Zum Hauptinhalt springen

Russland: Rückverfolgbarkeit ist Schlüssel zum Export

Russland: Rückverfolgbarkeit ist Schlüssel zum Export

Das Wachstum der Schweineproduktion und die Marktsättigung erfordern neue Ansätze von Schweinehaltern, um die Sicherheit zu gewährleisten und ihre Produkte im In- und Ausland zu vermarkten. Ein wichtiger Aspekt, der die Besonderheiten der Branche sowie die Veterinär- und Hygieneanforderungen berücksichtigt, ist die Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette – inklusive der Schweine haltenden Betriebe.

Russlands Schweineproduktion hat sich in den letzten zehn Jahren sehr stark professionalisiert. Hinterhofhaltungen gibt es fast keine mehr und mittlerweile liegt man beim Selbstversorgungsgrad auch schon über 100 Prozent, so dass Russland sich vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur gewandelt hat. Zeit also, auch die ausländischen Märkte in den Blick zu nehmen.

Yury Kovalev vom nationalen Schweinezuchtverband vertritt über 90 Prozent der Schweinehalter im Land und versichert: „Dies sei nur der Anfang, nicht das Ende“. Man wolle selbstbewusst als Wettbewerber auftreten und hat mit Vietnam und Hongkong bereits wichtige Märkte in Asien erschlossen.

Das Verständnis der globalen Märkte und deren regionaler Anforderungen sei wichtig, um den Export passgenau auszurichten, so Matz Beuchel von der Rabobank. Für ihn spielt daher Transparenz und Rückverfolgbarkeit eine wichtige Rolle.

Als Herausforderung betrachtet er die Zunahme an pflanzlichen und gezüchteten Fleischersatzprodukten („Meat replacers“), welche vor allem von der jüngeren Generation nachgefragt werden. Ob es nur ein „Hype“ oder bereits ein „Trend“ ist, vermochte er allerdings nicht zu beantworten.

Ma Chuang, von der Beijing Boyar Communication brachte die Teilnehmer in Sachen „African Swine Fever (ASF)“ auf den aktuellen Stand. Die chinesische Regierung sei sehr daran interessiert, die Produktion bis 2023 wieder auf das ursprüngliche Niveau und vielleicht sogar darüber hinaus zu steigern. Dementsprechend werden aktuell alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dies umzusetzen. Man investiert in effiziente Produktionsstätten mit hohem Biosicherheitsstandard, an denen gesundes, schmackhaftes und günstiges Schweinefleisch erzeugt werden soll.    

Die Rückverfolgbarkeit ist ein wichtiges Sicherheitsinstrument im Hinblick auf komplexe, globale Warenströme. Dass sie aber auch als Managementtool Betriebsleitern die Optimierung der Produktion ermöglicht, zeigte Sven Häuser vom DLG-Fachzentrum Landwirtschaft auf. Es existieren bereits Sensoren und Techniken, die eine Vielzahl an Daten generieren.

Es gilt nun, diese Daten zentral zu speichern und in Echtzeit auszuwerten, um relevante Infos zum Einzeltier (zum Beispiel Gesundheitsstatus, Leistungsentwicklung) und den Gesamtbetrieb zu erhalten. Egal ob für Betriebe in Russland, China oder Europa: Vor Nutzung der Daten müssen allerdings Fragen zur Datensicherheit und Datenhoheit geklärt werden. Nur dann kann Vertrauen aufgebaut und nur dann kann Transparenz hergestellt werden.

Eine durchgängige Rückverfolgbarkeit hilft schlussendlich auch, im Falle eines Befundes schnell und zuverlässig Ursachenanalyse zu betreiben, mögliche Schäden zu begrenzen und die Verbraucher bei der Aufklärung zuverlässig zu informieren. Somit lautete der Schlussappell: „Black Box öffnen, Rückverfolgbarkeit generieren und Vertrauen sichern!“