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Fluch und Segen der Transparenz im Handel

Am 30. Januar veranstaltete der DLG-Ausschuss für Ackerbau seine 114. Sitzung im Hause der AGRAVIS am Standort Hannover. Die Landwirte wollten wissen, wie sich die Anforderungen der Transparenz in der Wertschöpfungskette und deren praktische Umsetzung im Handel entwickeln. Dazu standen die Experten von AGRAVIS Rede und Antwort.

Zum Thema „Anforderung an die Transparenz in der Wertschöpfungskette für Agrarprodukte“ stellte Frank Gagel, Bereichsleiter Agrarerzeugnisse, AGRAVIS Raiffeisen AG, gemeinsam mit seinen Kollegen aus dem Qualitätsmanagement die Herausforderungen aus Sicht der AGRAVIS in diesem Bereich vor. Mit den Praktikern wurden dabei teils spezielle Themen des Vertragsanbaus, der Qualitätssicherung von Importware, sowie der Rolle der wachsenden Möglichkeiten der Digitalisierung diskutiert.

Im Qualitätsmanagement gehen die Anforderungen der Kunden oftmals weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Ein Mehrwert kann durch die Bereitstellung von zusätzlichen Daten, Informationen oder gar Qualitäten jedoch kaum erwartet werden. Sie sichert eher ausschließlich auch die zukünftige Teilnahme am Markt.

Um dieses Mehr an Rückverfolgbarkeit, Qualitätssicherung und Dokumentation zu leisten, muss auf digitale Lösungen zurückgegriffen werden. Mit traditionellen Dokumentationsmethoden können Wertschöpfungsketten-übergreifende Systeme nicht mehr dargestellt werden. Das Blockchain-Verfahren birgt hier großes Potential, die Anwendung entwickelt sich aktuell in der Branche jedoch sehr langsam.

Als Fazit für den Landwirt als Primärproduzenten schließt die Diskussion mit der Forderung an die Praxis: Öffnen Sie sich den neuen Systemen zur verbesserten Dokumentation und Rückverfolgbarkeit Ihrer Produkte. Betriebe, die sich nur sehr zögerlich und mit Widerwillen öffnen, werden (aus Sicht des Handels) mittelfristig nicht am Markt bestehen können.