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30 Jahre Stickstoffregulierung in Dänemark - und jetzt…?

Bis in die 1990er Jahre stiegen in Dänemark stetig die Konzentrationen von Nitrat im Grundwasser. Die Regierung war gezwungen zu handeln und setzte an den großen Schrauben an. Mit der „Guten fachlichen Praxis“ war das Ziel, die Verluste von Stickstoff zu reduzieren, über Jahre nicht zu erreichen. Man entschloss sich daraufhin für harte Regelungen. Diese unterschieden sich nicht sehr von den aktuell in Deutschland diskutierten Ansätzen: Bedarfsermittlung, N-Bilanz bis hin zu einer N-Quote, basierend auf Standort, Fruchtarten, Mineraldüngermengen gemeldet aus dem Handel und N-Gehalt in den Wirtschaftsdüngern.

Die N-Quoten wurden in den vergangenen 20 Jahren sogar unter den tatsächlichen Bedarf der Pflanzenbestände begrenzt. Der Verbrauch an Mineraldünger ging natürlich zurück, die Anwendung von Wirtschaftsdünger wurde stark optimiert. Auf die reduzierten N-Mengen reagierten vor allem auch die Proteingehalte im Weizen: Über die Zeit von Ende der 90er bis 2015 sanken die Proteingehalte im Durchschnitt um bis zu zwei Prozentpunkte.

Auswirkungen waren vor allem in der Tierfütterung zu erkennen. Die fehlenden Proteine mussten über Soja oder synthetische Aminosäuren substituiert werden.

Seit 2016 sind die Regulationen gelockert. Die N-Quoten sollen an den Anbau von Zwischenfrüchten gekoppelt werden, wobei die bisherige Regelung noch so kompliziert scheint, dass selbst die dänischen Berater noch ihre Schwierigkeiten haben.

Aber was haben die 30 Jahre gebracht?

  • In Dänemark konnte der Verbrauch von mineralischem N stark reduziert werden
  • Der Einsatz von Wirtschaftsdüngern wurde stark optimiert und die Nährstoffausnutzung gesteigert
  • Die Proteingehalte nahmen stark ab und mussten über Alternativen substituiert werden
  • Die oberen Grundwasserkörper reagierten auf den verringerten Einsatz von Stickstoff mit sinkenden Nitratkonzentrationen
  • Die neuen Regelungen sehen statt einer generellen Reduktion eine zielgerichtete, maßnahmenbezogene Reduktion von Stickstoff vor