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Gesund wie ein Fisch im Wasser

Wie beurteile ich Fischgesundheit und welche Tierwohlindikatoren sind anwendbar? Dies erfuhren die Teilnehmer des Seminars: „Wann ist dem Fisch wohl?!“ kürzlich in Büsum, Schleswig-Holstein. Teilgenommen haben Landwirte, Fischzüchter, wissenschaftliche Mitarbeiter und Veterinäre aus ganz Deutschland, um sich im nördlichsten Bundesland über Fischwohl weiterzubilden.

Im theoretischen Teil ging es um grundsätzliche Haltungsbedingungen und Besonderheiten der „Tierhaltung im Wasser“, um Fütterunsaspekte, Kondition, Handling und Wasserqualität. Es wurden äußere und innere Tierwohlindikatoren vorgestellt.

Dem Fisch im Fischbestand ist dann „wohl“, wenn die Wasserqualität des Haltungswassers für den Fisch optimal ist, wenn er freudig und zügig Futter aufnimmt und gutes Wachstum zeigt, dabei sollen Kiemendeckel, Schuppen und Flossenränder einwandfrei und ohne Verletzungen sein. Die Kiemen sind einheitlich rot und die Schleimhaut des Fisches ist unversehrt. Ein gesunder Fisch steht je nach Fischart locker im Verband oder im Schwarm. Kranke Fische sondern sich ab und weisen als sogenannte „Randsteher“ oft mit Verfärbungen auf eine Beeinträchtigung hin. Stehen die Fische am Wasserzulauf oder an der Oberfläche weist dies auf Sauerstoffmangel hin.

Garant für Fischgesundheit ist die ständige Überwachung der Wasserqualität, insbesondere des Sauerstoffgehaltes und die Abwesenheit von schädlichen Stoffen. Anders als unsere landwirtschaftlichen Nutztiere unter freiem Himmel, können Fische ihrer jeweiligen Haltungsumgebung Wasser nicht entkommen.

Die Erläuterung von Fischkrankeiten und deren Erkennung übernahm Dr. Henrike Seibel, eine der wenigen Tierärztinnen für Fische, die sich nicht nur im Norden einen Namen gemacht hat.

Bevor Karpfen und Forelle einer gründlichen Untersuchung unterzogen wurden und das Gelernte mit Sezierbesteck Anwendung fand, konnten die Fischinteressierten die Haltungs- und Forschungsanlage der GMA (Gesellschaft für marine Aquakultur) in Büsum besichtigen und sehen, wie die Tiere, konform der Tierschutzschlachtverodnung, artgerecht aus dem Leben kommen.

Während Tierwohl im terrestrischen Nutztierbereich mittlerweile ein Alltagsbegriff ist, stecken die Erkenntnisse über Indikatoren für Fischgesundheit und -wohlbefinden noch in den Kinderschuhen – mehr Grund, sich mit der Frage zu beschäftigen: „Wann ist dem Fisch wohl?“!

Weitere inhaltliche Informationen:
Dr. Birgit Schmidt-Puckhaber, DLG e.V. Fachzentrum
Tel.: 069 24788 307 oder 0170-4829301
Mail: b.schmidt-puckhaber@dlg.org