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Wissen und Erfahrungen

Gert van Beek zum 30-jährigen Jubiläum der European Pig Producers

Es war der 24. Januar 1990 in Dänemark, als während einer Landwirtschaftsmesse in Herning eine Gruppe international ausgerichteter Schweinehalter auf Initiative der DLG den Club der European Pig Producers gründete.

Von Anfang an übernahm die DLG des Management des Clubs, inklusive der multimedialen Kommunikation und unterstützte bei der Errichtung eines eigenen Vorstands.

Vier Präsidenten in 30 Jahren

Das 1990 mit 25 Mitgliedern aus fünf Ländern gegründete Netzwerk entwickelte sich bis heute zu einer eigenständigen Organisation mit über 600 Mitgliedern aus mehr als 20 Ländern und elf nationalen Ländergruppen. Der Niederländer Benny Gussinklo wurde zum ersten EPP-Präsidenten gewählt und führte den Club bis in die 2000er Jahre hinein. Nachdem der Däne Per Bach Laursen dem Club von 2006 bis 2009 vorstand, übernahm Erik Thijssen das Ruder, von dem ich es 2018 übernehmen durfte.

Ein Meilenstein in der jüngeren Geschichte war die Gründung der ersten Ländergruppe außerhalb Europas im Jahr 2019. In Südafrika haben wir eine neue Gruppe mit motivierten und zukunftsorientierten Schweinehaltern gegründet, die durch deren lokale Organisation „sappo“, der „South African Pork Producers Organisation“, unterstützt werden.

Internationaler EPP-Congress von Beginn an Pflichttermin für Mitglieder

Der EPP-Congress ist das jährliche Highlight und Treffpunkt der EPP-Familie. Dieses Event musste in den vergangenen 30 Jahren nur einmal aufgrund der Maul- und Klauenseuche abgesagt werden und wird von den nationalen EPP-Ländergruppen mit Unterstützung der DLG sowie lokalen Partnern organisiert. Eine große Herausforderung, die zwei Jahre Vorbereitungszeit und gutes Teamwork erfordert!

Im Juni 2020 werden wir den EPP-Congress in den Niederlanden zum Anlass nehmen, auf 30 Jahre EPP zurück, schwerpunktmäßig aber nach vorne zu blicken: Auf die Branche warten zahlreiche Herausforderungen, welche alle Schweinehalter weltweit betreffen.

Beispielhaft sei hier der gemeinsame Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest genannt, die in den letzten Jahren so viele Berufskollegen zur Betriebsaufgabe gezwungen hat. Aber auch Themen wie Tierwohl und Klimaschutz werden zunehmend globaler diskutiert. Gut, dass es hier eine internationale Plattform gibt, um Erfahrungen und Konzepte auszutauschen!  

Internationales Netzwerken als Erfolgsrezept

Die EPP entwickelten sich über die Jahre zu einem immer internationaleren Netzwerk, in dem Mitglieder ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf Leitausstellungen wie der EuroTier oder auf Studienreisen in der ganzen Welt austauschen. Dieser Austausch von Wissen und Erfahrungen wird meines Erachtens immer wichtiger und in den letzten zehn Jahren durch Internet und Digitalisierung auch immer einfacher.

Dennoch: Ein wichtiger Teil von EPP ist der persönliche Austausch in freundlicher Atmosphäre, in der man über arbeitsbezogene Themen und auch darüber hinaus miteinander sprechen kann. Dabei ist es egal, ob die Betriebe groß oder klein sind oder alte Mitglieder mit Junglandwirten zusammenkommen.

Eine der neuen Entwicklungen unseres weltweiten Netzwerks ist auch die Vermittlung von Mitgliedern, die im Ausland einen Praktikumsplatz auf einem schweinehaltenden Betrieb suchen. Dies macht den Club vor allem für junge Mitglieder interessant.

Die Zusammenarbeit in der Branche ist eine weitere Säule innerhalb der EPP. Daher streben wir unter den Mitgliedern ein Verhältnis von 70 Prozent  Landwirten und 30 Prozent Nichtlandwirten an. Dies bedeutet, dass wir nicht nur untereinander, sondern auch stufenübergreifend Fachwissen austauschen können.

Die positive Entwicklung und die Zusammenarbeit mit der DLG sind für mich eine gute Basis für ein weiteres erfolgreiches Jahrzehnt der European Pig Producers. Lassen Sie uns heute darauf anstoßen!