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Versuchswesen: Personal professionell planen

Die Frage, wie sich Versuche verbessern lassen, bildet das Generalthema der jährlichen „DLG-Technikertagung“.  Ende Januar 2020 war es (wieder) soweit: Rund 800 Versuchstechniker kamen nach Hannover zur DLG-Technikertagung, die wir gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen veranstalten, um Neues und Bewährtes zu sehen, zu diskutieren, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen.

Praktiker tauschen sich aus

„Bessere Versuche“ heißt eine geeignete Versuchsfläche zu finden, die Aussaat präziser vorzunehmen und die Pflanzenbestände gleichmäßiger zu pflegen. Aber auch die Zustände der Pflanzen, beispielsweise den Entwicklungsstand oder den Krankheitsbefall, ohne Störgrößen zu erfassen oder die Proben nicht zu verwechseln. Schließlich birgt die Auswertung der mühsam gewonnenen Daten mancherlei Tücken.
Während der zweitägigen Veranstaltung drehte sich in Hannover alles um verbesserte Maschinen, neue Analysemethoden und leistungsfähigere Sensoren, sowie um die Arbeit erleichternde Methoden samt verbesserter Datenerfassung, -übermittlung und -verarbeitung. Dazu gab es insgesamt 35 Vorträge und Erfahrungsberichte „aus der Praxis für die Praxis“.

Personalentwicklung auf allen Ebenen

Versuchstechniker sind spezielles Personal, da es für sie keine „Standardausbildung“ gibt. Am Markt sind sie nicht ohne weiteres verfügbar, umgekehrt finden sie nicht überall adäquate Arbeitsstellen. Spezifisches Fachwissen und besondere Einsatzbereitschaft zeichnen viele von ihnen aus. Sie sind oftmals auf sich allein gestellt und entscheiden selbst vor Ort über die nötigen Aktivitäten. Das alles verlangt besondere Aufmerksamkeit von den Führungskräften. Vor diesem Hintergrund befasste sich ein Schwerpunkt der Tagung mit der Personalentwicklung. Nicht nur die Führungskräfte, auch die Mitarbeiter anderer Ebenen fanden darin Anregungen für ihr berufliches Umfeld.

Arbeitsschutz im Versuchswesen  

Einen weiteren Schwerpunkt der Techniktagung bildete der Schutz der Anwender von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Die Schutzbestimmungen haben sich im vergangenen Jahr geändert. Das wirkt sich auf das Versuchswesen mit seinen besonderen Herausforderungen aus: handgeführte Applikationsgeräte, Umgang mit Substanzen, die sich noch im Zulassungsverfahren befinden und die Notwendigkeit, die Pflanzenbestände kurz nach der Applikation wieder zu betreten, um die Wirkung zu bonitieren. Die persönliche Schutzausrüstung muss deshalb an die jeweiligen Bedingungen angepasst sein, die im Wesentlichen von den Stoffeigenschaften abhängen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) wägt Risiken ab und legt die Schutzmaßnahmen je nach Wirkstoff fest. In begründeten Einzelfällen können die Auflagen angepasst werden. Noch ungelöst sind die Fragen rund um den Umgang mit gebeiztem Saatgut. Versuchstechniker sind nicht nur beim parzellenweisen Abfüllen exponiert, sondern auch bei der Aussaat, wenn sie die Tütchen einzeln in den Trichter füllen.

Das gemeinsame Abendessen, ausreichend Kommunikationspausen im Programm und das großzügige Umfeld des Tagungsortes Eilenriedenhalle lassen genügend Raum für die „Netzwerkpflege“. Der kollegiale Erfahrungsaustausch gehört dazu: Wer ist wo gelandet, wo wird noch jemand gebraucht, wie hast Du das Problem gelöst und wann kommst Du das anzuschauen sind typische Fragen der Netzwerker.

An jeweils aktuellen Themen mangelt es während der DLG-Technikertagungen nicht.  Und der Termin für die kommende Tagung steht bereits fest: 26.-27. Januar 2021 in Hannover.