in der Bio-Sauen-, -Schweine- und -Rinderhaltung sollen unverändert bleiben. Künftig soll der Anteil an durchgängig festem Boden in Ausläufen für Schweine mindestens 50 Prozent betragen. Bisher gab es hierzu keine Vorgabe. Die Übergangsfrist soll acht Jahre betragen.

  • Die EU-Kommission erkennt an, dass die Betriebe in den vergangenen Jahren auf Grundlage neuer nutztierethologischer Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen innovative Haltungssysteme entwickelt haben, die das Bio-Recht bisher nicht ausreichend berücksichtigt. Dies betrifft beispielsweise Haltungssysteme für Schweine und Rinder, bei denen die Funktionsbereiche von Stall und Auslauf nicht mehr klar zuzuordnen sind und die sich in der Praxis als besonders tiergerecht erwiesen haben. Da die EU-Kommission aktuell unter hohem Zeitdruck steht, die Tierhaltungsregeln zu beschließen, hat sie angeboten, die Regeln ab 2021 erneut zu beraten.

  • Für Bio-Gehege-Wild und Kaninchen werden erstmals Bio-Regeln eingeführt. 

Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW).